Hokkaido ist nicht nur eine Kürbissorte, sondern auch ein großes Stück Japan – die zweitgrößte Insel nach Honshu. Sie beheimatet die Ainu, Ureinwohner Nordjapans, und sechs Nationalparks, in denen nicht nur Braunbären und Rotwild leben, sondern auch Kraniche, Fischeulen und Killerwale.

Als Zugabe gibt es um die 20 Vulkane, die für eine Vielzahl an Onsen – heißen Quellen – sorgen, in denen du den Tag ganz entspannt ausklingen lassen kannst. Um danach mit so künstlerisch angerichteten Speisen verwöhnt zu werden, dass sie fast zu schön zum Essen sind. 

Der Mashu-See ist eines der klarsten Gewässer der Welt

Ein toller Ausgangspunkt für Touren im Nordosten Hokkaidos ist Kawayu Onsen im Akan-Nationalpark, der mit gut 900 Quadratkilometern zweitgrößte Nationalpark Hokkaidos. In seinem Herzen liegt der Mashu-See, einer der klarsten der Welt.

Der Mashu-See.
Der Mashu-See ist bis zu 200 Meter tief. Foto: Bernadette Olderdissen

Hokkaido: Begegnung mit Bären nicht selten

Bei einer Wanderung auf den 857 Meter hohen Berg Mashu sind Bären-Begegnungen nicht selten. Gerade wer allein wandert, sollte im Souvenirladen eine Bärenglocke besorgen. „Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn sich ein Bär überrumpelt fühlt“, sagt der Verkäufer.

Und was, wenn man doch einem Bären über den Weg läuft? „Dann bleib stehen, rede mit ihm und wedle mit den Armen, wenn er weit genug entfernt ist, damit er dich als Menschen identifiziert. Kehr einem Bären nie den Rücken zu, geh lieber langsam rückwärts.“ 

Da ist der Gestank nach faulen Eiern des aktiven Vulkans Io bei Kawayu Onsen das kleinere Übel. In Sunayu am Kussharo-See, einem der größten Kraterseen Japans, kannst du dir sogar deine eigene heiße Quelle buddeln.

Onsen gibt es aber auch in allen Unterkünften. Bevor du ins gut 40 Grad heiße Wasser steigst, solltest du dich gründlich waschen, dann heißt es eintauchen, zurücklehnen, genießen. 

Unesco-Welterbe Shiretoko-Nationalpark

Der Shiretoko-Nationalpark befindet sich am Nordostzipfel Hokkaidos, sein Name bedeutet in der Sprache der Ainu „Wo das Land endet“. Viele Unterkünfte finden sich in der kleinen Stadt Utoro an der Westküste, in der Nähe der Oshin-koshin-Wasserfälle, mit 80 Metern die höchsten in Shiretoko.

Der Oshin-koshin-Wasserfall.
Der Oshin-koshin-Wasserfall. Foto: Bernadette Olderdissen

Auf Hokkaido leben etwa 10.000 Braunbären, 200 davon auf der Shiretoko-Halbinsel. Eine Top-Chance zum Bären-Watching bietet eine Bootstour von Utoro die Küste runter.

Tatsächlich spaziert ein geschätzt 300 Kilo schwerer Braunbär den Strand entlang, stürzt sich ins Wasser und taucht mit einem Fisch im Maul wieder auf. „Normalerweise fressen Bären Eicheln und Zikadenlarven, aber das Rotwild futtert ihnen viel weg“, erzählt der Guide an Board. 

Ein Braunbär am Utoro-Strand.
Auf Hokkaido lebt eine Population der Braunbären. Foto: Bernadette Olderdissen

Zwischen Meer und Himmel

Wer zu Walen und Delfinen möchte, fährt über den Shiretoko-Pass auf 738 Metern Höhe nach Rausu an der Ostküste. Delfine springen mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Stundenkilometern neben dem Boot her, und kurz vor der russischen Grenze grüßt ein Pottwal.

Er zeigt seine leicht abgerundete Flosse, dann verschwindet er in den Tiefen des Ozeans. Anders als Dutzende von Robben, die vor der Notsuke-Halbinsel im Wasser treiben. Oft lassen sich dort auch Mandschurenkraniche beobachten, schwarz-weiße Vögel mit rotem Fleck auf der Stirn.

Von ihnen gibt es nur 3.000, wovon 1.500 in Japan leben, die anderen in Russland und China. Die Japaner füttern sie im Winter, wodurch sie sich leicht vermehrt haben.

Zum Verzehr zu schön

Nach so viel Action bist du sicher hungrig. Auf Hokkaido findet man Ainu-Küche, wobei die Ainu Jäger und Sammler waren, deren Ursprung auf 14.000 vor Christus zurückgeht. Heute gibt es noch rund 27.000 von ihnen.

Viele kleine Speisen werden in Schälchen präsentiert, darunter Hummer, Lachs, gesalzener Tintenfisch, grüne Paprika mit Sasami, eine Mischung aus Kürbis, Mais, Bohnen, Beeren und Walnuss, genannt Ratashekeppu, sowie frittierte Lachssamen.

Typisches Essen bei den Ureinwohnern Ainu.
Fisch und Gemüse: Bei den Ainu wird ziemlich gesund gespeist. Foto: Bernadette Olderdissen

In wenigen Tagen kannst du dich durch die Best-Ofs der japanischen Küche futtern, von Miso-Suppe über Sushi bis Shabu-Shabu, einem japanischen Feuertopf.

Und so werden in Hokkaido nach unvergesslichen Naturerlebnissen und wohligen Onsen-Sitzungen auch die Geschmacksnerven verführt. Auf einer Insel, wo Japan noch der Natur gehört.  

   

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