Oslo-Touristin weint – weil „Der Schrei“ von Munch nicht zu sehen ist

Oslo-Touristin weint – weil „Der Schrei“ nicht zu sehen ist

In Oslo ist derzeit keine Version von Edvard Munchs berühmtem Werk „Der Schrei“ zu sehen. Viele Touristen sind enttäuscht und sauer. Eine Italienerin nahm das allerdings so mit, dass sie in Tränen ausbrach. 

„Der Schrei“ ist das bekannteste Werk des norwegischen Malers Edvard Munch.
„Der Schrei“ ist das bekannteste Werk des norwegischen Malers Edvard Munch.

Foto: imago/Xinhua

Wer Oslo besucht, will auch das wahrscheinlich berühmteste norwegische Gemälde sehen: „Der Schrei“ von Edvard Munch. Mehrere Versionen des Bildes gibt es, drei davon befinden sich sogar in Oslo. Doch eine von ihnen zu sehen ist trotzdem nicht so einfach – und im Moment sogar unmöglich. 

Als eine Touristin aus Italien erfuhr, dass derzeit keine Version von „Der Schrei“ an einer Osloer Ausstellungswand hängt, fing sie noch in der Touristeninformation an zu weinen. „Die allermeisten Besucher sind zwar enttäuscht, nehmen es aber mit Fassung auf“, sagt Oslos Tourismusverantwortliche Sonja Birch-Olsen der Zeitung „Dagbladet“. 

Kein „Der Schrei“ von Munch in Oslo zu sehen: Touristen wütend

Einige wären aber auch frustriert oder wütend. „Die Leute kommen nach Oslo und erwarten, das Kunstwerk zu sehen, wie sie auch erwarten, die ‚Mona Lisa‘ im Louvre in Paris zu sehen“, so Birch-Olsen weiter.

Viele hätten eine weite Anreise, kämen aus Japan, China oder den USA. „Und dann vermissen sie, worauf sie sich jahrelang gefreut haben“, sagt Gitte Skilbred vom Munch-Museum.

Die Nationalgalerie, die eines der Werke besitzt, ist seit Januar geschlossen, weil sie ein neues Gebäude bekommt. „Die Version von ‚Der Schrei‘, die die Nationalgalerie besitzt, wird dem Publikum vor 2020 nicht zugänglich sein“, schreibt das Museum auf seiner Website. Seit 1994 war „Der Schrei“ dort dauerhaft zu bestaunen. 

Dann gibt es da noch zwei Versionen von „Der Schrei“, die das Munch-Museum besitzt. Die erste befindet sich derzeit als Leihgabe in London. Seit Dienstag ist sie im British Museum zu sehen – zusammen mit vielen weiteren Munch-Werken aus der Sammlung, weshalb in Oslo derzeit ohnehin sehr wenig von Munch anzutreffen ist.

Lichtempfindliches Kunstwerk

Die zweite Ausgabe von 1910 hingegen macht ganz andere Probleme: Sie ist auf ungrundierte Pappe gemalt und verändert sich, sobald sie mit Licht in Berührung kommt – das man wiederum für eine Ausstellung braucht. Wird das Werk zu oft ausgestellt, verändert sich die Struktur – fatal für ein Kunstwerk. Deshalb ist es nicht permanent zu sehen. 

In der großen Abschieds-Ausstellung „Exit“ wird es ab dem 11. Mai noch einmal gezeigt. Doch ist die Ausstellung vorbei, müssen sich Oslo-Besucher wieder gedulden. Denn danach zieht auch das Munch-Museum um. 

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