Keine Starts und Landungen mehr: Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat den gesamten Luftraum der USA für die Boeing 737 Max gesperrt. Der Flugzeugbauer selbst empfiehlt nun ein vorübergehendes weltweites Startverbot für den Boeing-Typ. Dabei handele es sich um eine Sicherheitsmaßnahme.

 Von dem empfohlenen Startverbot sind 371 Maschinen betroffen. Die USA und der Hersteller reagieren nun nach etlichen anderen Ländern, die nach dem Flugzeugunglück bei Ethiopian Airlines mit 157 Toten bereits Anfang der Woche den Betrieb der 737-Max-8-Reihe eingestellt haben. Bereits im Oktober war ein Flugzeug der Baureihe kurz nach dem Start im indonesischen Jakarta ins Meer gestürzt.

Flugausfall durch Boeing-737-Max-Verbot: Was erwartet Passagiere?

Dutzende Fluggesellschaften müssen nun umdisponieren: Tui hatte dem reisereporter bereits am Dienstag mitgeteilt, dass der Konzern betroffene Passagiere auf der Internetseite über Änderungen der Reisepläne informieren werde. Tui hatte 15 Boeing 737 Max 8 auf der Mittelstrecke im Einsatz.

Der Konzern erwartet keine größeren Flugausfälle. „Wir müssen zwar 25 Maschinen ersetzen, deswegen aber keine 15 Flugzeuge anmieten“, sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt dem Portal „Aero“.

Deutschland sei nicht direkt betroffen, denn bisher besitzt die deutsche Airline noch  keine eigene Boeing 737 Max 8. 

Boeing-Flugverbot in Europa: Knapp 5.300 Flüge betroffen

In ganz Europa könnte das anhaltende Flugverbot jedoch in den Oster- und den Sommerferien zu Engpässen führen: Knapp 5.300 Kurz- und Mittelstreckenflüge wären vom Verbot betroffen, das berichtet der „Spiegel“.

Das Verbot trifft vor allem Norwegian hart: Die Airline will Boeing auf Entschädigungen verklagen, berichtet „CNN“. Die Airline betreibt derzeit 18 Maschinen des Bautyps und hatte erst kürzlich 100 weitere gekauft.

Betroffene Passagiere sollen nun auf andere Fluggesellschaften umgebucht werden, denkbar sei auch das Zusammenlegen anderer Flüge, um Passagieren so wenig Umstände wie möglich zu bereiten. Betroffene werden per SMS benachrichtigt, so die Airline auf Twitter. 

Ethiopian: Absturzursache unklar – Boeing könnte monatelang ausfallen

Die Untersuchungen zur Absturzursache laufen: Derzeit werde noch der Flugschreiber der abgestürzten Maschine von Ethiopian Airlines ausgewertet. Der Verdacht: eine fehlerhafte Software des Autopiloten.

Die Frage: Hätte das Unglück verhindert werden können? Denn mehrere Piloten hatten bereits vor dem Absturz Probleme mit dem Boeing-Autopiloten während der Startphase gemeldet.

Die US-Luftfahrtbehörde geht dem nach. Boeing will die Software nun aktualisieren. Die Nachbesserungen der Maschinen könnten jedoch Monate dauern.