Australien: Airline Virgin lässt Jungen (9) allein am Airport schlafen

Airline lässt Jungen (9) allein am Flughafen schlafen

John M. (9) aus Australien sollte ohne seine Eltern zu den Großeltern fliegen – doch die Maschine wurde aufgrund eines Unwetters umgeleitet. Die Nacht verbrachte er mit zwei anderen Jungen am Airport.

Ein Junge mit blauem Rucksack und Strohhut läuft allein über den Flughafen.
John ist ohne seine Eltern am Flughafen in Melbourne gestrandet. (Symbolfoto)

Foto: imago/Westend61

Für den neunjährigen John war der Flug am vergangenen Donnerstag vermutlich ebenso unheimlich wie abenteuerlich – für seine Eltern aber in jedem Fall ein Albtraum! 

Eigentlich sollte der Junge übers Wochenende seine Großeltern in Sydney besuchen. Seine Eltern setzten ihn in Brisbane ins Flugzeug, Oma und Opa sollten ihn am Ziel abholen. Doch das schlechte Wetter machte ihnen einen Strich durch die Rechnung: Die Maschine von Virgin Australia wurde aufgrund eines Sturmes nach Melbourne umgeleitet. 

Virgin Australia: Allein reisende Minderjährige schlafen in Konferenzraum

Mit John waren noch zwei weitere Jungen ohne ihre Eltern an Bord. Die drei mussten die Nacht in einem Konferenzraum am Melbourner Flughafen verbringen. Denn, so die Erklärung der Airline: Die Unterkünfte in der Stadt seien aufgrund des Großen Preises von Australien (Formel-1-Weltmeisterschaft) restlos ausgebucht gewesen. 

John und die anderen beiden schliefen auf Decken provisorisch zwischen Kartons. Seiner Oma teilte die Airline am Telefon dagegen mit, die Mitarbeiter hätten John zu Essen gegeben und würden ihn in ein Hotel bringen.

Seine Mutter Katie war außer sich vor Sorge: Die Mitarbeiter hatten nämlich weder ihr noch der Oma verraten, wo genau John untergebracht wurde. Und: Sie hatte keine Ahnung, wie sie ihren Sohn erreichen sollte. Die Kundennummer sei während des Sturms stundenlang besetzt gewesen, erzählte Katie dem australischen Nachrichtensender „9 News“.

Eltern können Sohn über die Airline nicht erreichen

Die Mutter bemängelt, dass sie und ihr Mann keinerlei Kontrolle über die Situation gehabt hätten. Sie hätten John gern von Freunden am Flughafen abholen lassen, damit er die Nacht bei ihnen hätte verbringen können. Aber: „Es gibt für uns Eltern keine Nummer, mit der wir unser Kind erreichen können.“

Mittlerweile hat sich die Airline „übermäßig“ bei Johns Eltern entschuldigt. „Sie sagten, das Protokoll sei überhaupt nicht befolgt worden und sie sind bestürzt über das, was passiert ist“, erzählt Katie.

Airline entschuldigt sich für Umgang mit gestrandeten Minderjährigen

In einem Statement sagte Virgin Australia, die Airline versuche immer sicherzustellen, dass die Vormunde von allein reisenden Minderjährigen immer über Entwicklungen während der Reise informiert würden. „Wir entschuldigen uns für jede Unterbrechung der Kommunikation zwischen unserem Team und dem Vormund des Kindes im Laufe des Abends.“

Die Kinder seien in einem privaten Konferenzraum der Virgin-Australia-Lounge am Flughafen in Melbourne untergekommen – zwischen aufeinandergestapelten Kisten, aus denen die Crew mit Decken eine Bude gebaut hatte. Die Mitarbeiter hätten sich aus dem Raum zurückgezogen, damit die Jungen es sicher, gemütlich und ihre Privatsphäre gehabt hätten.

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