Mit einem besseren Gefühl in den Urlaub fliegen, dazu will Tui künftig verhelfen. In Sachen Nachhaltigkeit buhlt die Reisegesellschaft derzeit um die Gunst der nordischen Touristen und kündigt an, ab dem 1. Mai deren CO2-Ausstoß durch Flüge und Hotelaufenthalte zu kompensieren.

Wer in Norwegen, Schweden, Dänemark oder Finnland wohnt und künftig einen der 2.000 Tuifly-Flüge oder eines der 200 Tui-eigenen Hotels bucht, reist ab Mai automatisch klimaneutral. Bis 2030 möchte der nordische Ableger des Reisekonzerns komplett klimaneutral unterwegs sein, kündigt der nordische Tui-Chef Alexander Huber an. 

Tui will Klimaschäden minimieren

Höhere Preise soll das für die nordischen Kunden nicht zur Folge haben, teilt das Unternehmen mit. „Seit Jahren arbeiten wir daran, unsere Klimaschäden zu minimieren, und das ist nun der nächste Schritt“, sagt Huber. Der CO2-Ausstoß durch die Flugzeuge und Hotels werde andernorts kompensiert, wo es einfacher sei. 

Andernorts heißt in diesem Fall: in Ländern Asiens. Denn als Partner hat sich Tui die Organisation South Pole 1 zur Seite genommen. Sie verwirklicht nachhaltige Energieprojekte etwa durch Sonnen-, Wind- oder Biogas-Anlagen in Indien, Thailand und Vietnam

Deutsche Tui-Urlauber müssen selbst klimakompensieren

Wie viel Geld Tui dieses Vorhaben kostet, teilt der Konzern nicht mit. „Reisen ist fantastisch. Man erlebt neue Orte und Kulturen, gleichzeitig entstehen viele Arbeitsplätze und Infrastruktur“, sagt Huber, „unsere Kunden sollen ihre Ferien weiterhin genießen, deshalb müssen wir an intelligenteren Arten des Reisens arbeiten.“ 

Die Skandinavier stehen Flugreisen aufgrund der Umweltverschmutzung kritisch gegenüber. In Schweden, der Heimat von „Fridays for Future“-Initiatorin Greta Thunberg, prägte vor einiger Zeit der Begriff „Flygskam“ die Debatte, er bedeutet, sich für das Fliegen zu schämen. 

Für deutsche Urlauber ist das klimaneutrale Reisen noch Eigenverantwortung – und wird es auch erst einmal bleiben. „Wir haben eine gruppenweite Nachhaltigkeitsstrategie und fördern verschiedene Projekte, aber einzelne Märkte können dazu noch eigene Initiativen starten“, sagt Bernd Hoffmann, bei der Tui AG für internationale Märkte zuständig, dem reisereporter.