Wenn bei dem Blick aus dem Fenster plötzlich zwei Militärjets neben dem Ferienflieger auftauchen, kann das durchaus für ein mulmiges Gefühl im Magen sorgen. Genau das geschah auf dem Tuifly-Flug X3 6102 am Dienstag. 

Die Maschine war auf dem Weg von Frankfurt nach Hurghada in Ägypten. „Bei der Übergabe zwischen den Sektoren Belgrad und Tirana ist der Funkverkehr kurzzeitig unterbrochen gewesen“, sagt Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt dem reisereporter.

Daher machten sich zwei Kampfjets der italienischen Luftwaffe auf den Weg in Richtung der Boeing 737-800.

Funkkontakt abgebrochen: Kampfjets fliegen zur Tuifly-Maschine

Die Eurofighter waren von der Nato beauftragt worden, das Flugzeug abzufangen und zu identifizieren, das teilte die italienische Luftwaffe Aeronautica Militare mit. 

Die Tuifly-Crew konnte den Funktontakt zwar schnell wiederherstellen, doch die Kampfjets wurden trotzdem nicht abgezogen und begleiteten die Maschine ein Stück. Sie nutzten die Gelegenheit, um das Manöver zu üben.

Die Passagiere haben das Manöver aber wohl gar nicht mitbekommen, so Dünhaupt. „Da die Maschinen weit hinter und unter der Boeing geblieben sind, waren diese für Passagiere und Crew nicht zu sehen.“

Bei Tuifly sei es das erste Mal seit einigen Jahren gewesen, dass ein solches Manöver auf einem Flug durchgeführt wurde.

Wann rückt die Luftwaffe zu Flugzeugen aus?

Das Abfangen von Passagiermaschinen ist aber ein Routinevorgang – nicht nur bei Flugzeugentführungen, Bombendrohungen und wenn der Transponder an Bord ausgeschaltet oder manipuliert wurde, sondern auch beim Abbruch des Funkkontakts. Das berichtet „Aerotelegraph“.

Seit dem 11. September 2001 hat sich ein neues Bedrohungsszenario eröffnet: Terroristen könnten Passagiermaschinen entführen und als Waffe nutzen. Daher reagieren Behörden inzwischen sehr sensibel, wenn der Funkkontakt zu Flugzeugen abbricht.