Wie kamen die Krokusse nach Husum? | Reisereporter.de

Wie kamen eigentlich die Krokusse nach Husum?

Husum feiert jedes Jahr im Frühling das Krokusblütenfest. Doch wie kamen die Krokusse nach Schleswig-Holstein? Und sind sie für die Safran-Produktion geeignet? reisereporterin Tanja weiß mehr.

Tanja Köhler
Ulf Dahl
Das Krokusblütenfest in Husum lockt jedes Jahr auch Fotografen an.

Foto: Ulf Dahl

Seit Jahrhunderten lockt die Krokusblüte Menschen nach Husum an die raue Nordseeküste. Denn rund vier Millionen Krokusse verwandeln den Schlosspark in Husum jedes Jahr im März in ein violettes Blütenmeer. Einen derartig großen Krokusbestand weist kein zweiter Schlosspark oder botanischer Garten in Mitteleuropa vor.

Seit 1996 vermarkten die Husumer Kaufleute das „Blütenwunder“: Sie laden zum Krokusblütenfest – und einige zigtausend Menschen kommen in die nordfriesische Stadt, um sich die Krokusblüte anzuschauen. In vielen Regionen werden sogar extra Busreisen zum Krokusblütenfest organisiert. 

Damit keiner umsonst anreist, kann der Stand der Krokusblüte im Internet vorab gecheckt werden. 

Wie kamem die Krokusse nach Husum?

Krokusse stammen ursprünglich aus dem Süden Europas. Warum und wie die Blumen nach Husum kamen, ist nicht eindeutig geklärt. Erklärungsversuche bieten zwei Legenden: Mönche oder eine Zuckerbäckerin. 

Variante 1: Die Mönche. Sie könnten im 15. Jahrhundert die lila blühenden Pflanzen in ihrem Klostergarten angesiedelt haben, um Safran aus den getrockneten Narben der Krokusse zu gewinnen und damit ihre liturgischen Gewänder zu färben.

Variante 2: Herzogin Marie Elisabeth pflanzte die Krokusse Mitte des 17. Jahrhunderts an, um aus den Krokussen Safran als Gewürz für ihre Zuckerbäckereien zu bekommen.

Pech für die Anpflanzer: Krokus aus Husum liefert keinen Safran

Sicher ist, dass die Anpflanzer sehr überrascht gewesen sein müssen, als sie versuchten, Safran aus den Narben des „Crocus neapolitanus“ zu gewinnen. Es gelang nicht.

Der lilafarbene Krokus in Husum sieht nämlich nur so aus wie der Safran-Krokus (Crocus sativus). Seine Farb- und Aromastoffe sind für die Safranproduktion absolut ungeeignet.

Husum ist ein perfekter Standort für Krokusse

Husum bringt durch die Nähe zur Nordsee günstige Bedingungen für die Krokusblüte mit. Durch ein wintermildes Klima haben die Krokusse seit über 300 Jahren als Stinsenpflanzen ohne menschlichen Einfluss überlebt, sich vermehrt und sind verwildert.

Das Krokusblütenfest in Husum

Eröffnet wird das Krokusblütenfest in Husum traditionell an einem Samstag im März um 11 Uhr auf der Treppe des Alten Rathauses am Husumer Marktplatz, wo die neu gewählte Krokusblüten-Majestät die Krone von der Majestät des Vorjahres übergeben bekommt. 

Am Schloss lädt ein Kunsthandwerkermarkt zum Bummeln ein, am Marktplatz von Husum können beim Blumenmarkt  Krokusse gekauft werden. Viele Geschäfte in der Stadt öffnen am verkaufsoffenen Sonntag von 12 bis 17 Uhr ihre Türen. 

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