Flughafen Hamburg: Ostern drohen Streiks und Flugchaos

Flughafen Hamburg: Ostern drohen Streik und Flugchaos

Hamburg, Spanien und Italien: Für Reisende wird das Osterwochenende kein Zuckerschlecken. Zehntausende Airline- und Flughafen-Mitarbeiter wollen streiken. In Hamburg könnten 50.000 Fluggäste betroffen sein.

Annika Jensen
Demonstration des Bodenpersonals am Hamburger Gänsemarkt.
Demonstration des Bodenpersonals am Hamburger Gänsemarkt.

Foto: imago images/Chris Emil Janßen

Ausgerechnet zu Ostern! Flugreisende müssen sich in Hamburg auf massive Verspätungen und Flugausfälle einstellen. Der Grund: Die Gewerkschaft Verdi hat das Bodenpersonal zu Streiks aufgerufen. Es könnten bis zu 50.000 Passagiere betroffen sein, die täglich am Hamburger Flughafen landen und starten.

Wann genau Passagiere mit dem Arbeitsausstand rechnen können, hat die Gewerkschaft noch nicht verraten – aber es soll noch in dieser Osterwoche so weit sein. Das berichtet „Reise vor 9“.

Und es ist nicht der einzige Flughafen, an dem über die Feiertage Chaos droht.

Fünf Millionen Menschen betroffen: Auch in Spanien wird gestreikt

Auch Flughafen-Arbeiter in Spanien wollen streiken – und das an allen Flughäfen im Land. Die Gewerkschaften UGT und USO haben 60.000 Mitarbeiter aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Fünf Millionen Fluggäste aus ganz Europa könnten davon betroffen sein.

Die Mitarbeiter wollen am Ostersonntag, 21. April, und am Mittwoch, 24. April, an den 53 Flughäfen im Land streiken. Auch die Piloten der spanischen Regionalfluggesellschaft Air Nostrum wollten in den Ausstand gehen – seit gestern bis Donnerstag, 17. April, und von Montag, 22., bis Mittwoch, 24. April.

Durch intensive Verhandlungen mit der Sepla-Pilotengewerkschaft konnte das verhindert werden. Einige bereits annullierte Flüge bleiben trotzdem gestrichen, darunter 47 Flüge am heutigen Dienstag. Grund sind technische Probleme. Ob die Flüge am morgigen Mittwoch wieder planmäßig starten können, wird noch überprüft.

Chaos auf den Schienen: Bahnmitarbeiter in Spanien streiken

Und auch an den Bahnhöfen müssen Spanier und Urlauber um Ostern herum mit Chaos rechnen. Am morgigen Mittwoch werden die Beschäftigten der spanischen Bahngesellschaft für 24 Stunden streiken.

In Italien kämpfen Airline-Mitarbeiter ebenfalls für ihre Rechte. Bereits am 13. April legten Mitarbeiter der Fluggesellschaft Alitalia ihre Arbeit nieder. Und auch für den 3. Mai sind Streiks geplant.

Verdis Forderungen für das Bodenpersonal am Hamburg Airport

Verdi kämpft für bessere Arbeitsbedingungen für die knapp 1.000 Beschäftigten bei Gepäck-, Abfertigungs- und Vorfelddiensten. Auch der Lohn ist Gegenstand in den Verhandlungen mit der Flughafentocher HAM Ground Handling GmbH. 

In der vergangenen Woche hatte die Mehrheit der Verdi-Mitglieder einen Tarifabschluss abgelehnt. Er ging ihnen nicht weit genug. Unter anderem sollte der Mindestlohn von zwölf Euro erst im April 2020 kommen. Am Freitag hatte die Arbeitgeberseite Nachverhandlungen, wie sie die Gewerkschaft forderte, eine Absage erteilt. 

Spontaner Streik könnte Urlaubspläne von Familien über Ostern durchkreuzen

Verdi droht deshalb nun mit einem Streik – und je später die Gewerkschaft diesen ankündigt, umso härter die Konsequenzen für Reisende. Fluggesellschaften haben dann nicht mehr genügend Zeit, ihre Kunden über die Verspätungen oder Flugausfälle zu informieren.

Allerdings sollen Verdi und die HAM Ground Handling dem „NDR“ zufolge wieder in Gesprächen stehen. Das heißt, die Fluggäste können noch leise hoffen.

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