Reiss aus: Paar bringt abenteuerlichen Afrika-Roadtrip ins Kino

Verrückte Reise: Zwei Jahre im Jeep durch Westafrika

Sich wieder lebendig fühlen und ihren Traum verwirklichen: Mit diesem Ziel sind Lena und Ulli nach Afrika aufgebrochen. Sechs Monate sollte ihr Roadtrip eigentlich dauern – doch es wurden fast zwei Jahre.

Ulli (links) und Lena (rechts) mit Marokkanern in ihrem Geländewagen.
In Marokko – ihrem ersten Reiseziel – sind Ulli (links) und Lena drei Monate geblieben.

Foto: Reiss aus

Ein Burn-out mit Anfang 30 und der Wunsch nach mehr – dieser Mix hat Ulrich Stirnat und Lena Wendt (beide 33) dazu bewegt, ihr Leben in einen Geländewagen zu verlegen und sechs Monate durch Afrika zu fahren. Doch letzlich wurden daraus fast zwei Jahre – und ein Kinofilm.

Was die beiden bei ihrem Abenteuer gelernt haben? „Pläne sind für die Tonne!“ Im Gespräch mit dem reisereporter erzählen Lena und Ulli, warum wir öfter nach Bauchgefühl reisen sollten und warum Westafrika zu unrecht ein unterschätztes Reiseziel ist.

Wie aus einem Afrika-Roadtrip ein Kinofilm wurde

Als Journalistin für den NDR war Lena schon vor ihrem Abenteuer von Afrika und Reisen begeistert. Von Anfang an stand für sie fest: Sie will den Roadtrip in einem Videotagebuch festhalten. Dieser Plan ist etwas eskaliert – anstatt eines Vlogs haben die beiden mit ihrem Team den Kinofilm „Reiss aus“ produziert:

In den 22 Monaten erlebte das Paar zahlreiche Herausforderungen, durchkreuzte Pläne – aber auch grenzenloses Glück und großartige Menschen.

Eine Szene aus dem Senegal bleibt Lena besonders in Erinnerung: Ein Ranger nahm die beiden mit nach Hause und lud sie zu sich und seiner Familie ein. „Die Kinder tobten, die Frauen machten sich gegenseitig die Haare und die Männer tranken Tee.“ 

Immer wieder habe die Oma der Familie Lena während ihres Besuches beobachtet. Als sich das Paar am nächsten Tag verabschiedete, nahm sie Lena fest in den Arm. Tränen kullerten über die Wangen der alten Frau. „Wir konnten uns nur mit Händen und Füßen verständigen. Aber dieser Moment hat mich sehr berührt.“

    

In 22 Monaten durch Afrika

„In Westafrika geht’s um die Menschen“, erklärt Lena die besondere Mentalität. Die Einheimischen seien extrem herzlich und gastfreundlich, da will auch schon mal „das ganze Dorf ‚Hallo‘ sagen“. 

Zwischen Glücksrausch und Nervenzusammenbruch

Das hatte allerdings auch Schattenseiten. Privatsphäre gab es nicht, besonders Ulli stieß dadurch immer wieder an seine Grenzen. „Die Reise hat ihn permanent an den Rand seiner Komfortzone gebracht“, sagt Lena. Der Trubel wurde ihm manchmal einfach zu viel, schließlich versuchte er sich auf der Reise von einem Burn-out zu erholen.

Denn auch wenn wir beim Reisen vieles hinter uns lassen: „Man nimmt sich selbst immer mit.“ Obwohl sie ihren Lebensstil und ihre Umgebung drastisch geändert haben, hatte Ulli noch immer sein Päckchen zu tragen.

Auch als Paar sind Lena und Ulli an ihre Grenzen gestoßen. Immerhin kannten sich die beiden nur eineinhalb Jahre, waren gerade erst zusammengezogen, bevor sie zu dem Abenteuer aufbrachen. Das war 2014, fast zwei Jahre später, Ende 2016, kehrten sie nach Deutschland zurück. Und jetzt kommt die Geschichte ihres Traums in die Kinos.

Bereut haben sie ihr Abenteuer trotz all der Herausforderungen nicht. Wie es jetzt weitergeht? „Erst mal bringen wir unser Baby ins Kino.“ Allzu lange wird es Lena und Ulli aber wohl nicht in Deutschland halten. Sie brauchen die Wärme, das Surfen und das Barfuß-Sein.

Du willst die beiden live erleben? Noch bis Ende April sind sie auf Kino-Tour. Der Film ist ab dem 14. März in vielen Kinos in ganz Deutschland zu sehen. „Unser Film soll anderen Mut machen, ihre Träume anzugehen.“

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