Snowboarding, Wakeboarding, Wandern und Power-Yoga: Casey Holladay und seine Freundin sind echte Sport-Freaks. Dass diese Leidenschaft ausgerechnet auf einer Kreuzfahrt beim Trampolinspringen ein böses Ende haben sollte, ahnte der fitte 25-jährige Casey nicht. 

Denn die Kreuzfahrt endete für ihn mit einem neuntägigen Krankenhausaufenthalt in Florida. Nun verklagt er die Reederei auf 10 Millionen Dollar Schmerzensgeld. Was war passiert? 

Video: Mann fällt aus sechs Metern in die Tiefe beim Bungee-Trampolin

Casey war gemeinsam mit seiner Freundin Ende Februar auf der „Mariner of the Seas“ auf einer Bahamas-Kreuzfahrt mit. Beide freuten sich auf ein besonderes Highlight: Das SkyPad, Bungee und Trampolin in einem. An Widerstandsbändern befestigt, können Passagiere an Deck in die Lüfte springen.

Ganze zehnmal hüpfte Casey auf und ab. Seine Freundin filmte den Spaß mit dem Handy. Plötzlich löst sich eines der Sicherheits-Bänder von der Befestigung, Casey knallt aus sechs Metern Höhe neben das Trampolin auf das harte Deck. 

Royal Caribbean: Passagier muss nach Trampolin-Unfall ins Krankenhaus

Dann folgen nur noch verwackelte Szenen. „Es ist einer dieser klischeehaften Momente, wenn sich dein Leben mit einem einzigen Wimpernschlag ändert“, sagte Casey „NBC 6“, sie erinnere sich noch bis heute an das Geräusch beim Aufprall und an seine Angst.

Bei dem Unfall verletzte sich der 25-Jährige schwer. Royal Caribbean musste die Kreuzfahrt unterbrechen und den Verletzten nach Miami ins Krankenhaus bringen, dort lautete die Diagnose: ein gebrochenes Becken und eine ausgekugelte Schulter. Casey musste operiert werden und verbrachte neun Tage im Krankenhaus.

Mann zieht gegen Royal Caribbean wegen Trampolin-Unfall vor Gericht

Auch noch einen Monat nach dem Unfall leidet er unter den Folgen: Nur mit Rollstuhl und Gehhilfe könne er sich fortbewegen. „Ich habe Angst, dass mein Leben nie wieder wie vorher wird“, sagt Casey.

Um finanziell für sein Leid entschädigt zu werden, verklagte der 25-Jährige aus Florida die Reederei Royal Caribbean auf 10 Millionen US-Dollar.

Sein Anwalt vor Gericht wirft der Reederei vor, dass die Crew seinen Mandanten nicht vorgewarnt habe und die Widerstandsbänder nicht überprüft worden seien. „Die Crew hat nicht die Erfahrung, die Risiken einer solchen Attraktion auf einem Kreuzfahrtschiff abzuwägen.“

Royal Caribbean schweigt zur Anklage

Was Royal Caribbean diesen Anschuldigungen entgegenzusetzen hat, ist nicht bekannt. Dem Sender „NBC 6“ wurde ein Statement zur Anklage verweigert, in einer Mail heiße es jedoch: „Wir betreiben alle unsere Schiffe sicher, professionell und verantwortungsbewusst. Wir äußern uns nicht zu den Rechtsstreitigkeiten.“