Urlauber auf Gran Canaria müssen aktuell vorsichtig sein, denn auf der beliebten Kanareninsel sind Betrüger unterwegs. Wer nicht aufpasst, kann 1.000 Euro und mehr verlieren.

Die Masche: Touristen werden am Strand oder auf der Straße angesprochen, bekommen ein Rubbellos und haben gewonnen. Mutmaßlich. Denn wer den vermeintlichen Gewinn – ein Smartphone oder eine Reise – einlösen will, soll in ein Taxi steigen, um einige Kilometer weiter an einer kurzen Führung durch eine Luxus-Hotelanlage teilzunehmen.

Betrugsmasche: Gewinner werden zum Gutschein-Kauf gedrängt

„Wer ins Taxi steigt, hat schon verloren“, warnt das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ). Denn wer sich darauf einlässt, landet vor Ort in einer Verkaufsveranstaltung. Dort werden sie dazu gedrängt, Urlaubsgutscheine, Urlaubszertifikate, Urlaubspakete, Unterkunftsgutscheine oder Voucher mit und ohne Holidayplus-Mitgliedschaft zu kaufen.

Dafür sollen sie einen Vertrag unterschreiben. Zeit, diesen in Ruhe durchzulesen, das Angebot in Ruhe durchzurechnen oder eine Nacht darüber zu schlafen, gibt es nicht. Wer unterschreibt, muss direkt eine Anzahlung über mindestens 1.000 Euro leisten. Und dann beginnen die richtigen Probleme.

Diese Erfahrungen haben Reisende gemacht: Die Gutscheine können nicht aktiviert werden, die gewünschte Unterkunft ist nie verfügbar, ein Rücktritt vom Vertrag ist nicht möglich. Die Begründung: Es gäbe kein Widerrufs-, Rücktritts-, Kündigungs- oder Stornierungsrecht.

Besonders aktiv seien die Betrüger in den Orten Puerto de Mogán und Playa del Inglés, so das EZV. Als unseriöse Anbieter von Urlaubszertifikaten bekannt seien: Anfi Vacation Club, Anfi Dreams, Direkt Travel Global S., Ferienexpert, Liberty Holiday 2017 S.L. (Group), Reisemarkt24, Vacon Marketing SLU, Vacon Travel Service, Viajes Vacon.

Betrüger auf den Kanaren-Inseln – Tipps für Urlauber

Diese Masche ist nicht neu – jedoch fallen immer wieder Urlauber darauf hinein, warnt das EZV – es hat daher nun eine Broschüre herausgegeben, die darüber aufklären soll.

Urlauber, die angesprochen werden, sollten niemals ein Los annehmen, raten die Verbraucherschützer. Und wer doch in eine solche Verkaufsveranstaltung gerät, sollte auf keinen Fall etwas unterschreiben oder eine Anzahlung leisten.

Urlauber mit Kindern seien nicht die Zielgruppe, auch Alleinreisende und ganz junge Paare würden nur selten als Opfer in Betracht gezogen, so das Verbraucherzentrum.

Nicht nur auf Gran Canaria sollten Urlauber vorsichtig sein, diese Betrugsmasche sei auch auf Madeira aufgefallen, so das EVZ Deutschland.