Am Donnerstag trafen sich Vertreter aus Politik und der Luftfahrtbranche zum zweiten Luftfahrtgipfel in Hamburg. Am Ende der Zusammenkunft herrschte aber eher Ernüchterung: Die beim ersten Luftfahrtgipfel im Oktober 2018 vereinbarten Maßnahmen seien zwar wirkungsvoll, würden aber nicht ausreichen.

Unter anderem haben alle Airlines zusammengenommen die Anzahl ihrer Reserve-Flugzeuge und -Crews verdoppelt, berichetet das Branchenmagazin „airliners.de“. Trotzdem werde die Situation am Himmel im kommenden Sommer nur „vielleicht etwas besser als letztes Jahr“, sagte Klaus-Dieter Scheurle, der Chef der Deutschen Flugsicherung (DFS).

Flug-Chaos 2019 erwartet: Es wird voll im deutschen Luftraum

Das Problem: Die Zahl der Flüge im deutschen Luftraum soll in diesem Jahr weiter steigen. Bereits 2018 lag die Zahl deutlich höher, als zuvor prognostiziert. Die Kapazitäten sind aber fast ausgeschöpft.

Condor-Chef Ralf Teckentrup sieht vor allem den Personalmangel bei der Flugsicherung sowie die Organisation der Sicherheitskontrollen als veranwortlich an. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sagte er: „Die Sicherheit an den Flughäfen ist eine Achillesferse.“ Prozesse, Organisation und Verantwortlichkeiten müssten deutlich nachgebessert werden. 

Und: Auch auf europäischer Ebene gebe es zu wenig Fluglotsen. Ein Problem, dass sich kurzfristig nicht lösen ließe – auch nicht in den kommenden Jahren. „Wir wollen ein gutes Mobilitätsangebot für die Bürger, und wir arbeiten intensiv daran“, sagte Verkehrsminister Scheuer nach dem Luftfahrtgipfel. „Doch in diesem Sommer können wir noch nicht alle glücklich machen.“