Zu viele Touristen: Popcorn-Strand auf Fuerteventura ist in Gefahr

Fuerteventura: Der Popcorn-Strand ist in Gefahr

Der Popcorn-Strand auf Fuerteventura ist zum Instagram-Hit geworden. Doch die Berühmtheit hat Schattenseiten: Touristen lassen gern mal Körner mitgehen – und bringen damit alle Strände der Insel in Gefahr.

Lieber nicht reinbeißen – sieht zwar aus wie Popcorn, ist es aber nicht.
Lieber nicht reinbeißen – sieht zwar aus wie Popcorn, ist es aber nicht. (Symbolfoto)

Foto: instagram.com/la_settembre (Screenshot)

Kann ich das essen? Ist das etwa Popcorn? Es sieht so aus, als wäre an diesem Strand auf Fuerteventura eine riesige Popcornmaschine exploriert und hätte die gepufften Körner überall verteilt. Der Strand trägt daher auch die Spitznamen „Popcorn Bay“ und „Popcorn Beach“.

Doch was aussieht wie gepuffter Mais, sind in Wahrheit weiße, kalkhaltige, versteinerte Algen. Die werden im Norden der Kanareninsel ans Ufer gespült und vermischen sich dort mit Sand und Vulkangestein.

Fuerteventura hat einen Popcorn-Strand

Früher war der Strand, der einige Kilometer vom touristisch geprägten Ort Corralejo entfernt liegt und nur über einen Feldweg erreichbar ist, höchstens Surfern bekannt. Doch seit dem Jahr 2015 tauchten auf Instagram unter dem Hashtag „#popcornbeach“ immer mehr Fotos auf – und der Strand wurde zunehmend beliebter bei Urlaubern.

Touristen nehmen Popcorn-ähnliche Körner vom Strand mit

Die neue Beliebtheit bringt den Strand in Gefahr. Touristen schleppen die besonders geformten Algen teils eimerweise vom Strand. Pro Monat werden etwa zehn Kilogramm gestohlen. „Sie tragen sie in Eimern weg“, so der Bürgermeister von La Olivia, Isaí Blanco, gegenüber der spanischen Zeitung „El País“. 

Die Algen mitzunehmen sei verboten, sagt Esther Martín, Kuratorin des Naturmuseums von Teneriffa. Zwar sei der Strand nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen, doch „das Küstengesetz erlaubt es trotzdem nicht, die Rhodolithen mitzunehmen“. Wer es trotzdem macht, riskiert Strafen.

Die Situation an der Playa del Hierro ist so dramatisch, dass der Stadtrat eine Kampagne gestartet hat. Diese warnt Urlauber, dass sie mit ihrer Jagd nach besonderen Urlaubssouvenirs für Zerstörung sorgen.

Sie bringen nicht nur den Popcorn-Strand in Gefahr, sondern auch andere Orte auf der Kanareninsel. Denn die versteinerten Algen tragen zur Bildung von Sandstränden bei.

Auf Warnschildern steht etwa „Ich bin verletzbar, lass mich hier!“. Zudem arbeitet der Stadtrat mit Bildungszentren der Gemeinde und Reiseveranstaltern zusammen, um mehr für das Thema zu sensibilisieren. 

Das betrifft nicht nur Urlauber: Umweltschützer Jaime Coello sagte, dass auch an vielen Häusern auf Fuerteventura Rhodolithe als dekoratives Elemente zu sehen seien, eines der Hotels in der Gemeinde stelle sogar Vasen voll davon aus. „Es braucht mehr Aufmerksamkeit und Sanktionen“, fordert Coello.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren
Zur
Startseite