Mord an Backpackerinnen in Marokko (24 und 28): Schweizer verurteilt

Mord an Backpackerinnen in Marokko: Schweizer verurteilt

Diese Horrornachricht erschütterte Ende vergangenen Jahres Skandinavien: Zwei Frauen aus Norwegen und Dänemark wurden beim Backpacken durch Marokko ermordet. Jetzt wandert ein Schweizer (33) ins Gefängnis.

Einheimische gedachten der getöteten Freundinnen nahe der dänischen Botschaft in Rabat, Marokko.
Einheimische gedenken der getöteten Freundinnen nahe der dänischen Botschaft in Rabat, Marokko.

Foto: imago/Xinhua

Eigentlich wollten die Freundinnen Maren U. (28) aus Norwegen und Louisa V. (24) aus Dänemark mit dem Rucksack Marokko erkunden. Doch diese Reise überlebten die beiden nicht: Ihre Leichen wurden Mitte Dezember nahe dem Dorf Imlil im Atlasgebirge gefunden. 

Insgesamt wurden nach der Tat vier Verdächtige festgenommen. Völlig überraschend kam am heutigen Freitag die Nachricht, dass einer von ihnen nun für zehn Jahre ins Gefängnis muss. 

Schweizer in Marokko als Teil einer Terrorgruppe verurteilt

Der Schweizer (33) soll allerdings nichts mit der Tat selbst zu tun haben, berichtet die Schweizer Rundfunkanstalt „RTS“. Der Mann aus Genf sei stattdessen in drei Punkten für schuldig befunden worden: Weil er Teil einer Terrorgruppe ist, für den Terrorismus eintritt und das Verbrechen nicht meldete.

Ein weiterer Schweizer (25), der ebenfalls in Marokko in Haft sitzt, soll die Mörder der beiden Freundinnen gekannt und sie im Umgang mit Waffen trainiert haben. Die Täter sollen der marokkanischen Polizei zufolge Mitglieder einer Terrorzelle gewesen sein.

Urteil reißt für Angehörige der Opfer alte Wunden auf

Der nun verurteilte Genfer bestreitet, die Mörder gekannt zu haben. Der Anwalt des Mannes will nun Berufung einlegen: Das einzige Beweismaterial sei eine auf Arabisch verfasste Polizeiaussage, die sein Mandant nicht verstanden habe, erklärte er gegenüber „RTS“.

Für die Mutter der Norwegerin Maren U. kommt die Nachricht der Verurteilung ebenfalls überraschend. Sie habe davon erst durch die Medien erfahren, berichtet „NRK“. „Dadurch wird das Trauma dessen, was passiert ist, wieder aufgerollt“, beklagte ihr Anwalt Ragnar Falck Paulsen.

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