Touristenmassen wegen Mohn-Blüte: Ort in Kalifornien wird gesperrt

„Apokalypse“: Touris überrennen Stadt wegen Mohn-Blüte

In Kalifornien muss sich eine Stadt vor einer Touri-Apokalpyse retten. Der Grund ist so schön wie banal: Am Lake Elsinore leuchten die Mohnfelder in sattem Orange. Das lockt Tausende Foto-Verrückte.

Der Kalifornische Mohn blüht am Walker Canyon bei Lake Elsinore.
So idyllisch sieht es derzeit in Lake Elsinore in Kalifornien aus – na ja, zumindest ohne die Touristenmassen.

Foto: facebook.com/Steve Manos, Lake Elsinore Mayor

Die Hügel um Lake Elsinore brennen – mehr als 150.000 Touri-Zombies machen sich auf den Weg zur Blumen-Hölle Kaliforniens. Nur einer kann die Einwohner vor der Apokalypse retten: der Bürgermeister der Stadt, Steve Manos! 

Wunderschöne Mohn-Blüte verwandelt sich in Instagram-Albtraum 

Spaß beiseite, die Situation in Lake Elsinore ist eskaliert. Die 66.000 Einwohner der kalifornischen Stadt werden seit mehreren Wochen von Touristenmassen überrollt.

Diese pilgern wegen der jährlichen Mohn-Blüte nach Lake Elsinore – um ein Foto davon zu machen. Die Stadt steht vor dem Kollaps. 

Die Stadt ist es gewohnt, dass im Frühjahr zur Blüte des Kalifornischen Mohns einige Menschen zu Besuch kommen. Dieses Jahr ist der Anblick der orange leuchtenden Felder jedoch besonders spektakulär.

Der nasse Winter und warme Temperaturen brachten nach sieben Jahre Dürre einen „super bloom“: ein Naturphänomen, das sich nur alle zehn Jahre ereigne, schreibt die „BBC“. Überall in Kalifornien sprießen die Wildblumen in einem Ausmaß, das Lake Elsinore seit 30 Jahren nicht erlebt hat. 

Dieses kleine Wunder der Natur lockte – vor allem dank Instagram – allein am vergangenen Samstag geschätzt 50.000 Touristen nach Lake Elsinore.

Und auch unter der Woche ließ der Ansturm nicht nach: Täglich strömten bis zu 20.000 Menschen zu den Feldern am Walker Canyon. Mal wieder nur für einen Schnappschuss.

Ausnahmezustand: Mohnfelder um Lake Elsinore für Touristen zeitweise geschlossen

Das heftige Verkehrsaufkommen legte die Stadt am Wochenende lahm: Straßen mussten gesperrt werden, Shuttle-Busse wurden eingesetzt, um die ankommenden Massen zu lenken. Polizisten versuchten, die Ausnahmesituation zu regeln. Mittlerweile zählte die Stadt mehr als 150.000 Besucher.

Was zunächst nach vorübergehendem Overtourism aussah, entwickelte sich für alle zum Sicherheitsrisiko: Die vorbeugenden Maßnahmen halfen nicht, die Stadt war dem Chaos schlichtweg nicht gewachsen.

Als dann auch noch ein Tourist von einer Klapperschlange gebissen und ein Mitarbeiter angefahren wurde, zog der Bürgermeister die Reißleine: Lake Elsinore und die umliegenden Mohnfelder wurden am Sonntagabend (Ortszeit) komplett gesperrt. Er spricht von der Situation als „Apokalypse“.

Video: Touristen dürfen wieder nach Lake Elsinore – Stadt weiß nicht weiter

Die Schließung der gesamten Region wurde nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. In einem Instagram-Video erklärt der Bürgermeister Manos, dass die Stadt selbst die Sperrung nicht logistisch meistern konnte. Wie im Video zu sehen ist, kommen die Menschen noch immer in Scharen mit ihren Privatautos.

Wie es weitergehen soll? Die Stadt arbeitet derzeit an Lösungen. Auf sämtlichen Social-Media-Kanälen informiert sie Touristen über den aktuellen Stand.

Regen am kommenden Wochenende könnte einige erst mal von der Anreise abhalten – allerdings könnte der die Blüten auch noch mehr sprießen lassen.

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