Qantas-Passagierin soll wegen Nuss-Allergie im Flugzeug-Klo sitzen

Frau soll wegen Nuss-Allergie im Flugzeug-Klo sitzen

Die Britin Laura M. (25) musste den größten Teil eines Fluges in Australien auf der Bordtoilette verbringen. Die Qantas-Crew wollte trotz ihrer lebensbedrohlichen Nuss-Allergie Mandeln servieren.

Eine Boeing 787-9 Dreamliner von Qantas startet am Flughafen London-Heathrow für einen Nonstop-Flug nach Australien.
Mandeln sind ein beliebter Flugzeug-Snack, können bei Laura aber potenziell tödliche allergische Reaktionen auslösen. (Symbolfoto)

Foto: imago/Rüdiger Wölk; unsplash (Fotomontage)

Voller Vorfreude stieg Laura M. (25) in den Qantas-Flieger, der sie zu ihrer Schwester nach Melbourne bringen sollte. Doch dann der Schock: Die Crew teilte ihr mit, dass es an Bord Mandeln geben würde. Dabei hatte die junge Lehrerin der Airline vorher extra ihre heftige Allergie gegen Nüsse mitgeteilt. 

Bereits Monate vor ihrem Flug war ihr versichtert worden, dass keine Mandeln serviert werden würden. Als Laura am 3. März dann an Bord ging, wollte die Kabinen-Managerin davon nichts wissen. Sie sagte der Passagierin, ihr würde keine Benachrichtigung vorliegen und nun sei es zu spät für irgendwelche Anliegen.

Qantas serviert Mandeln – obwohl Passagierin mit lebensbedrohlicher Allergie an Bord ist

An alle 160 Passagiere wurden gratis Mandelsplitter verteilt. „Ich fragte sie, ob wir für meinen Flug eine Ausnahme machen könnten. Er dauerte nur eine Stunde und der Snack war immerhin kostenlos und kein Menü, wofür die Kunden gezahlt haben“, erzählt Laura der britischen „Sun“. Doch die Mitarbeiterin weigerte sich.

Die 25-Jährige war von der Reaktion schockiert. Kurz zuvor war sie mit einem Langstreckenflug von British Airways nach Australien gekommen. Dort habe man problemlos auf Nüsse verzichtet und Lauras Allergie als Information für die Mitreisenden zweimal durchgesagt.

All das verweigerte die Qantas-Crew ihr. Zunächst wurde Laura von der Managerin geraten, sie solle mit einer späteren Maschine fliegen. Für Laura war das allerdings keine Option. Stattdessen bekam sie von den Mitarbeitern einen Mundschutz, den sie tragen sollte. 

Weil das kein ausreichender Schutz war, musste sich Laura für den Großteil des Fluges auf dem Flugzeug-Klo verschanzen. „Der Mundschutz hätte eine allergische Reaktion nicht verhindert“, erklärt sie.

Für Laura das Schlimmste: In den kommenden zwei Monaten hat sie noch zwei weitere Flüge mit der Airline gebucht. Nach diesem Erlebnis „fürchte“ sie sich schon jetzt davor.

Qantas: Flugzeuge können nicht komplett frei von Nüssen sein

Qantas will vor ihrem nächsten Flug mit Laura in Kontakt treten. Gegenüber der „Sun“ sagte die Airline: „Qantas ist sich der Herausforderungen für Menschen mit Nuss-Allergie bewusst und ergreift bereits Maßnahmen, um das Risiko für Kunden besonders hinsichtlich der Belastung durch Erdnüsse zu reduzieren.“

Es gebe allerdings eine Vielzahl an Allergien, und die Airline könne nicht den Anforderungen jedes Einzelnen entsprechen. „Genau wie in Bussen, Zügen oder anderen öffentlichen Orten können wir keine komplett nussfreie Umgebung garantieren.“

Laura liegt dieses Thema sehr am Herzen. Sie hofft, dass ihre Geschichte die längst überfällige Änderung einiger Prozesse anstößt. Erst im Februar war ein Mädchen (9) aus England im Spanien-Urlaub infolge eines anaphylaktischen Schocks gestorben, nachdem sie ein Eis gegessen hatte. 

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