Miriam B. aus dem Landkreis Hildesheim war seit dem 23. März allein als Backpackerin in Thailand unterwegs – zunächst lebte sie in der Stadt Pattaya, dann fuhr sie mit einem Boot nach Koh Sichang (auch: Ko Si Chang) vor der Ostküste des Landes. Um die Insel zu erkunden, mietete sie sich am Sonntag einen Roller.

Wenige Stunden später wurde ihre Leiche von einem Touristen, der zum Fotografieren unterwegs war, entdeckt. Das sagte ein Polizeisprecher gegenüber der „Bangkok Post“. Ihr Körper habe hinter Felsen gelegen und sei mit Laub bedeckt gewesen.

Deutsche Backpackerin auf Koh Sichang vergewaltigt und ermordet

Die Insel wurde daraufhin abgeriegelt, niemand durfte Koh Sichang verlassen. Ein 24-jähriger Verdächtiger wurde noch am Sonntagabend festgenommen. Er ist ein Inselbewohner und soll dort sein Geld mit Müllsammeln verdient haben.

Der Polizei teilte mit, er habe das Opfer auf dem Roller gesehen und angesprochen. Er habe die 26-Jährige nach Sex gefragt, sie habe ihn abgewiesen. 

Daraufhin soll er der Frau zu einem Pfad gefolgt sein, der zum Berg Phra Chulachomklao führt. Im Wald soll er die 26-Jährige vergewaltigt und dann mit Schlägen auf den Kopf getötet haben – aus Angst davor, dass sie den Vorfall anzeige. 

Der Mann wurde wegen Vergewaltigung und Mord angeklagt, er soll die Tat gestanden haben. Ferner soll er behauptet haben, unter Drogen gestanden zu haben.

Die 26-Jährige arbeitete nach Informationen der „Hildesheimer Allgemeinen Zeitung“ in der Hildesheimer Niederlassung eines international tätigen Autozulieferers, der auch in Thailand einen Standort hat. Sie soll beruflich in Thailand gewesen sein und den Aufenthalt mit einem Urlaub verknüpft haben.

Auswärtiges Amt: Kriminalität in Thailand nimmt zu

Das Auswärtige Amt macht darauf aufmerksam, dass Thailand zunehmende Kriminalität – darunter Diebstahl, Vergewaltigung, Raubüberfall, teilweise mit Todesfolge – verzeichnet. Das betreffe insbesondere Phuket, Koh Samui und Pattaya.

Auf Full Moon Partys auf der nördlich von Koh Samui gelegenen Insel (Koh) Pha Ngan sei es bereits mehrfach zu tödlichen Zwischenfällen gekommen. Dabei seien Mädchen und Frauen von betrunkenen oder unter Drogen stehenden Teilnehmern vergewaltigt worden.