Die stürmische Nordsee hatte die „Viking Sky“  fest im Griff. Bis zu acht Meter hohe Wellen ließen das in Seenot geratene Schiff vor der Westküste Norwegens auf und ab schaukeln. Die schlechten Wetterbedingungen behinderten extrem die Evakuierung des Kreuzfahrtschiffes.

An Bord warteten 1.373 Menschen auf ihre Rettung. Das Kreuzfahrtschiff trieb am Samstagmittag nach einem Motorschaden in die gefährlichen Hustadvika-Gewässer vor Norwegens Westküste ab

Die Seenotrettung versicherte, dass keiner der Menschen in Gefahr sei. Allerdings ist mittlerweile bekannt, dass es bereits 17 Verletzte gibt, drei davon sogar schwer.

Videos zeigen nun die dramatischen Szenen, die sich seit Samstagnachmittag an Bord der „Viking Sky“ abgespielt haben.

Videos von Passagieren zeigen Kreuzfahrt-Drama an Bord

Die Passagierin Alexus Sheppard berichtete regelmäßig bei Twitter über die Lage an Bord. Videos vom Samstagnachmittag von ihr zeigen, wie in der „Explorer's Lounge“ im Bug des Schiffes die Möbel durch den ganzen Saal rutschen. Die anderen Passagiere müssen sich wegen des starken Wellengangs an den Sesseln festklammern. 

Während die Passagiere mit Rettungswesten auf ihre Evakuierung warteten, verschlimmerte sich die Situation am Abend. In den unteren Decks trat Wasser in das Schiffinnere ein! David Hernandez filmte, wie die Wassermassen unter den Füßen der Menschen entlang strömten.

Menschen warteten 26 Stunden an Bord der „Viking Sky“

Wasser im Schiff, herabfallende Deckenplatten und zerstörte Inneneinrichtung: Seitdem die Schiffsführung am Samstagmittag den Notruf abesetzte, war mittlerweile mehr als ein Tag vergangen. Nur in Kleingruppen konnten die Menschen mit Helikoptern an Land gebracht werden. Das bedeutete: Geduld beweisen.

Ryan Flynn hielt es nach mehr als 15 Stunden Wartezeit nicht mehr aus und twitterte: „Wir müssen von diesem Schiff“.

Fast 500 Menschen vom Kreuzfahrtschiff „Viking Sky“ gerettet

Am Morgen gehörte David Hernandez zu den 460 Menschen, die bereits vom Kreuzfahrtschiff gerettet worden sind: „Meine Familie und ich sind vom Schiff runter und in den Händen des Roten Kreuzes“.