Nach Brand in Notre-Dame: Alternative Sehenswürdigkeiten in Paris

Paris: Alternative Sehenswürdigkeiten zu Notre-Dame

Für Millionen Paris-Besucher stand die Kathedrale ganz oben auf der To-see-Liste. Zumindest von innen ist Notre-Dame nach dem Feuer vorerst tabu. Diese Kirchen und Attraktionen lohnen aber mindestens genauso.

Passanten fotografieren die verkohlten Grundmauern der Kathedrale Notre-Dame in Paris, die bei einem Brand stark beschädigt wurde.
Passanten fotografieren die verkohlten Grundmauern von Notre-Dame in Paris.

Foto: imago images/MichaelBaucher/Panoramic

Der verheerende Brand in der weltberühmten Kathedrale hat Pariser und Menschen in aller Welt schwer erschüttert. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach zwar sofort, Notre-Dame wieder aufzubauen.

Doch bis die Bauarbeiten beendet sein könnten, dürften Jahre ins Land ziehen – Experten sprachen zunächst von Jahrzehnten, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will es in fünf Jahren schaffen.

Bis zu 14 Millionen Menschen besuchten das „Herz von Paris“ pro Jahr – die Kathedrale ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Hauptstadt. Menschenmassen auf dem Platz vor Notre-Dame und etliche Meter lange Schlangen, die sich vor den jahrhundertealten Mauern winden? Kein seltener Anblick.

Vermutlich auch, weil der Eintritt in die Kathedrale kostenfrei war. Welche anderen Sehenswürdigkeiten können Urlauber in Paris gratis besuchen? Welche Kirchen sind sehenswert, und welche Bauten ähneln Notre-Dame? Der reisereporter empfielt Alternativen zu dem teilweise zerstörten Unesco-Weltkulturerbe.

Diese Kirchen kannst du in Paris besichtigen  

Nicht weit von der Île de la Cité entfernt liegt die Abtei Saint-Germain-de-Prés. Von außen wirkt das Gebäude aus dem 11. bis 17. Jahrhundert fast schon klotzig – von innen ist die Abtei mit bunten Bemalungen dafür ein echtes Schmuckstück.

Berühmter ist die Basilika Sacré-Cœur in Montmatre. Der riesige, weiße Bau überragt Paris und bietet fantastische Aussichten auf die Innenstadt, ist allerdings wesentlich jünger als Notre-Dame.

Erst im 19. Jahrhundert wurde mit dem Bau begonnen. Und im Gegensatz zu Notre-Dame, die im gotischen Stil erreichtet wurde, ist die Sacré-Cœur eine Vertreterin des neobyzantischen Stils.

Ganz in der Nähe des Louvre steht die Pfarrkirche Saint-Germain-l’Auxerrois. Sie wird der Spätgotik zugeordnet, die erste Kirche wurde dort im 11. Jahrhundert errichtet, der Bau wurde im 15. Jahrhundert allerdings fast komplett erneuert. Ein Schmuckstück ist das Gotteshaus so oder so:

Notre-Dame-Doppelgänger in Frankreich

Die Basilique de Saint-Denis nördlich von Paris sowie die Kirche Saint-Étienne in Caen erinnern an Notre-Dame. Sie gelten als Wegbereiter der Gotik.

In der Kathedrale von Saint-Denis wurden zwischen dem 10. und 19. Jahrhundert fast alle französischen Könige beerdigt. 

Der Bau der Kathedrale in Saint-Denis wurde einige Jahre eher begonnen als der Bau von Notre-Dame. Und die Klosterkirche Saint-Étienne wurde 1090, also sogar 73 Jahre vor Baubeginn von Notre-Dame, fertiggestellt – nach 30 Jahren Bauzeit. Für Notre-Dame wurden fast 200 Jahre benötigt. Die Klosterkirche liegt in der Normandie, knapp 240 Kilometer von Paris entfernt.

Notre-Dame war die berühmteste Sehenswürdigkeit in Paris, die Besucher kostenlos besichtigen konnten. Bei diesen Attraktionen zahlst du ebenfalls keinen Eintritt: 

Gratis-Sightseeing in Paris

Die Pariser Touristeninformation gibt eine detaillierte Auflistung darüber, welche Museen und Galerien du ganzjährig oder zumindest an bestimmten Tagen kostenlos besuchen kannst. Einige der Highlights: 

Musée d’art moderne de la Ville de Paris

Was in New York das MoMA, ist in Paris das MaM: das Museum für moderne Kunst. Nur einen Spaziergang vom Eiffelturm entfernt findest du hier zahlreiche Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Kunstinstallationen aus dem 20. Jahrhundert. Für die Dauerausstellung musst du keinen Eintritt zahlen. Berühmteste Künstler: Pablo Picasso und Henri Matisse.

Musée d’art moderne de la Ville de Paris | Adresse: 12–14 avenue de New York, 75116 Paris | Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 18 Uhr

Petit Palais, Musée des Beaux-Arts de la Ville de Paris

Das Museuem der schönen Künste ist schon von außen ein kleines Juwel: In einem Palastbau von 1900 an den Champs-Élysées bestaunen Besucher Werke großer franzöischer Künstler, darunter Monet, Renoir und Delacroix.

Wie im MaM gilt auch hier: Die Dauerausstellung ist kostenlos, für temporäre Ausstellungen musst du Eintritt zahlen.

Petit Palais | Adresse: Avenue Winston Churchill, 75008 Paris | Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 Uhr bis 18 Uhr

Auch andere Pariser Museen bieten kostenlosen Eintritt, darunter der berühmte Louvre. Hier müssen Jugendliche bis 18 Jahre und junge Erwachsene aus der EU unter 26 Jahren keinen Eintritt zahlen. Für alle anderen ist der Besuch jeweils am ersten Sonntag jedes Monats und am französischen Nationalfeiertag am 14. Juli gratis.

Kostenlose Aktivitäten in Paris

Besonders im Sommer war Notre-Dame auch ein Ort der Stille und Kühle, um in besonderer Atmosphäre durchatmen zu können. Das geht auch in den zahlreichen Gärten und Parks der französischen Hauptstadt. Der Friedhof Père Lachaise mutet zum Beispiel ähnlich historisch und andächtig an. 

Allerdings ist die letzte Ruhestätte von Berühmtheiten wie Jim Morrison, Oscar Wilde und Edith Piaf kein Geheimtipp mehr. Wer’s ruhiger mag, fährt in das 19. Arrondissement. Dort liegt mit dem Parc des Buttes-Chaumont einer der größten – und schönsten – Parks der Stadt. 

Bei all den Alternativen müssen Paris-Urlauber aber auch in Zukunft nicht gänzlich auf den Anblick von Notre-Dame verzichten: Zumindest die beiden Haupttürme und die Frontseite haben das Feuer relativ intakt überstanden.

Die Kathedrale Notre-Dame de Paris nach dem verheerenden Feuer.
Am Tag nach dem Flammen-Inferno sehen die beiden Haupttürme der Kathedrale beinahe so aus wie vor dem Brand – nur der Spitzturm in der Mitte fehlt. Foto: imago images/MichaelBaucher/Panoramic

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