Die neu eingeführte Todesstrafe für Homosexuelle in Brunei ist schrecklich, aber irgendwie auch ziemlich weit weg? Falsch gedacht: Hassanal Bolkiah, dem Sultan des Kleinstaates in Südostasien, gehören zahlreiche Hotels in Europa und den USA. 

Zahlreiche Promis rufen deshalb dazu auf, die Unterkünfte zu boykottieren, und posten eine Liste mit acht Luxushotels, die der Scheich besitzt:

  • Hotel Bel-Air in Los Angeles (USA)
  • The Beverly Hills Hotel (USA)
  • The Dorchester in London (Großbritannien)
  • Coworth Park in Acot (Großbritannien)
  • Le Meurice in Paris (Frankreich)
  • Hôtel Plaza Athénée in Paris (Frankreich)
  • Hotel Eden in Rom (Italien)
  • Hotel Principe Di Savoia in Mailand (Italien)

Sultan von Brunei besitzt mehrere Luxushotels in Europa und den USA

Den Start machte Hollywood-Schauspieler George Clooney, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Wollen wir wirklich dabei helfen, diese Menschenrechtsverletzungen zu finanzieren?“, fragte er in einer Kolumne auf der Webseite „Deadline“. Auch Sängerin Lena Meyer-Landrut hat den Boykott-Aufruf in ihrer Instagram-Story geteilt.

Zahlreiche weitere Stars, darunter Sänger Elton John, schließen sich dem Aufruf an. US-Talkshow-Moderatorin Ellen DeGeneres, die seit 2008 mit der Schauspielerin Portia de Rossi verheiratet ist, unterstützt die Protestaktion. 

Beim diesjährigen „Gay Travel Index“ landete Brunei auf Platz 146 von 197 – vor Ländern wie Malaysia, Marokko oder der Dominikanischen Republik. Im kommenden Jahr dürfte der Staat aufgrund der neuen Gesetze aber einige Plätze absacken…

Das steckt hinter den strengen Scharia-Gesetzen in Brunei

Das neue Gesetz trat am vergangenen Mittwoch in Kraft. Darin steht auf Verbrechen wie Vergewaltigung, Unzucht, Ehebruch, Diebstal und Beleidigung oder Diffamierung des Propheten Mohammed als Höchstmaß die Todesstrafe. 

Bei Sex unter Schwulen sowie Analverkehr droht Steinigung, Diebe müssen bei Verurteilung fürchten, dass ihnen Gliedmaßen amputiert werden. Die „mittelalterlichen Bestrafungen“ werden international scharf verurteilt, etwa von Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International

Menschen, die dieser Vergehen beschuldigt werden, werden verurteilt, wenn sie gestehen oder wenn Zeugen anwesend waren. Bereits vor der Gesetzesänderung war Homosexualität in Brunei illegal und wurde mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft.