USA: Übernachtungen in Nationalparks werden immer teurer

USA: So teuer sind Übernachtungen in Nationalparks

Mit mehr als 50 Nationalparks sind die USA ein echtes Paradies für Reisende, die sich nach Abgeschiedenheit sehnen. Das Übernachten mitten in der Wildnis hat jedoch seinen Preis – und der wird immer höher.

Die Sonne geht vor einem Camp an der Westwand des Yosemite-Nationalparks unter.
In den meisten Nationalparks ist Campen im Zelt immer noch die günstigste Variante – aber eben auch nicht die komfortabelste. (Symbolfoto)

Foto: imago/Aurora Photos

Imposante Landschaften, wilde Tiere und viel Ruhe: Das versprechen wir uns von einer mehrtägigen Reise durch einen Nationalpark. Was einst ein kostengünstiges Abenteuer für Naturverbundene und Backpacker war, gleicht heute fast einer Luxus-Reise.

In den USA findest du trotz der großen Auswahl an Nationalparks und Übernachtungsmöglichkeiten kaum noch eine Unterkunft, die weniger als 100 Dollar pro Nacht kostet.

Mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre stellt die Organisation „National Parks Traveler“ eine Preisexplosion in den amerikanischen Nationalparks fest: Seit 1999 sind die Übernachtungskosten um 129 Prozent gestiegen.

Das ist ein Ergebnis aus der Statistik, in der die Organisation die Zimmerpreise in 34 verschiedenen Lodges, verteilt auf 19 Nationalparks, erfasst hat.

Übernachten im US-Nationalpark: Preise mehr als verdoppelt

Konkret bedeutet dieser Trend, dass ein Zimmer für 100 Dollar im Jahr 1999 heute im Schnitt 229 Dollar kosten würde. Aufs Jahr heruntergebrochen entspricht das einem Anstieg von 4,23 Prozent.

Die prozentual größte Preiserhöhung gab es im Yosemite-Nationalpark. Dort zahlten Touristen vor zehn Jahren für eine Zeltkabine im Half Dome Village (früher Curry Village) am Glacier Point noch 40 Dollar die Nacht – heute sind es 141 Dollar. 

Im Schatten des Glacier Point stehen die festen Zelte im Half Dome Village.
Das Paar David und Jennie Curry eröffnete bereits 1899 ein Zeltcamp im Yosemite-Nationalpark. Damals gab es für zwei Dollar ein Bett und eine warme Mahlzeit. Foto: imago/Zuma Press

Der Preis variiert je nach Ausstattung der insgesamt 403 Zelte. Während eine tägliche Reinigung, frische Handtücher und zusätzliche Decken bei allen inklusive sind, müssen Reisende in der Mehrzahl der Zeltkabinen auf Heizung und ein eigenes Bad verzichten – Strom gibt es nur für die Beleuchtung der zum Teil aus Holz bestehenden und mit Planen überspannten Zelte.

Den enormen Anstieg im Halfdome Village erklärt der Sprecher Scott Gediman des Yosemite-Nationalparks so: Außerhalb des Parks würden ähnliche Unterkünfte und deren Preise ermittelt und der Preis der Zeltkabinen dementsprechend angepasst.

Eine Nacht im Yosemite-Nationalpark 100 Dollar teurer

Mit seinen Riesenmammutbäumen und der mächtigen Steilwand des El Capitan ist Yosemite natürlich ein Anziehungspunkt für Touristen. Fast identische Unterkünfte zu ähnlichen Preisen haben wir im im Sequoia-Nationalpark südlich der Sierra Nevada in Kalifornien gefunden.

Für etwas weniger Geld gibt es in Minnesota das Kontrastprogramm in der Seenlandschaft des Voyageurs-Nationalpark. Im Gegensatz zu den anderen 18 Nationalparks schneidet dieser noch relativ günstig ab, von 65 US-Dollar erhöhte sich der Zimmerpreis im Kettle Falls Hotel innerhalb von zehn Jahren um 25 Dollar. Aber auch hier gibt es dafür kein eigenes Bad.

Horrende Preise im Grand-Teton-Nationalpark

Dass die Preis so stark angehoben wurden, ist auch auf den gebotenen Service und Komfort zurückzuführen. Der Standard hat sich bei manchen Unterkünften enorm verbessert. Das unterstreicht auch die Behörde National Park Service (NPS), die US-Nationalparks und andere Schutzgebiete verwaltet und die angebotenen Preise der Unterkünfte prüft. 

Nach oben hin scheinen dem erst mal keine Grenzen gesetzt. Mit 799 Dollar pro Nacht betten sich Touristen in der Jenny Lake Lodge im Grand-Teton-Nationalpark besonders weich. Zum Vergleich: Auch hier hat sich der Preis für ein luxuriöses Cottage im Landhausstil mehr als verdoppelt. 

Auf einer eigenen möblierten Vorderterrasse können Urlauber für diese Summe mit Blick auf die Bergkette der Rocky Mountains ihr Gourmet-Essen genießen – für schlappe 800 Dollar allerdings ohne Mittagessen.

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