„Solomoon“ als Reisetrend: Ehepaare machen getrennte Flitterwochen

Skurriler Reisetrend bei Paaren: Getrennte Flitterwochen

Viele Ehepaare freuen sich nach dem Hochzeitsstress auf die Zeit zu zweit. Manche ergreifen aber schon vor den Flitterwochen die Flucht: Honeymoon ja – aber bitte allein, ohne Ehepartner! Echt jetzt?

Ein Hochzeitspaar im Urlaub.
Im Hochzeitsdress direkt in die Flitterwochen mit dem Schatz: Für manche Paare keine schöne Vorstellung – sie flittern lieber allein. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Tatiana Gonzales

Bevor der Alltag frisch Vermählte einholt, genießen viele in den Flitterwochen noch einmal eine romantische Auszeit. Und das am besten getrennt voneinander! Richtig gelesen: Allein „honeymoonen“ könnte zum skurrilsten Reisetrend 2019 werden. 

Was für andere eher Scheidungspotenzial hat, ist für die allein reisenden Ehepaare ein Liebesweis. Warum?

In guten wie in schlechten Zeiten, aber nicht in den Flitterwochen

„Keiner von uns beiden wollte dort sein, wo der andere war“, erzählte Irene O’Brien der „New York Times“ und erinnerte sich dabei an ihre „perfekt unperfekten“ Flitterwochen. Die Frau aus Irland und ihr Mann Mel Maclaine haben sich dazu entschieden, getrennt in den Hochzeitsurlaub zu fliegen. Für Irene ging es nach Kanada, ihr Mann Mel feierte das Ehegelöbnis in Frankreich.

Und – ob du’s glaubst oder nicht – der Ehe habe die Auszeit angeblich gutgetan: „Wir kamen beide nach Dublin zurück, im Gepäck eine Menge Geschichten und euphorisiert von der Reise. Wir waren so froh, uns wiederzusehen und die gesammelten Erinnerungen miteinander zu teilen.“

„Solomoon“: Ist das der Liebes-Reisetrend 2019?

Die beiden sind kein Einzelfall. Die „New York Times“ hat für das Reise-Phänomen schon einen Namen gefunden: „Unimoon“ oder „Solomoon“ statt „Honeymoon“.

Bei Instagram ist das auch schon ein Hit: Mehr als 1.500 Menschen haben ein Foto mit dem Hashtag „#solomoon“ hochgeladen. Eine Userin schreibt, dass es eine einzigartige Erfahrung war, und bedankt sich bei ihrem Ehemann für die Unterstützung.

Getrennte Flitterwochen: Moderne Ehe oder Ego-Trip?

Für manche Forscher sind Paare wie Irene und Mel der Beweis dafür, dass auch Ehen sich entwickeln und moderner werden würden. Heutzutage hätten konservative und zum Teil eingestaubte Traditionen und Rollenverteilungen nicht mehr in allen Beziehungen Platz.

Jessica Carbino arbeitet als Soziologin für die Online-Dating-App Bumble und meint, dass getrennte Flitterwochen dem Partner Freiraum geben würden – um mal durchzuatmen und nicht allen Ansprüchen des unfehlbaren Ehepartners gerecht werden zu müssen, sagt sie dem Portal „Travel and Leisure“.

Kritik gibt es für die verheirateten Solo-Reisenden allerdings auch: Helen Fisher ist biologische Anthropologin an einer US-Universität und sieht in dem Reisetrend eine Gefahr für eine Beziehung, da im gemeinsamen Urlaub drei wichtige Reize getriggert würden: die romantische Liebe, eine tiefe Bindung zum Partner und das sexuelle Verlangen nacheinander.

52 Prozent wollen lieber mit Kindern oder Freunden in die Flitterwochen fahren

Klassische Flitterwochen zu zweit sind nach Angaben der „Sun“ für 52 Prozent der Briten oldschool: Manche Paare würden lieber ihre Kinder oder sogar Freunde mit in den Liebesurlaub nehmen.

Falls du doch eher „altmodisch“ veranlagt bist und deinen Schatz im Urlaub für dich allein haben willst, haben wir neun perfekte Orte für dich – ganz ohne Kitsch

Und falls es doch mal zwischen dir und deinem Partner krachen sollte, dann hilft unser Survivalguide im Pärchenurlaub. Und der rät übrigens auch hin und wieder zu Solozeiten.

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