St. Helena: Der „nutzloseste Flughafen der Welt“ kriegt mehr Flüge

Das ist der sinnloseste Flughafen der Welt

Mehr als 300 Millionen Euro kostete der Bau des „sinnlosesten Flughafens der Welt“ auf der Insel St. Helena im Südatlantik. Genau einmal wöchentlich geht hier ein Flug – jetzt kommt ein zweiter dazu.

Die Steilküste der Insel St. Helena.
Vielleicht eine der entlegensten Inseln der Welt: St. Helena im Südatlantik.

Foto: imago/blickwinkel

Stell dir vor, von deinen Steuergeldern wird ein 300 Millionen Euro teurer Flughafen gebaut – und der liegt dann quasi still. Okay, wir in Deutschland kennen das Szenario. Im Gegensatz zum BER ist der Airport auf St. Helena aber in Betrieb.

Aber auf der Insel rund 2.000 Kilometer vor der afrikanischen Westküste landet und startet wöchentlich gerade mal ein Flieger. Das soll sich nun ändern.

„Sinnlosester Flughafen der Welt“ auf St. Helena bekommt zweite Flugverbindung

Der Wow-Effekt bleibt aber wohl aus: St. Helena stockt mit einem weiteren Flug auf. In sechs Stunden geht es von Johannesburg mit Zwischenstopp in Namibia ab Dezember 2019 dienstags und samstags auf die Insel. Außerdem ist eine weitere Route von beziehungsweise nach Kapstadt im Gespräch. Das gab der Airport nun bekannt.

Derzeit fliegt nur die südafrikanische Airline South African Airways mit kleinen Maschinen die Insel an. Das hat einen guten Grund: Wegen starker Winde wurde der Flughafen für große Passagierflugzeuge zu gefährlich. Eine Boeing 737-800 brauchte im Jahr 2016 drei Versuche bis zur geglückten Landung. 

Nur Maschinen in Privatjet-Größe und ein Flug in der Woche – für den „Telegraph“ steht schon lange fest: Das ist der „sinnloseste Flughafen der Welt.“ 

In dem Video bekommst du einen Eindruck, wie herausfordernd eine Landung auf St. Helena sein kann:

Flughafen auf St. Helena soll Tourismus ankurbeln

Der im Jahr 2017 eröffnete Flughafen sollte die Insel für Touristen attraktiver machen. Die Insel mit knapp 4.800 Einwohnern liegt im Südatlantik zwischen Brasilien und Angola.

Zuvor war die Insel nur mit einer fünftägigen Fährfahrt zu erreichen. Ein Flug von Johannesburg mit Tank-Zwischenstopp in Namibia dauert insgesamt mehr als sechs Stunden.

Doch der erhoffte Touristenansturm blieb aus: In die Airlink-Maschinen passen maximal 76 Passagiere – die Regierung rechnete allerdings im Jahr mit insgesamt 30.000 Fluggästen.

Im Jahr 2018 meldete der Flughafenbetreiber sogar Insolvenz an, berichtete der „Aerotelegraph“. 

Ob die zusätzlichen Flüge tatsächlich mehr Touristen auf die Insel bringen, ist fraglich: Allein für den Flug von Johannesburg und zurück musst du etwa 900 Euro einplanen.

Eigentlich schade: Die abgeschiedene Insel verspricht unberührte Natur, einzigartige Begegnungen mit Walhaien und Delfine und das bei einem durchgängig milden Klima – kälter als 20 Grad wird es hier nicht. Und Geschichts-Fans aufgepasst: Der französische Kaiser Napoleon wurde 1815 auf die britische Übersee-Insel verbannt.

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