Der internationale Tourismus übertrifft das globale Wirtschaftswachstum. Dabei stammt das Wachstum aus allen Regionen der Welt, so eine neue Studie des World Travel Monitors von IPK International. Neben den ohnehin starken Märkten Europa und Nordamerika wurden vor allem Zuwächse in Asien und Lateinamerika verzeichnet. 

Asien führt bei Auslandsreisen und als Destination

Mit sieben Prozent stiegen 2018 die Auslandsreisen am stärksten bei Reisenden aus Asien. Dahinter liegt Lateinamerika mit sechs Prozent, Europa und Nordamerika legten jeweils um fünf Prozent zu. Asien wird auch als Reiseziel beliebter und verzeichnet sechs Prozent mehr Ankünfte – Gleiches gilt für Europa. Nord- und Südamerika konnten nur ein Plus von drei Prozent verzeichnen. 

Das Zielland Spanien konnte nach boomenden Jahren zuvor keinen erneuten Anstieg verzeichnen. Die Türkei hingegen schnitt 2018 wieder deutlich besser ab – mit einem Besucherplus von 8,5 Millionen Menschen. 

Overtourism stört zunehmend Reisende

Das Problem des Overtourism stört immer mehr Menschen. Vor allem Reisende aus Asien fühlen sich der Umfrage zufolge durch die Touristenmassen negativ beeinträchtigt. Insgesamt gab jeder zehnte Befragte an, sich dadurch gestört zu fühlen – das ist ein Anstieg um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die als am stärksten betroffen empfundenen Städte sind Peking, Mexiko-Stadt, Venedig und Amsterdam, gefolgt von Istanbul und Florenz. Jüngere Menschen fühlen sich eher von dem Problem betroffen als ältere.  

Angst vor Terror beeinflusst noch immer Reiseentscheidungen

38 Prozent der Befragten gaben an, dass die Angst vor Terror und politische Konflikte ihre Reiseplanung beeinflussen. Das sind etwa genauso viele wie im Jahr zuvor. Die tatsächliche Sicherheitslage hat sich in dieser Zeit leicht verbesser – auch in den Ländern Türkei, Israel und Ägypten. 

Niedrigere Erwartungen für das Jahr 2019

Das globale Wirtschaftswachstum wird im kommenden Jahr voraussichtlich sinken, entsprechend fällt auch die Prognose für den internationalen Tourismus niedriger aus. Derzeit erwartet das IPK einen Anstieg um insgesamt vier Prozent, wobei Asien weiterhin an der Spitze bleiben soll (sechs Prozent), Nord- und Lateinamerika folgen werden (fünf Prozent) und Europa vermutlich auf etwa drei Prozent abrutschen wird. 

Hintergrund zur Studie

IPK International ist ein Beratungsunternehmen im Tourismus, seit 1988 wird jährlich der World Travel Monitor erhoben, eine Studie zum weltweiten Reiseverhalten. Mit Erhebungen in 60 Ländern deckt er laut eigener Aussage mehr als 90 Prozent der internationalen Reisenachfragen ab.