Die Billig-Airline Wow hat am Donnerstag das Aus verkündet. Damit wird kein Flieger der Isländer mehr abheben. Zunächst hieß es noch, man sei mit Gläubigern im Gespräch und erwarte eine Einigung. Doch das gelang anscheinend nicht. 

Wow Air war für günstige Flüge in die USA bekannt. In Deutschland hat die Airline die Flughäfen Berlin-Schönefeld, Frankfurt und Düsseldorf angeflogen. Typische Ziele waren Island und verschiedene Städte in Nordamerika (mit Zwischenstopp in Reykjavik), darunter New York, Washington, D.C., und Toronto.

Diese Möglichkeiten haben Passagiere der Pleite-Airline

Wow Air hat nach eigenen Angaben alle Passagiere über den Flug-Stopp per SMS oder E-Mail informiert. Das Unternehmen bittet darum, Flüge anderer Airlines zu checken, die eventuell vergünstigte Angebote machen können, sogenannte „Rescue Fares“.

In Berlin und Frankfurt bietet beispielsweise Icelandair vergünstigte Flugtickets für Wow-Air-Passagiere, informiert die isländische Transportbehörde.

Wow-Air-Kunden müssen selbst aktiv werden

Passagiere, die via Kreditkarte Flüge bezahlt haben, werden gebeten, ihre Bank zu kontaktieren, um den Betrag eventuell zurückbuchen zu lassen. Wer eine Reiserücktrittsversicherung hat, soll den entsprechenden Anbieter kontaktieren.

Und Urlauber, die eine Pauschalreise gebucht haben, sollen sich an ihren Anbieter wenden – in der EU haben Passagiere das Recht, auf einen anderen Flug umgebucht zu werden. 

Wow Air schon länger in Schwierigkeiten

Die finanziell angeschlagene Airline kündigt weitere Aktualisierungen auf ihrer Homepage an. Ob es doch noch Hoffnung gibt, bleibt zunächst ungewiss. Wow Air wurde 2012 von Skuli Mogensen gegründet. Bereits im selben Jahr übernahm sie den Konkurrenten Iceland Express.

Wow-Air-Gründer Skuli Mogensen
Da hatte er noch gut lachen: Wow-Air-Gründer Skuli Mogensen. Foto: Wow Air

2018 kündigte Icelandair an, alle Anteile der Airline zu übernehmen, das geschah jedoch nicht. Dafür beteiligte sich das Unternehmen Indigo Partners, es folgten Flottenreduktion und Personalabbau, doch anscheinend reichten die Maßnahmen nicht aus, um den Betrieb und ein Fortbestehen zu gewährleisten.