Keinen Sitzplatz mehr im Zug gefunden und die Fahrt im Stehen oder auf dem kalten Boden verbracht? Muss nicht mehr sein: Die Deutsche Bahn zeigt ab sofort die erwartete Auslastung der Züge an – und zwar schon während der Buchung über bahn.de oder die App.

Der neue Servie – eine Art digitale Ampel – wurde am 1. April gestartet. Bahnkunden können sich in der Fahrplanauskunft anhand vier unterschiedlicher Piktogramme orientieren. Die Farben Grau, Orange und Rot geben Auskunft darüber, wie viele Sitzplätze noch frei sind.

So zeigt die Deutsche Bahn die Auslastung der Züge an

Ein dunkelgraues Männchen bedeutet: Es wird eine geringe bis mittlere Auslastung erwartet. Bei zwei grauen Männchen wird eine hohe Auslastung erwartet, es wird aber wohl noch freie Sitzplätze geben. Sind die Männchen orange, ist die erwartete Auslastung sehr hoch, eine Sitzplatzreservierung ist daher empfohlen. Rot bedeutet: Es droht eine Überfüllung des Zuges, eine Ticketbuchung ist dann nicht mehr möglich.

So sehen die vier Piktogramme der Auslastungsanzeige aus.
So sehen die vier Piktogramme der Auslastungsanzeige aus. Foto: Deutsche Bahn

Kunden soll es dadurch ermöglicht werden, auf einen weniger nachgefragten Zug auszuweichen, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Künftig sollen die Auslastungssymbole auch im DB Navigator verfügbar sein.

Digitale Anzeige über Zugauslastung hat mehrere Haken

Der neue Service hilft aber nicht allen Reisenden – und kann sogar in die Irre führen. Denn er hat gleich drei Haken:

Erstens: Die Auslastungsanzeige funktioniert nur für Fernzüge. Bei Regionalzügen sowie Zügen ins Ausland gibt’s keine Infos für die Reisenden. 

Auch wenn die Auslastungsprognose nur auf eine Teilstrecke zutrifft, wird sie für die gesamte Fahrt übernommen.
Auch wenn die Auslastungsprognose nur auf eine Teilstrecke zutrifft, wird sie für die gesamte Fahrt übernommen. Foto: reiseauskunft.bahn.de (Screenshot)

Zweitens: Die digitale Anzeige beruht nicht auf Echtzeitdaten, sie ist lediglich eine Prognose. Als Datengrundlage dient die Auslastung dieses Zuges in der Vergangenheit sowie die Anzahl der Buchungen von Sparpreisen mit Zugbindung. Die tatsächliche Situation kann also von der Prognose abweichen. 

Drittens: Die Bahn unterscheidet in der Auslastungsprognose nicht zwischen einzelnen Streckenabschnitten. Eine Zugverbindung zwischen Berlin und Köln kann als „stark ausgelastet“ angezeigt werden, obwohl nur das Teilstück von Berlin bis Hannover betroffen ist.