Nun sind sie da: verbindliche Regeln, wie sich Wanderer auf österreichischen Almen verhalten sollen. Das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus kündigte ntsprechende Regeln an, nachdem eine Deutsche bei einer Kuh-Attacke ums Leben gekommen und darüber ein Rechtsstreit entbrannt war.

Die 45-jährige Touristin war im Jahr 2014 im Tiroler Stubaital von einer Kuhherder totgetrampelt worden. Das Tourismusministerium teilte damals mit, dass die Mutterkühe die Kälber vor dem Hund der Frau hatten beschützen wollen.

Österreichs Regierung: „Almen sind kein Streichelzoo“

Im Februar dieses Jahres hatte ein Gericht entschieden, dass der Bauer, dem die Kuhherde gehört, dem Witwer und dem Sohn rund 180.000 Euro sowie eine monatliche Rente von 1.500 Euro zahlen muss.

Österreich stellte nun einen Verhaltenskodex für Wanderer auf – die Regierung möchte mit den Regeln verhindern, dass sich solch ein Vorfall wiederholt und die Touristen vom Wandern in den Alpen abschreckt.

„Kühe sind grundsätzlich keine gefährlichen Tiere, aber Almen sind kein Streichelzoo“, sagt Tourismusministerin Elisabeth Köstinger.

Ein Hundeverbot gehört indes nicht zu den Regeln. Allerdings ist das Anleinen der Tiere und, falls eine Herde angreift, das sofortige Loslassen der Leine Pflicht.

Außerdem sollten Wanderer stets Abstand zu den Kühen halten sowie Schreie, Pfiffe und hektische Bewegungen vermeiden. Die Tiere könnten dadurch nervös werden und zum Angriff übergehen. 

Das sind die 10 Regeln für Wanderer in Österreich

Alle „10 Verhaltensregeln für den Umgang mit Weidevieh“ gibt es hier noch einmal im Überblick:

  1. Kontakt zu Kühen vermeiden, Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten.
  2. Ruhig verhalten und das Weidevieh nicht erschrecken.
  3. Mutterkühe beschützen ihre Kälber. Daher: Begegnungen von Mutterkühen und Hunden vermeiden.
  4. Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen. Ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: Sofort ableinen.
  5. Wanderwege auf Almen und Weiden dürfen nicht verlassen werden.
  6. Wenn Kühe den Weg versperren, mit möglichst großem Abstand umgehen.
  7. Wenn Kühe näher kommen: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen.
  8. Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere muss die Weidefläche schnell verlassen werden.
  9. Zäune beachten und falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schließen und die Weide schnell überqueren.
  10. Begegne den hier arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt.

Beim Regelverstoß drohen Strafen

Die Regeln sind verbindlich. Das heißt, es drohen Strafen, sollten sie nicht eingehalten werden. Viele Wanderwege durchkreuzen Almen in Österreich. In dem Alpenstaat stehen laut Angaben der Landwirtschaftskammer rund 270.000 Kühe auf etwa 8.000 Weiden.