Santorin: Kreuzfahrt-Touristen sollen nicht mehr auf Eseln reiten

Santorin: Kreuzfahrt-Touristen sollen keine Esel reiten

Sie sind oftmals völlig ausgemergelt, haben Rückenleiden und Schürfwunden: Die Esel von Santorin müssen buchstäblich die Besucherlast auf der Kykladen-Insel tragen. Eine neue Kampagne soll das ändern.

Ein Esel läuft die Stufen eines Hügels auf Santorin in Griechenland hinauf.
Urlauber sollen genau nachdenken, bevor sie in den Sattel steigen und sich von den Eseln über Santorin tragen lassen.

Foto: imago/Aurora Photos/Tim Martin

600 gewundene Stufen führen vom Hafen zur Inselhauptstadt Fira. Stell dir vor, du müsstest diesen Weg mehrmals am Tag zurücklegen – in sengender Hitze, ohne kühlenden Schatten und mit Dutzenden Kilogramm Gewicht auf den Schultern. 

Keine schöne Vorstellung, oder? So ergeht es vielen der rund 4.000 Esel auf Santorin – jeden Tag. Zwar können Urlauber mit einer Seilbahn die 400 Höhenmeter überwinden.

Santorin kämpft für das Wohl der Esel – und gegen Overtourism

Seit Kreuzfahrtschiffe aber bis zu 17.000 Urlauber täglich nach Santorin bringen, schnellt die Nachfrage nach dem Eselreiten wieder in die Höhe.

Tierschützer hatten bereits im vergangenen Sommer bessere Arbeitsumstände für die Esel gefordert. Und tatsächlich hat die griechische Regierung wenig später ein Maximalgewicht fürs Eselreiten festgelegt.

Menschen, die mehr als 100 Kilogramm oder ein Fünftel des Gewichts der Esel wiegen, dürfen nicht mehr in den Sattel.

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Santorins Bürgermeister Nikos Zorzos will nun gezielt Kreuzfahrt-Touristen für das Thema sensibilisieren. Egal, wie schwer die Urlauber sind: Alle sollten genau überlegen, ob sie wirklich auf einen Esel steigen wollen. Dafür arbeitet der Bürgermeister mit Tierschützern und der Kreuzfahrt-Industrie zusammen. 

„Die Esel und Maultiere sind Teil unserer Tradition. Besonders junge Besitzer haben verstanden, dass wir uns um sie kümmern müssen.“

Doch die Arbeit für das Wohl der Esel geht weiter: Die Stadt will ankommende Touristen mit Broschüren über die Auswirkungen auf die Tiere informieren. „Der Kreuzfahrtverband will seinerseits ein Bewusstsein für das Problem schaffen.“

Kreuzfahrt: Zahl der Touristen auf Santorin eingeschränkt

Und nicht nur das: Die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere wird strenger begrenzt. Künftig sollen maximal 8.000 Menschen verteilt über den ganzen Tag an Land gehen dürfen. „Overtourism ist ein Problem“, erklärte der Bürgermeister dem britischen „Guardian“. Eine solche Regelung für Kreuzfahrtschiffe hat Dubrovnik in Kroatien bereits eingeführt.

„Wir haben bereits konkrete Maßnahmen ergriffen, um das Wohl der Esel zu verbessern, und mit dieser Kampagne und der Reduzierung der Kreuzfahrtpassagiere fühle ich mich langsam optimistisch.“

Wann genau die Kampagne „In Their Hooves“ (übersetzt in etwa: in ihrer Haut/in ihren Hufen) anlaufen soll, gab der Bürgermeister der Kykladen-Insel noch nicht bekannt. 

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