Costa Nova: Insider-Tipps für Portugals Instagram-Dorf | reisereporter

Insider-Tipps für Portugals Instagram-Dorf Costa Nova

Das Fischerdorf Costa Nova in Portugal würde von Touristen kaum beachtet werden, gäbe es da nicht die umwerfende Kulisse: Direkt am Meer gelegen, sind die bunt gestreiften Fischerhäuschen ein kleiner Instagram-Hit.

Bunt gestreifte Häuser im Fischerdorf Costa Nova in Portugal.
Sand, Salz und Streifen: Dieser Mix macht Costa Nova so charmant.

Foto: Jasmin Kreulitsch

Ob Städte wie Lissabon und Porto, Inseln wie Madeira und die Azoren oder die Strände der Algarve: In Portugal gibt es viele bekannte Ecken, die du im Urlaub ansteuern kannst.

Eine Region wird aber meist vernachlässigt: Das Centro de Portugal ist quasi das mittlere Drittel des Landes und hat eine große Fläche im Landesinneren und einen kleineren Teil an der Küste, weshalb die Region vielleicht weniger bekannt ist als Portugals All-time-Favorites.

Dabei findest du genau hier eine der schönsten Instagram-Kulissen, die noch dazu eine spannende Geschichte erzählt: die der bunt gestreiften Fischerhäuschen an der Costa Nova. Eine Kurzgeschichte in sieben Kapiteln plus fünf Tipps für das Fischerdorf:

Kapitel 1: Die Geschichte von Costa Nova beginnt im achten Jahrhundert

Was heute wie ein Instagram-Wunder wirkt, war einst eine praktikable Lösung: Im achten Jahrhundert ließen sich die ersten Fischer an der Costa Nova nieder, da sie vermuteten, dass der Zugang zum Meer hier weniger gefährlich sei. Also fingen sie an, einfache Strohscheunen zu bauen – der erste Schritt in Richtung Fischerhäuschen von heute.

Kapitel 2: Der Name Costa Nova kam erst später

Anfangs gaben die Fischer ihrer neuen Basis keinen Namen. Erst im 19. Jahrhundert dachte man darüber nach und entschied sich für Costa Nova.

Auch hier war die Wahl eher praktisch als romantisch. Um den Küstenabschnitt von dem älteren am Strand São Jacinto, der sogenannten Costa Velha, zu unterscheiden, entschied man sich für Costa Nova – so gab es von da an also die alte und die neue Küste.

Kapitel 3: Der Boden war schuld an den Holzhäuschen

Als die Fischer ihre Scheunen bauten, merkten sie, dass der Boden wegen der Küstennähe und des Sandes zu weich war. Deshalb benutzten sie Stege, die in den Sand gerammt wurden. Außen wurden horizontal lange Holzscheite angebracht. Diese Pfahlbauten wurden als Palheiros bezeichnet. 

Kapitel 4: Die Streifen sollten nicht schön, sondern praktisch sein

Die Idee, die langen Holzscheite außen in bunten Farben zu streichen, kam den Fischern nicht, weil es hübsch aussah. Im Gegenteil: Weil die Farben des Sandes und der Küste ihrer Meinung nach ineinander verliefen, entschieden sie sich, die Häuser in leuchtenden Farben zu streichen, damit man sie vom Wasser aus besser sehen konnte.

Dicht an dicht reihen sich die Häuschen im Fischerdorf Costa Nova, Portugal.
Dicht an dicht reihen sich die Häuschen an der „neuen Küste“. Foto: Jasmin Kreulitsch

Kapitel 5: Der Tourismus erreicht die Costa Nova

Im Laufe des 19. Jahrhundert nutzte man das Meer nicht nur zum Fischen, sondern erstmals auch zum Baden. Das galt nun als salonfähig und vor allem gesund, da Ärzte den hohen Jodgehalt im Wassers als heilend einstuften. Die ersten Touristen kamen an die Costa Nova – und vertrieben im Laufe der Jahre immer mehr Fischer, denen der Trubel zu viel war.

Kapitel 6: Aus Scheunen werden Häuschen

Es gab aber auch Fischer, die sich den Trend zunutze machten: Im Verlaufe der Zeit begannen einige, ihre Strohscheunen in bewohnbare Unterkünfte zu verwandeln.

Aus einfachen Lagerhäuschen wurden hübsche Ferienhäuser und aus dem ruhigen Fischerdörfchen von einst ein beliebtes Badeurlaubsziel.

Zwischen Palmen und Strandhäusern kannst du in Costa Nova (Portugal) herrlich die Zeit verbummeln.
Zwischen Palmen und Strandhäusern kannst du in Costa Nova herrlich die Zeit verbummeln. Foto: Jasmin Kreulitsch

Kapitel 7: Die Kulisse von heute

Manche der Häuschen wurden sogar abgebaut und anderswo neu aufgestellt, bei anderen wurde die Höhe des Stegs so weit reduziert, dass die Häuser direkt auf dem Boden standen.

Fischer tummeln sich heute nicht mehr auf dem Küstenweg, dafür reiht sich ein gestreiftes Häuschen an das nächste – gemeinsam bilden sie somit die bunte Instagram-Kulisse, die die Costa Nova heute so berühmt macht.

5 Top-Tipps:

1. Früh aufstehen:
Die Costa Nova ist zwar noch nicht von Overtourism befallen, tagsüber sind aber genug Touristen unterwegs. Willst du die bunten Häuschen ohne Menschen fotografieren, solltest du also bei Sonnenaufgang da sein.

2. Respekt haben:
Beim Fotografieren sollte klar sein: Abstand halten beziehungsweise genau schauen, ob das Häuschen, vor dem du posieren willst, gerade bewohnt ist. Falls ja, sollte die Veranda tabu für dich sein! Im Zweifelsfall gilt: fragen!

3. Mercado do Peixe:
Am Ende der Costa Nova do Prado ist der lokale Fischmarkt. Auf dem Mercado do Peixe ist jeder einzelne Fischstand liebevoll und appetitlich dekoriert. Lust auf Seafood? Dann nur zu: Du kannst dir eine der unzähligen Fisch- oder Meeresfrüchtearten aussuchen und vor Ort zubereiten lassen!

Fischmarkt Mercado do Peixe in Costa Nova, Portugal.
Bock auf Meeresfrüchte und Fisch? Dann ist der Mercado do Peixe dein Eldorado. Foto: Jasmin Kreulitsch

Adresse: Rua José Estêvão | Öffnungszeiten: Im Sommer (15. Juni bis 15. November) Dienstag bis Sonntag von 8 Uhr bis 19 Uhr. Im Frühjahr und Winter nur bis mittags.

4. Bronze Seafood & Lounge Bar
Alles, was hier auf die Teller kommt, könnte direkt auf Instagram landen, so foodpornmäßig werden die Gerichte im Bronze serviert. Und schmecken tut es auch großartig! Da das Restaurant am Strand liegt, kannst du die angefutterten Kalorien nach dem Essen bei einem Strandspaziergang abarbeiten.

Frisch und köstlich: In der Bronze Seafood & Lounge Bar kommen Foodies in Costa Nova auf ihre Kosten.
Frisch und köstlich: In der Bronze Seafood & Lounge Bar kommen Foodies auf ihre Kosten. Foto: Jasmin Kreulitsch

Adresse: Rua da Nossa Sra. da Encarnação 10 | Öffnungszeiten: täglich von 9.30 Uhr bis 24 Uhr

5. Aveiro
Es ist von Costa Nova nur ein Katzensprung in das „Venedig von Portugal“: Die Stadt Aveiro liegt nur elf Kilometer entfernt und ist berühmt für ihre Kanäle, ihre Jugendstilarchitektur und die bunten Moliceiros-Boote. Die Buslinie 5191 verkehrt regelmäßig zwischen der Küste und Aveiro.

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