Es soll das erste Vagina-Museum weltweit werden, und eröffnen will es die Britin Florence Schechter. In London will sie damit die vielfältige Museumslandschaft bereichern. Es fehlen ihr aber noch knapp 300.000 Pfund. Deswegen hat sie eine Crowdfunding-Kampagne gestartet.

Florence Schechter (r.), die Gründerin des Vagina-Museums mit ihrer Mitarbeiterin Jasmine Evans.
Florence Schechter (r.), die Gründerin des Vagina-Museums, mit ihrer Mitarbeiterin Jasmine Evans. Foto: Nicole Rixon

Zunächst war das Vagina-Museum ein Pop-up-Museum

Auf dem Edinburgh Festival Fringe hatte Schechter bereits 2017 eine kleine Ausstellung gezeigt. im Anschluss ist sie damit als Pop-up-Museum durch Großbritannien gereist. Nun wurden ihr Räume im Londoner Stadtteil Camden Market angeboten. Bis November muss sie das Geld zusammenhaben, um einziehen zu können.

„Ich weiß, dass es in Island ein Penis-Museum gibt“, sagte sie „Lonely Planet Travel News“. „Aber ich weiß von keinem Museum für Vaginas. Das finde ich unfair. Und es gibt nur einen Weg, das zu ändern: Ich muss es selbst machen.“

Florence Schechter (l.), die Gründerin des Vagina-Museums, mit ihrer Mitarbeiterin Jasmine Evans.
Florence Schechter (l.), die Gründerin des Vagina-Museums, mit ihrer Mitarbeiterin Jasmine Evans. Foto: Nicole Rixon

Sie hoffe, dass die Besucher lernen, dass Vaginas, Vulvas und die weibliche Anatomie nichts sind, wofür man sich schämen muss. „Sie sind unglaublich und machen wundervolle Sachen. Mein Hauptziel mit dem Museum ist es, diesen Teil des Körpers zu destigmatisieren.“

Tabus um die weibliche Sexualität brechen

Das Museum will Tabus brechen um die weibliche Sexualität. Es soll Ausstellungen geben, die sich mit vielen verschiedenen Themen beschäftigen: Von Anatomie über Gesellschschaft und Regelblutung bis hin zu Sex.

Laut einer Umfrage von Eve Appeal, einem Zentrum für die Erforschung gynokologischen Krebses, haben 65 Prozent der Bevölkerung im Alter zwischen 16 und 25 Jahren Probleme, die Worte Vagina und Vulva zu benutzen.

Mehr als einer von zehn Befragten zwischen 16 und 35 Jahren sagte, Schwierigkeiten zu haben, mit ihrem Hausarzt über gynokologische Gesundheitsprobleme zu reden.

Vagina-Museum will auch mit Medizinern zusammenarbeiten

In ihrem Museum möchte Florence Schechter neben Ausstellungen auch zahlreiche Veranstaltungen organisieren. Es soll ein vielfältiges Programm geben: Gespräche, Podiumsdiskussionen, Workshops, Kurse, Comedy-Abende.

Zudem möchte sie mit Medizinern auf dem Gebiet eng zusammenarbeiten. Dabei geht es ihr darum, Trans- und Intersex-Gemeinschaften zu unterstützen.