Reisen mit dem Flugzeug oder mit dem Kreuzfahrtschiff belasten das Klimakonto. Schon jetzt gibt es etliche Orte, an denen die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren sind: Wie der Glacier-Bay-Nationalpark in Alaska, dessen Gletscher nach und nach verschwinden.

So viele Kreuzfahrtschiffe dürfen in den Glacier-Bay-Nationalpark

Aus diesem Grund wird hier die Einfahrt von Kreuzfahrtschiffen besonders streng reglementiert. So dürfen in der Hochsaison von Juni bis August nicht mehr als 153 Kreuzfahrtschiffe in die Gletscher-Bucht fahren. Bedeutet: Pro Tag sind maximal zwei Kreuzer erlaubt.

Trotz der Reglementierung ergab das im Jahr 2017 mehr als 331.200 Kreuzfahrtpassagiere im Glacier-Bay-Nationalpark – miteinberechnet auch jene, die mit kleinen Booten einfuhren.

Die „MV Norwegian Pearl“ auf dem Weg zum Margerie-Gletscher in der Glacier Bay.
Die „MV Norwegian Pearl“ von Norwegian Cruise Line gehörte bisher zu den Schiffen, die mit einer Lizenz in den Glacier-Bay-Nationalpark fahren durften. Foto: imago/Danita Delimont

Um die Gletscher-Landschaft des Nationalparks zu schützen, wird nur ausgewählten Reedereien die Zufahrt gewährt, geregelt über rechtlich verbindliche Lizenzen des National Park Services (NPS).

Auch in diesem Jahr hat die Behörde, die Naturschutzgebiete und Nationalparks in den USA verwaltet, die stark limitierten Genehmigungen an sieben Reedereien vergeben.

Kreuzfahrt zur Glacier Bay in Alaska: Diese Reedereien dürfen reinfahren

Wer sich alles um die heiß begehrten Lizenzen beworben hat, ist nicht bekannt. Die Entscheidung der NPS fiel jedoch auf Royal Caribbean International, Norwegian Cruise Line, Princess Cruises, Cunard Line, Seabourn, Viking Ocean Cruises und Holland America Line.

Damit haben die Reedereien mit jeweils eigenen Kontingenten eine Zehn-Jahre-Erlaubnis erhalten, gültig ab Oktober 2019. 

Passagiere an Deck eines Schiffes von Princess Cruises schauen auf den Margerie-Gletscher im Glacier-Bay-Nationalpark.
Kreuzfahrt-Passagiere von Princess Cruises dürfen auch in den kommenden zehn Jahren in die Glacier Bay fahren. Foto: imago/Design Pics

Priorität bei der Lizenz-Vergabe des Expertengremiums hat der Umwelt- und Naturschutzaspekt. In der Kreuzfahrt-Branche wird diesbezüglich aufgerüstet: Reedereien wie Hurtigruten wollen beweisen, dass mit Hybrid-Motoren auch nachhaltige Schiffsreisen möglich sind. 

Holland America Line und Princess Cruises bekommen zusätzliche Einfahrten

Holland America Line (39 Einfahrten pro Jahr) und Princess Cruises (32 Einfahrten pro Jahr) hatten bereits feste Kontingente, mit der diesjährigen Vergabe haben sie zusätzliche Slots erhalten, berichtet „Cruisetricks“. 

Der 34 Kilometer lange Margerie-Gletscher gehört zur Route von Holland America Line.
Holland America Line bietet Kreuzfahrten rund um den Globus an, nach Alaska fährt die Reederei seit fast 70 Jahren. Foto: imago/Design Pics

Der Grund: Beide haben die Reise zur Glacier Bay schon vor dem sogenannten „Alaska National Interest Lands Conservation Act“ angeboten, dieser reglementiert seit 1979 die Kreuzfahrt-Kontingente.

Nicht mehr in die Gletscher-Bucht werden Carnival Cruise Line, Crystal Cruises und die Luxus-Reederei Ponant fahren.

Passagiere dürfen mit diesen Reedereien auch an Land gehen

Passagieren der Mega-Kreuzfahrtschiffe wie bei Royal Caribbean und Norwegian Cruise Line ist übrigens der Landgang in der Glacier Bay untersagt.

Hingegen erlaubt wird er Gästen von Alaska Dream Cruises, American Cruise Lines, Un-Cruises Adventures und Lindblad Expeditions. Auch für ihre kleineren Kreuzfahrtschiffe wurden für fünf (statt zehn) Jahre Lizenzen vergeben. 

Der Gebirgszug Fairweather Range in der Glacier Bay.
Mit oder ohne Schnee: Das Panorama der Gebirgszüge in der Glacier Bay ist atemberaubend. Foto: imago/robertharding

Ob Landgang oder nicht: Der Nationalpark generiert über die Lizenzen Einnahmen. So müssen die Reedereien ab Herbst 2019 pro Passagier 8,28 Dollar statt der vorherigen 5,00 Dollar abgeben.

Die Lizenz-Gebühren und Eintrittsgelder, die im Jahr 2017 5,5 Millionen Dollar in die Kasse spülten, werden in Forschung und Instandhaltung des Naturschutzgebietes investiert.

Glacier-Bay-Nationalpark ist ein Highlight in Alaska

Mehr als 50 benannte Gletscher gibt es im Glacier-Bay-Nationalpark im Süden Alaskas, sieben davon werden von Fjorden durchzogen und bilden die namensgebende und typische Gletscher-Bucht. Über den Park erstrecken sich Bergketten. Der höchste Punkt, und bei Alaska-Kreuzfahrten ein beliebtes Ziel, ist der 4.663 Meter hohe Mount Fairweather, der allerdings jenseits der Parkgrenze liegt.  

Nicht nur wegen des Panomaras kommen die Touristen: Unter anderem Wölfe und Braunbären sowie Meeresbewohner wie Killer- und Buckelwale leben in dem geschützten Unesco-Weltnaturerbe.