Paris: Anwohner der Straße Rue Crémieux fordern Touristen-Verbot

Völlig überlaufen: Pariser wollen Instagram-Straße sperren

Eine gewöhnliche Wohnstraße in Paris mutiert zum Instagram-Hotspot: Vor den bunten Fassaden der Rue Crémieux schießen Hunderte Touris Fotos und nerven damit die Pariser – die haben nun genug vom Hype.

Die pastellfarbenden Fassaden der Rue Crémieux in Paris.
Wirklich wunderschön anzusehen ist die Rue Crémieux in Paris. Die sozialen Medien machten die Wohnstraße zu einem Foto-Hotspot – und damit aus dem Idyll eine Hölle für Anwohner.

Foto: wikpedia.org/Patrick Nouhailler’s

Pariser sind Instagram-verrückte Touristen gewohnt – denn unzählige Postkartenmotive zieren die Haupstadt von Frankreich. In einer Wohnstraße im 12. Arrondissement haben die Anwohner aber nun die Nase voll: Täglich stehen wildfremde Menschen in ihren Hauseingängen, posieren vor den Fenstern und blockieren Straße und Gehweg.

Und alles nur für ein Foto vor den hübschen Hausfassaden der Rue Crémieux. 

Instagram-Hype um die Rue Crémieux in Paris

Fast 32.000 Beiträge findest du bei Instagram mit dem Hashtag „Rue Crémieux“ – eine Straße, die gerade einmal 144 Meter lang und 7,50 Meter breit ist. Anwohner sagten gegenüber dem Radiosender „France Info“, dass es „die Hölle“ sei, wenn sich genau hier am Wochenende bis zu 200 Menschen durch die Gasse quetschten. 

Das sah vor einigen Jahren noch anders aus: Auch wir reisereporter haben die Straße einmal als eine der „schönen geheimen Straßen von Paris“ angepriesen.

Doch von Privatsphäre und Stille haben sich die Anwohner der Rue Crémieux schon lange verabschiedet. Die Massen seien anstrengend genug, noch schlimmer aber die absurden Fotosessions, die die Touristen direkt vor den Häusern abhalten. 

Anwohner haben genug und fordern eine Sperrung der Instagram-Straße

Den Anwohnern reicht es jetzt: Sie wollen die Einschränkung ihres Privatlebens nicht länger für den Tourismus in Kauf nehmen und fordern nun eine Teil-Straßensperrung. An Wochenenden und abends soll die Rue Crémieux nicht mehr für die Öfffentlichkeit zugänglich sein. Dafür haben die Pariser nun sogar eine Initiative gegründet. 

Bis zum Sommer soll eine genaue Regelung feststehen. Bis dahin müssen Anwohner den Touri-Ansturm definitiv noch aushalten und sich selbst zu helfen wissen: So wie der stellvertretende Vorsitzende der Initiative und Anwohner Antoine, der jeden Tag mit Absperrband sein Haus vor den Urlaubern schützt.

Foto-Lizenz: CC BY 3.0

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