Roadtrip mit Freunden: Wichtige Tipps für die Reise | reisereporter.de

So überlebst du den Roadtrip auf engem Raum mit Freunden

Felix, Tim und Ina machen einen Roadtrip durch alle Länder der EU – und wohnen zu dritt auf acht Quadratmetern im Sprinter. Dem reisereporter verraten sie ihre Überlebenstipps für das Leben auf so engem Raum.

Tim Noetzel
Auf so engem Raum zu wohnen ist für die Freundschaft eine Herausforderung.
Auf so engem Raum zu wohnen ist für die Freundschaft eine Herausforderung.

Foto: Driving Europe

Ein Jahr lang haben Ina, Felix und ich zwar bereits gemeinsam in unserer WG gewohnt, jedoch hatten wir da noch 104 Quadratmeter zur Verfügung und konnten uns bei Bedarf auch mal aus dem Weg gehen. Und dann standen wir im September 2018 vor unserem neuen Zuhause. Es ist etwa sieben Meter lang, zwei Meter breit und drei Meter hoch.

Auf acht Quadratmetern Wohnraum befinden sich zwei Betten, eine Küche und Stauraum für unseren minimierten Haushalt. An der Wand hängt eine große Karte von Europa. In den folgenden neun Monaten werden wir alle 28 Länder der EU bereisen.

Keiner von uns wusste, wie oder ob es überhaupt funktionieren würde. Doch es gab kein Zurück mehr.

Fast forward. Sieben Monate und 20 Länder später sind wir gerade in Polen und reisen immer noch gemeinsam durch Europa. Bei all den großartigen Erlebnissen, unvergesslichen Bekanntschaften und den atemberaubenden Landschaften gab es auch einige Momente, in denen diese acht Quadratmeter ganz schön eng geworden sind und ich am liebsten einfach mal allein gewesen wäre.

Doch trotz unzähliger Krisengespräche und Differenzen, die wir über die Monate hatten, sind wir uns so nah wie nie zuvor und blicken mit Freude auf die verbleibenden Wochen unserer Reise.

Egal, wie gut du mit jemandem befreundet bist, ihr werdet auf so einem Roadtrip Konflikte haben. Dich werden Dinge an der Person nerven, die dir vorher noch nicht einmal aufgefallen sind. Damit du und dein(e) Roadtrip-Partner trotzdem eine unvergesslich gute Zeit haben, möchten wir jetzt fünf Tipps mit dir teilen, wie ihr eure Reise auf engem Raum zusammen überlebt.

1. Gemeinsame Routine

Mit so wenig Platz ist es nicht mehr möglich, dass jeder alles macht, wie und vor allem wann es einem gerade so passt. Schnell lernten wir, dass sich unsere Tagesabläufe angleichen müssen.

Tipp: Besprecht, wer welche Bedürfnisse hat. Wann wollt ihr ungefähr schlafen? Wie lange? Wann wollt ihr wie viel essen? Eher unbedeutend scheinende Differenzen können sich als belastend erweisen, wenn ihr keine Kompromisse findet.

2. Kompromissbereitschaft (ohne eigene Bedürfnisse zu sehr hintanzustellen)

Damit wären wir auch direkt beim nächsten Punkt. Sobald du nicht mehr allein unterwegs bist, musst du Kompromisse eingehen. Du würdest heute lieber den Tag am Meer verbringen? Dein Reisepartner möchte aber lieber durch die nahe liegende Stadt schlendern?

Überlegt euch, wie ihr beide Bedürfnisse vereinen könnt. Macht heute das eine und morgen das andere, beides einen halben Tag oder aber macht einfach beide mal euer eigenes Ding.

Seid kompromissbereit, aber nur bis zu einem bestimmtem Ausmaß. Nehmt Rücksicht aufeinander, aber verbiegt euch nicht, nur um einem Konflikt aus dem Weg zu gehen.

3. Offene Kommunikation

Nichts ist wichtiger, als offen und superehrlich miteinander zu reden. Scheut nicht den Konflikt. Am Ende werdet ihr nur davon profitieren. Wenn dich etwas stört, dann sprich es am besten direkt in dem Moment an.

Obwohl uns dreien das auch bewusst ist, staut sich manchmal doch etwas auf. Was uns immer wieder super geholfen hat, war, einmal im Monat das gemeinsame Miteinander nach dem Abendessen in einer Feedbackrunde zu reflektieren.

Das schafft einen Rahmen, um einfach mal darüber nachzudenken, was einen denn gerade so stört und das dann direkt mit den Mitreisenden zu teilen. Mir wurde zum Beispiel gefeedbackt, dass ich wohl zu oft im Weg stehe oder meine Sachen nicht wegräume. Das sind eher kleine Beispiele, aber auch eine Fliege nervt den Elefanten irgendwann.

4. Hausregeln, Verteilung von Aufgaben

Ein häufiger Streitpunkt beim Zusammenleben sind immer wieder die bösen Pflichten. Müll rausbringen, putzen, abwaschen und, und, und. Das ist auf einem Roadtrip nicht anders. Nur kommen dann noch weitere Sachen dazu, wie zum Beispiel den Wassertank leeren oder abends das Bett umbauen. Wechselt euch mit den Aufgaben ab oder schafft klare Verteilungen, wenn ihr merkt, dass das nötig wird.

5. Hobbys

Selbst wenn die Zeit zusammen supergut klappt und ihr einen oder mehrere der oben genannten Tipps in euren Roadtrip-Alltag eingebaut habt, hat man doch ab und zu auch mal Lust, etwas allein zu machen und Zeit für sich selbst zu genießen.

Hier unser Tipp: Sucht euch Hobbys. Solche, denen ihr auch auf Reisen nachgehen könnt. Oder probiert einfach mal was Neues aus. Ich gehe zum Beispiel gern in der Natur schwimmen, mache mal Yoga oder gehe Bouldern, wenn wir in einer Stadt sind.

Einfach mal abhängen: In der Hängematte hat man auch mal ein bisschen Ruhe.
Einfach mal abhängen: In der Hängematte hat man auch mal ein bisschen Ruhe. Foto: Driving Europe

Extra-Tipp Musik: Gemeinsame Playlist

Hier noch ein Extra-Tipp für die Musikbegeisterten unter euch. Auf einem Roadtrip braucht man natürlich auch gute Musik. Was genau aber gute Musik ist, definiert jeder anders. Auch hier sollten Kompromisse eingegangen werden.

Erstellt einfach eine gemeinsame Playlist, zu der jeder Titel hinzufügen kann. So habt ihr einen spannenden Musikmix und könnt euch bester Musik beim Fahren in den Sonnenuntergang erfreuen.

Der reisereporter hat die ultimative Roadtrip-Playlist erstellt, von der könnt ihr euch inspirieren lassen.

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