„Viking Sky“: So erlebten Passagiere das Kreuzfahrt-Drama

„Viking Sky“: So erlebten Passagiere das Kreuzfahrt-Drama

Meterhohe Wellen, umherfliegende Gegenstände und Wasser im Schiff: Die vergangenen 26 Stunden waren für die 1.373 Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Viking Sky“ ein echtes Horrorerlebnis.

Zusammengekauert schlafen die Passagiere auf dem Boden des Kreuzfahrtschiffes.
Zusammengekauert schlafen die Passagiere auf dem Boden des Kreuzfahrtschiffes.

Foto: twitter.com/Alexus Sheppard

„Ich hatte Angst. Ich habe noch nie so etwas Unheimliches erlebt. Ich fing an zu beten ich bat um Sicherheit an Bord“, sagte Janet Jacob dem Fernsehsender „NRK“​. Die Passagierin wurde sechs Stunden nach dem Notruf der „Viking Sky“ mit einem Helikopter von Bord gebracht.

Das Schiff war am Samstagmittag auf der Höhe von Kristiansund in Seenot geraten, als die Motoren plötzlich ausfielen. Von den insgesamt 1.373 Passagieren waren 915 Touristen gerade auf Norwegen-Kreuzfahrt von Tromsø nach Stavanger. 

Mitten beim Mittagessen gerät das Kreuzfahrtschiff in Seenot

Janet Jacob erinnerte sich, wie sie mit ihrem Ehemann und zwei Freunden wie viele andere gerade zu Mittag aß, als es im Schiff anfing zu beben. Der Grund war ihr zunächst nicht klar: „Wir wussten nur, dass es viel Wind gab und dass das Schiff mit einem der Motoren Probleme hatte.“ 

Doch nicht nur ein Motor war defekt: Alle vier Motoren des Kreuzfahrtschiffes fielen aus. Bei starkem Wellengang bewegte es sich ohne Antrieb in Richtung Küste.

Die Nordsee war an diesem Wochenende in den Hustadvika-Gewässern bei Kristiansund besonders stürmisch. Meterhohe Wellen prallten gegen die „Viking Sky“.

„Viking Sky“: Passagiere hatten Angst, dass das Kreuzfahrtschiff sinken würde

Das Schiff schaukelte bedrohlich, Möbel flogen durch die Räume: „Zuerst wurden wir in andere Etagen evakuiert, weil die Wellen die Fenster des Schiffes eindrückten, sodass Wasser hineinlief“, so Janet.

John Curry, der sich auch auf dem Unglücksschiff befand, empfand die Situation als „chaotisch“ und „als gruselige Erfahrung“. 

In Rettungswesten harrten die Menschen auf dem schaukelnden Schiff stundenlang aus. Die Crew mache jedoch einen fantastischen Job, indem sie Passagiere beruhige und verpflegte, schrieb David Hernandez auf Twitter.

Andere Passagiere wie Dereck Browne befürchteten, dass das Schiff sinken würde: „Wir waren sehr geschockt. Was soll mit dem Boot und all unseren Sachen passieren? Wir hatten große Angst, und die Leute um uns herum hatten auch Angst“, berichtete er dem Sender „VG TV“. Er sei erleichtert gewesen, als er hörte, dass die Helikopter unterwegs seien. 

An Land angekommen, sagte ein Paar der norwegischen Zeitung „Aftenposten“ : „Das waren die schrecklichsten Stunden, die wir je zusammen erlebt haben.“

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