Große Teile der Touristenstädte Sitia und Ierapetra standen unter Wasser, Erdrutsche zerstörten Gebäude: Sintflutartige Regenfälle haben am Montag im Osten der Urlaubsinsel Kreta schwere Schäden verursacht. Auch Hotels und Pensionen sind betroffen.

Kleine Bachläufe verwandelten sich zu reißenden Flüssen und wurden zur Todesfalle. Viele Nutztiere starben in den Fluten, wie der staatliche Rundfunk ERT berichtet. Der Gouverneur rief für die drei Gemeinden Ierapetra, Sitia und Phaistos den Notstand aus.

Touristenorte auf Kreta überflutet – Notstand ausgerufen

Die Feuerwehr musste insgesamt rund 30 Personen retten, im Dorf Oreino brach ein gesamtes Haus zusammen, berichtet „Greek Reporter“.

Es ist das dritte Mal seit Februar, dass die Insel Kreta von Unwettern heimgesucht wird. Die Urlaubsinsel ist teilweise nicht wiederzuerkennen. Gebäude sind zerstört, Felder samt der Nutzpflanzen wurden weggespült, Brücken stürzten ein. Am 25. Februar wurde beispielsweise die im Jahr 1908 erbaute Brücke über den Fluss Keritis von den Wassermassen mitgerissen.

Die starken Regenfälle haben im Winter in ganz Griechenland wiederholt Menschenleben gefordert und Schäden angerichtet.

Hochwasser: Was bedeutet das für Urlauber?

Ein Unwetter zählt im Reiserecht zu den außergewöhnlichen Umständen. Wer eine Pauschal­reise nach Kreta gebucht hat und vom Hoch­wasser betroffen ist, kann seinen Urlaub kostenlos stornieren, wenn die Reise dadurch konkret beinträchtigt ist.  

Andersherum können sich auch die Reiseveranstalter auf außergewöhnliche Umstände berufen und die Reise kündigen. „Bei einer Pauschalreise muss der Veranstalter dann den Preis zurückzahlen“, so Reiserechtsanwalt Paul Degott. 

Zudem haben Veranstalter gegenüber Pauschalurlaubern, die bereits vor Ort sind, eine Fürsorgepflicht. Bei konkreten Beeinträchtigungen und Gefahren müssen sie eine Evakuierung sowie die Rückreise organisieren. 

Für Individualreisende, die beispielsweise Flüge und Ferienwohnung getrennt gebucht haben, sieht die Rechtslage anders aus. Zwar gelten bei deutschen Anbietern ähnliche Kündigungsbedingungen wie bei Pauschalreisen, Ansprüche auf Erstattung oder Minderung des Preises betreffen aber nur den Mietpreis. Das Risiko für An- und Abreise trage der Reisende allein, so Degott.