Auschwitz: KZ-Besucher sollen keine Fotos auf Gleisen machen

KZ-Besucher sollen keine Fotos auf Gleisen machen

Die Gedenkstätte Auschwitz erinnert mahnend: Mehr als eine Million Menschen wurden hier ermordet. Statt der Opfer zu gedenken, posieren viele Besucher auf den Gleisen. Die Gedenkstätte will dagegen vorgehen.

Auch diese Frau geht für ein Foto auf den Gleisen im ehemaligen KZ.
Gleise als Fotomotiv: Die Gedenkstätte Auschwitz findet das unpassend.

Foto: unsplash.com/Alexey Soucho

Es ist ein Ort des Schreckens: Im ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau im Südosten Polens wurden mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet. Es ist weltweit ein Symbol für den Holocaust. Mehr als eine Million Besucher kommen jährlich zu dem Unesco-Weltkulturerbe.

Von dem Lagerkomplex, wo Menschen – größtenteils Juden – massenhaft gefoltert und ermordet wurden, wollen Besucher ein Erinnerungsfoto haben.

Manche von ihnen balancieren für diesen vermeintlich originellen Schnappschuss auf den Gleisen, die damals für die deportierten Menschen den Weg in den Tod bedeuteten. Posen wie diese findest du in den sozialen Netzwerken zuhauf.

Gedenkstätte Auschwitz mahnt Besucher und verlangt mehr Respekt 

Ein kontrovers diskutierter Fototrend. Das Auschwitz-Museum appelliert nun an die Vernunft der Touristen: „Es gibt bessere Orte, um zu lernen, wie man auf einem Schwebebalken läuft.“ Es fordert, der Opfer des NS-Regimes zu gedenken und Respekt zu zeigen.

Fotos im ehemaligen KZ-Lager bei Auschwitz sind weiterhin erlaubt

Allerdings bleibt es bei den mahnenden Worten, von einem gänzlichen Foto-Verbot sieht das Auschwitz-Museum ab. Denn Fotos hätten bei der Aufarbeitung und Aufklärung des Holocausts eine wichtige Funktion.

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, schreibt die Gedenkstätte und verlinkt zum eigenen Instagram-Profil, auf dem angemessene Beispiele von Besucherfotos gesammelt werden. 

Selfies vor Holocaust-Mahnmalen – respektlos?

Es ist nicht das erste Mal, dass in der Öffentlichkeit das Posieren vor beziehungsweise in Holocaust-Denkmälern kritisiert wird. Auch am Holocaust-Mahnmal in Berlin halten Besucher ganze Foto-Sessions ab.

Das stößt bei vielen auf Unverständnis: Ein britisches Unterwäschemodel kassierte für ihr Foto einen Shitstorm – obwohl sie niemanden mit ihrem Post persönlich angreifen wollte. 

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