CO₂-Steuer: Werden Langstreckenflüge bald 1.800 Euro teurer?

CO₂-Steuer: Langstreckenflüge bald 1.800 Euro teurer?

Sie wollen die Klimakatastrophe verhindern: Die Schüler der „Fridays for Future“-Bewegung formulieren deshalb Forderungen für den Klimaschutz. Darunter: eine CO₂-Steuer. Was würde die für Flugreisen bedeuten?

Blick aus dem Flugzeug auf Kapstadt beim Landeanflug in Südafrika.
Der Anflug auf Kapstadt ist spektakulär – mit einer CO₂-Steuer würde der Flug rund 1.000 Euro teurer werden werden.

Foto: imago/Bo van Wyk

40 Euro für Inlandsflüge, 600 Euro für den New-York-Trip oder 1.800 Euro für Flüge nach Australien – so viel müssten Passagiere draufzahlen, wenn die von der „Fridays for Future“-Bewegung geforderte CO2-Steuer umgesetzt würde.

Um die Treibhausgasemissionen drastisch zu senken, fordern die Schüler bis Ende dieses Jahres einen Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen. Dieser soll so hoch sein wie die Kosten, die zukünftigen Generationen durch die Emission entstehen. 

Was zunächst ziemlich vage klingt, wird sehr konkret, wenn man die zusätzlichen Kosten für verschiedene Flugstrecken ausrechnet. Der reisereporter hat genau das getan: 

CO2-Steuer: So viel teurer würden Flugtickets werden

In den „Forderungen für den Klimaschutz“ beruft sich die Bewegung auf Angaben des Umweltbundesamts. Demnach werden die Kosten auf 180 Euro pro Tonne CO2 geschätzt. 

Wenn du beispielsweise in den Urlaub nach Mallorca fliegen willst, müsstest du rund 135 Euro CO2-Steuer zahlen – zusätzlich zum regulären Ticketpreis. 

Ein Hin- und Rückflug, beispielsweise mit Ryanair von Düsseldorf-Weeze nach Palma, verursacht nämlich 0,75 Tonnen CO2 pro Passagier.

Und so sieht die Rechnung für Langstreckenflüge (Hin- und Rückflug) aus:

  • Flug von Frankfurt nach New York: 3,76 Tonnen = 676,80 Euro
  • Flug von  Hamburg nach Kapstadt: 6,01 Tonnen = 1.081,80 Euro
  • Flug von Frankfurt nach Sydney mit Zwischenstopp in Dubai: 10,36 Tonnen = 1.864,80 Euro

„Fridays for Future“-Bewegung fordert „sozial verträgliche“ Umsetzung der CO2-Steuer 

Gut 1.800 Euro teurere Flugtickets für Reisen, die ohnehin mehrere Tausend Euro kosten – sollen Langstreckenflüge künftig nur noch Gutverdienern vorbehalten sein?

Die „Fridays for Future“-Bewegung fordert, dass die Umsetzung „sozial verträglich gestaltet“ werden soll. Sie dürfe „keinesfalls einseitig zulasten von Menschen mit geringen Einkommen gehen“. Die Schüler fordern deshalb entsprechende Maßnahmen von der Bundesregierung.

Ein weiteres Manko: Inlandsflüge kämen bei der Besteuerung relativ günstig weg. Dabei gehören Flugzeuge vor allem auf der Kurzstrecke zu den größten Luftverschmutzern unter den Transportmitteln. Und gerade die kurzen Strecken könnten ganz einfach durch Reisen mit umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln ersetzt werden. 

Inlandsflug von München nach Berlin mit  CO2-Steuer 40 Euro teurer

Ein Flug von München nach Berlin-Tegel produziert beispielsweise 0,22 Tonnen COpro Passagier. Das ergäbe Mehrkosten von 39,60 Euro. Vielleicht könnte dieser Preisunterschied mehr Reisende dazu bewegen, in die Bahn statt ins Flugzeug zu steigen. Noch mehr Gründe gibt’s von reisereporterin Isabel in ihrem Plädoyer: „Lasst euch nicht verarschen: Lieber Zug statt Flug!

Du willst wissen, wie viele Tonnen COdein nächster Flug verursacht? Mit dem CO2-Rechner findest du es heraus.

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