Urlauber auf Gran Canaria müssen aktuell vorsichtig sein, denn auf der beliebten Kanareninsel sind Abzocker unterwegs. Wer nicht aufpasst, kann 1000 Euro und mehr verlieren.

Die Masche: Touristinnen und Touristen werden am Strand oder auf der Straße angesprochen und werden unter einem Vorwand in ein Taxi gelockt, um einige Kilometer weiter an einer kurzen Führung durch eine Luxus-Hotelanlage teilzunehmen. Eine mögliche Vorgehensweise ist die Ausgabe eines Rubbelloses, bei dem die Angesprochenen mutmaßlich etwas gewonnen haben.

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Masche: Gewinner werden zum Gutschein-Kauf gedrängt

„Wer ins Taxi steigt, hat schon verloren“, warnt das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ). Denn wer sich darauf einlässt, landet vor Ort in einer Verkaufsveranstaltung. Dort werden die Betroffenen dazu gedrängt, Urlaubsgutscheine, Urlaubszertifikate, Urlaubspakete, Unterkunftsgutscheine oder Voucher mit und ohne Holidayplus-Mitgliedschaft zu kaufen.

Dafür sollen sie einen Vertrag unterschreiben. Zeit, diesen in Ruhe durchzulesen, das Angebot in Ruhe durchzurechnen oder eine Nacht darüber zu schlafen, gibt es nicht. Wer unterschreibt, muss direkt eine Anzahlung über mindestens 1000 Euro leisten. 

Wer nicht sofort bezahlen kann, muss damit rechnen, zum nächsten Bankautomaten begleitet zu werden, so das EVZ Deutschland. Währenddessen verbleibt der Partner oder die Partnerin „zur Sicherheit“ in der Anlage.

Und nach der Anzahlung beginnen die richtigen Probleme.

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Diese Erfahrungen haben Reisende gemacht: Die Gutscheine können nicht so genutzt werden, wie es versprochen wurde. Die gewünschte Unterkunft ist nicht verfügbar. Ein Rücktritt vom Vertrag wird abgelehnt. Die Begründung: Es gäbe kein Widerrufs-, Rücktritts-, Kündigungs- oder Stornierungsrecht.

Als unseriöse Anbieter von Urlaubszertifikaten bekannt seien aktuell Anfi und Atlantic Travel Service.

Abzocke auf den Kanaren-Inseln – Tipps für Reisende

Diese Masche ist nicht neu – jedoch fallen immer wieder Urlauber darauf hinein, warnt das EZV – es hat daher nun eine Broschüre herausgegeben, die darüber aufklären soll. Und: Derzeit würden die Beschwerden wieder zunehmen, teilt das Verbraucherzentrum dem reisereporter mit.

Was also tun?

Urlauberinnen und Urlauber, die angesprochen werden, sollten niemals ein Los annehmen, raten die Verbraucherschützer. Und wer doch in eine solche Verkaufsveranstaltung gerät, sollte auf keinen Fall etwas unterschreiben oder eine Anzahlung leisten.

Reisende mit Kindern seien nicht die Zielgruppe, auch Alleinreisende und ganz junge Paare würden nur selten als Opfer in Betracht gezogen, so das Verbraucherzentrum.

Und wenn wirklich etwas unterschrieben wurde, dann sollen Reisende dringend versuchen, aus dem Vertrag zu kommen. Dafür muss der Vertrag zuerst widerrufen werden, am besten per E-Mail. Wer mit der Kreditkarte gezahlt hat, kann versuchen, das Geld via Chargeback zurückzubekommen. Wer jedoch bar oder via Girokarte gezahlt hat, wird das Geld jedoch nicht wiedersehen.

Nicht nur auf Gran Canaria sollten Urlauber vorsichtig sein, diese Masche sei auch auf Madeira aufgefallen, so das EVZ Deutschland.