Die Boeing 777-300 ER setzte auf dem Weg von Mumbai nach Singapur ein Notfall-Signal ab. Der Verdacht: Eine Bombe könnte sich nach Informationen von Singapore Airlines an Bord befinden. Die Airline hatte die Bombendrohung von einem anonymen Anrufer erhalten.

Bis der Singapore-Airlines-Flug SQ423 um 7.45 Uhr (Ortszeit) am Changi Airport in Singapur landete, herrschte Ungewissheit an Bord: Waren die 263 Passagiere und 18 Crew-Mitglieder wirklich in Lebensgefahr?

Bombendrohung auf Singapur-Airlines-Flug SQ 423

Mitten in der Nacht sollen die Passagiere von der Durchsage des Piloten geweckt worden sein, erzählte einer der Passagiere der „South China Morning Post“. Andere Fluggäste hätten daraufhin Kampfjets in der Luft entdeckt und Fotos geschossen.

Die Kampfflugzeuge gehörten zur Luftwaffe von Singapur. Diese wurde über die Bombendrohung informiert und begleitete die Boeing sicher zum Zielflughafen. Noch immer war unklar, ob es sich bei der Bombendrohung nur um einen geschmacklosen Scherz handelte.

Die Luftwaffe informierte auf Facebook über den Einsatz:

In Singapur angekommen, durften die Passagiere das Flugzeug nicht sofort verlassen. An Bord herrschte eine extreme Anspannung: „Zehn bis 15 Minuten war absolute Stille, wir erhielten keine Informationen.“

Passagierin nach Landung in Singapur befragt

Erst nach 15 quälenden Minuten konnten die 263 Passagiere aufatmen: Es wurde keine Bombe an Bord gefunden. Die Türen öffneten sich, alle stiegen aus dem Flieger – bis auf eine Frau mit ihrem Kind. Diese wurde von der örtlichen Polizei, die am Dienstag gegen 6 Uhr morgens (Ortszeit) alarmiert worden war, festgehalten und befragt.

Ein Sprecher der Airline bestätigte die Bombendrohung, konnte aber wegen laufender Ermittlungen „keine weiteren Angaben machen“, berichtet die „Straits Times“. Die Polizei nehme jede Sicherheitsbedrohung ernst, auch die restlichen Fluggäste seien gründlich gecheckt worden.

Wegen der starken Verspätung verpassten 20 Passagiere am Changi Airport ihre Anschlussflüge.