So richtig im Online-Zeitalter angekommen scheint die Deutsche Bahn noch nicht zu sein. Zwar können wir Zugtickets online kaufen und Verspätungen online verfolgen. Aber Entschädigungen beantragen, wenn der Zug eine Stunde und mehr zu spät am Ziel ankommt, können wir nur offline.

Dafür müssen wir uns ein Fahrgastrechteformular besorgen, es ausfüllen, in einem Reisezentrum abgeben oder per Post an das Servicecenter für Fahrgastrechte schicken. Nach einigen Tagen oder Wochen bekommen wir dann, wenn der Zug mindestens eine Stunde Verspätung hat, ein Viertel des Fahrpreises zurück. Ab zwei Stunden ist es die Hälfte.

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Ziemlich umständlich. Noch.

Deutsche Bahn will Reisende bei Verspätungen schneller entschädigen

„Es ist verständlich, dass das derzeitig praktizierte Entschädigungsverfahren von unseren Kunden als nicht mehr zeitgemäß empfunden wird und diese sich einfache Lösungen wünschen“, sagte ein Bahnsprecher nach einem Bericht von „N-TV“.

Der Konzern arbeite an den „notwendigen technischen Voraussetzungen für eine digitale Prozessvariante“. Wie lange Reisende auf diese Online-Möglichkeit noch warten müssen, ist aber unklar. Denn: „Die Digitalisierung des Fahrgastrechteprozesses ist sowohl fachlich wie technisch komplex und erfordert daher noch etwas Zeit“, so der Sprecher.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer wünscht sich sogar noch etwas mehr als die digitale Variante: „Ich wäre für eine automatische Entschädigung bei Verspätungen.“ Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland sagte der CSU-Politiker: „Wir werden die Fahrgastrechte stärken müssen – bei der Bahn, aber auch im Luftverkehr. Das wäre ein Anreiz für mehr Pünktlichkeit.“