Unfassbar: Einem Bericht der amerikanischen Zeitung „Dallas Morning News“ zufolge haben Piloten mehrfach Probleme mit der Boeing 737 Max 8 gemeldet – vor dem Flugzeugabsturz in Äthiopien mit 157 Toten.

Auf der US-Behördenwebsite „Aviation Safety Reporting System“ fanden Journalisten der Zeitung fünf Beschwerden – alle befassten sich mit dem Autopiloten während der Startphase. Die Zwischenfälle passierten alle, als die Maschinen versuchten, nach dem Start an Höhe zu gewinnen.

Boeing 737 Max: Piloten melden Autopilot-Probleme im Steigflug

Die Piloten berichten unter anderem davon, dass das Flugzeug während des Aufstiegs plötzlich die Nase nach unten gesenkt habe. Das System habe erst wieder funktioniert, nachdem die Piloten den Autopiloten ausgeschaltet hatten.

In noch geringer Höhe lässt ein solches Verhalten des Autopiloten den Piloten nur wenig Zeit, um die richtigen Manöver einzuleiten. Für welche Airlines die Piloten flogen, schreiben sie in ihren Einträgen nicht. 

Eine Boeing 737 Max 8 von Corendon – der europäische Luftraum ist für die Maschinen gesperrt.
Eine Boeing 737 Max 8 von Corendon – der europäische Luftraum ist für die Maschinen gesperrt. Foto: imago images / 7aktuell

Die Beschwerden seien an die Nasa weitergeleitet worden, das sagte ein Sprecher der US-Bundesluftfahrtbehörde (FAA) der „Dallas Morning News“. Sie solle die Fälle als neutrale dritte Partei bewerten.

Die Vorfälle geschahen nach Absturz in Indonesien

Die gemeldeten Vorfälle geschahen im Oktober und November 2018 – nach dem ersten Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Indonesien. Hier gilt das Verhalten des Autopiloten als Ursache dafür, dass die Lion-Air-Maschine kurz nach dem Start in Jakarta ins Meer stürzte. 189 Menschen kamen ums Leben.

Am Sonntag starben 157 Menschen, als ein Flugzeug desselben Typs in Äthiopien kurz nach dem Start verunglückte. Die Ursache ist noch nicht klar, die Blackbox muss noch ausgewertet werden.

Etliche Länder zogen Konsequenzen aus dem Absturz. Der europäische Luftraum ist für Maschinen dieses Typs inzwischen komplett gesperrt. Auch mehrere Unternehmen lassen ihre Boeing 737 Max am Boden – darunter Tui und Norwegian.

Die FAA teilte hingegen über Twitter mit, dass aus ihrer Sicht keine Grundlage für ein Startverbot bestehe. Denn bislang hätten ihre Überprüfungen keine „systemischen Leistungsprobleme“ bei der Boeing 737 Max ergeben.