Amerika-Roadtrip: 1.000 Tage im VW-Bus durch Lateinamerika

Wahnsinns-Reise: 1.000 Tage im Bulli durch Lateinamerika

Gabriella Hummel und Sandro Alvarez kauften sich 2015 einen alten VW T3. Ein Jahr später verschifften sie ihren Bulli namens „Luz“ nach Seattle in die USA und begannen die Reise, die alles veränderte.

Gabriella und Sandor mit ihrem Van in der Salzwüste Uyuni in Bolivien.
Sandro und Gabriella mit ihrem Van in der Salzwüste bei Uyuni, Bolivien.

Foto: Vanabundos

Gabriella und Sandro sind die „Vanabundos“. Der Name ist Programm: Sie fuhren innerhalb der vergangenen zweieinhalb Jahre von Nord- nach Südamerika und lebten dabei fast ausschließlich in ihrem Campervan.

Mittelamerika im Campingbus – ist das nicht viel zu gefährlich? Wie finanziert man so eine Reise? Was kommt danach? Der reisereporter hat kurz vor ihrer Rückkehr nach Europa mit den beiden gesprochen.

Von Seattle nach Patagonien – im Bulli

Ursprünglich hatten Gabriella und Sandro nur den Plan, ein paar Monate zu verreisen. Das Ziel? Von Seattle nach Ushuaia im Süden Argentiniens. Und wie? Das stand anfangs noch gar nicht fest. Erst, nachdem sie sich auf Bali für drei Wochen einen Van gemietet hatten, beschlossen sie: „Vanlife“, das soll es sein!

Also wurde gespart, ein Bulli gekauft und schon ein Jahr später fuhren sie in Seattle los, immer Richtung Süden. Ein Jahr „oder so“ sollte dieser Trip dauern, doch nach neun Monaten hatten die „Vanabundos“ es erst bis nach Mexiko geschafft.

Also wurde umgeplant, denn sie hatten sich an den Lebensstil gewöhnt – und schließlich war es noch ein weiter Weg bis nach Patagonien.

Das Leben „on the road“: flexibel und selbstständig

Weil die Ersparnisse irgendwann aufgebraucht waren, gründeten der Schweizer und die Liechtensteinerin mit argentinischen Wurzeln kurzerhand eine Content-Agentur namens „Büro Luz“ und machten sich damit von unterwegs selbstständig. Das ermöglichte ihnen weiterzufahren – egal wie lang.

„Flexibel zu sein ist für uns etwas Schönes und Grundlage für unseren Lebensstil“, verrät Sandro. Das schließe aber Planung nicht aus – ganz im Gegenteil. Vielmehr ermögliche ihnen eine gute Planung erst diese Flexibilität. Und so wurde plötzlich aus einer zeitlich begrenzten Reise ein neues Leben: flexibel und selbstständig, das Zuhause immer dabei.

Wir führen für unsere Verhältnisse ein total normales Leben. Es sieht nur etwas anders aus als vor der Reise.

Sandro Alvarez

Unnormal finden Sandro und Gabriella diesen Lebensstil allerdings nicht – sie haben schließlich auch einen Alltag, nur dass sie diesen eben individueller gestalten können und das allgemeine Interesse daran ziemlich groß ist. Über 30.000 Menschen verfolgen nämlich ihr Leben im Bulli allein auf Instagram.

Um deren Interesse gerecht zu werden, schrieben die „Vanabundos“ auch das E-Book „2 Jahre unterwegs – 100 Fragen & Antworten“, das auf Spendenbasis erhältlich ist.

„Wenn man das nur so via Instagram mitkriegt, kann man sich nur schwer vorstellen, wie unser Leben wirklich aussieht“, meint Sandro. Das Buch beantworte allerdings die wirklich wichtigen Fragen, zum Beispiel: Wo geht man aufs Klo?

1.000 Tage unterwegs – und dann?

Vor Kurzem haben die beiden nach zweieinhalb Jahren tatsächlich den südlichsten Punkt ihrer Reise erreicht: Tierra del Fuego – das Feuerland.

Ist jetzt Schluss? Noch lange nicht! Zwar geht es bald, nach genau 1.000 Tagen „on the road“, zurück Richtung Heimat, allerdings nur temporär.

Gabriella und Sandro können sich ein Leben außerhalb ihres Vans „Luz“ nicht mehr vorstellen.
Gabriella und Sandro können sich ein Leben außerhalb ihres Vans „Luz“ nicht mehr vorstellen. Foto: Vanabundos

Den Sommer möchten die beiden Weltenbummler in der Schweiz mit Freunden und Familie verbringen und dann einen Campingtrip durch Europa starten. Den VW-Bulli allerdings lassen die „Vanabundos“ in Uruguay zurück, wohin sie im nächsten Winter zurückkehren wollen, um ihren Reise-Alltag wiederaufzunehmen.

Das Wichtigste, das sie aus den vergangenen 1.000 Tagen mitnehmen, sei persönliche Weiterentwickelung, sagt Sandro: „Wir sind dankbar und glücklich, diese Reise mit all ihren Facetten erlebt zu haben. Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt und haben viele Ideen, wie wir unser Leben gemeinsam gestalten möchten.“

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