Da ist die Marketingabteilung von Air Asia aber mal so richtig ins Fettnäpfchen getreten: In großen, weißen Lettern prangt in Brisbane der Werbespruch „Gett off in Thailand“, was sinngemäß „Mach Urlaub in Thailand“ heißt.

Allerdings hatten die Verantwortlichen dabei nicht bedacht, dass der Spruch ziemlich doppeldeutig ist: Statt nach Thailand zu kommen, könnte der Slogan Urlauber auch dazu auffordern, in Thailand zu kommen.

Air Asia erntet Kritik für zweideutigen Werbespruch

Eigentlich wollte die malaysische Fluggesellschaft nur für den Direktflug von Brisbane nach Bangkok werben. Mit einem vermeintlich kreativen Spruch bedruckten sie Busse und Plakate, die im Flughafen aushingen – und erregten damit auch ordentlich Aufmerksamkeit.  

Ob Air Asia allerdings mehr Fluggäste gewinnen konnte, ist fraglich, denn im Netz wird die Kampagne heftig kritisiert. Der Vorwurf: Die Airline propagiere mit dem Spruch den Sextourismus in Thailand. Eine Userin schreibt: „Könnt ihr das glauben?“, und weist mit den Hashtags #sexhandel, #sextourismus und #sexuelleausbeutung auf ein ernsthaftes Problem im Reiseland hin.

Sextourismus in Thailand nach wie vor kontrovers

Melinda Tankard-Reist arbeitet für eine Organisation, die sich für Frauenrechte einsetzt. Als Expertin erläutert sie den traurigen Hintergrund der Sexismus-Debatte um Air Asia: „Bangkok ist ein Zentrum der sexuellen Ausbeutung von Frauen und Kindern geworden. 250.000 westliche männliche Sextouristen besuchen Thailand jedes Jahr.“

Das bekräftigen auch die Zahlen eines weltweit angelegten Berichts der Vereinten Nationen: Nach letztem Stand (2014) wurde darin die Zahl der Sexarbeiter(innen) in Thailand auf rund 123.530 Menschen geschätzt.

Air Asia entschuldigt sich für Werbespruch und stoppt Kampagne

Auch seitens der Politik hagelte es für die Airline scharfe Kritik. Die Stadträtin Brisbanes, Kara Cook, empfindet die Marketing-Nummer als „absolute Schande“ und nimmt eine Teilschuld auf sich, denn auch die Stadt sei mitverantwortlich und zuständig für die Werbung auf öffentlichen Flächen, stellte sie in einem Tweet klar. 

Inzwischen hat die Billig-Airline reagiert und die Kampagne gestoppt. Sie bitte um Entschuldigung und habe alle Partner dazu angewiesen, die Werbung überall so schnell wie möglich zu entfernen, heißt es in einem Statement gegenüber der „BBC“.