Hallstatt kämpft mit neuen Mitteln gegen Overtourism

Hallstatt kämpft mit neuen Mitteln gegen Overtourism

Jährlich besuchen rund eine Million Besucher Hallstatt. Dem Ansturm ist das österreichische Bergdorf allmählich nicht mehr gewachsen. Neue Richtlinien für Busreisen sollen den Besucherstrom nun lenken.

Tourist fotografiert Hallstatt am Hallstätter See, Unesco-Welterbe.
Für diesen Anblick pilgern Touristen aus aller Welt nach Hallstatt.

Foto: imago/imagebroker

Komplett überlaufen: Die malerische Kulisse des Ortes Hallstatt im Salzkammergut in Österreich ist seit Jahren ein Touristenmagnet – und ein Paradebeispiel für Massentourismus. Dafür mitverantwortlich sind die Busreisen: Zehntausende Busse spülen jedes Jahr flutartig die Touristen in das 780-Seelen-Dorf. Beschaulicher Kultur-Urlaub – schwierig.

Asiatische Touristen machen Urlaubsfotos in Hallstatt.
Vor allem asiatische Bustouristen zieht es nach Hallstatt: Viele von ihnen kommen allerdings nur für ein Foto. Foto: imago/Jochen Tack

Venedig und Dubrovnik machten es vor, Hallstatt zieht nun nach: Die Ferienregion Dachstein Salzkammergut hat das Overtourism-Problem erkannt und dem reisereporter erzählt, wie der Andrang in Hallstatt besser geregelt werden soll.

Busreisen nach Hallstatt nur noch mit Voranmeldung

Um den Tourismus nachhaltig für Einwohner und Gäste zu gestalten, plant Hallstatt ab 2020 eine Neuordnung für Busreiseveranstalter. Diese müssen sich dann vorher anmelden. Außerdem müssen die Veranstalter vorab sogenannte Slots für das Busterminal buchen. 

Der Bürgermeister von Hallstatt, Alexander Scheutz, möchte mit der Maßnahme auch die Aufenthaltsdauer der Urlauber erhöhen: „Unter 150 Minuten kann man als Bustourist Hallstatt nicht besuchen.“ Derzeit würden jährlich 20.000 Busse das Dorf anfahren – mit den neuen Regeln soll das um ein Drittel gesenkt werden, sagte er der „Welt“.

Ein Anreiz trotz verbindlichem Termin: Veranstalter, die eine Buchung im Ort haben – wie zum Beispiel eine Reservierung im Restaurant, ein Besuch im Salzbergwerk oder im Museum –, werden bei der Slot-Vergabe bevorzugt.

Wie die Vergabe konkret ablaufen wird und wie viele Reisebusse ab 2020 täglich haltmachen dürfen, daran arbeite das Dorf noch.

Hallstatt leidet unter Touristenmassen

Klar, Hallstatt ist vor allem für die fast unwirkliche Häuser-Architektur in idyllischer Lage zwischen Bergen am See bekannt. Ein Foto vor der romantischen Traumkulisse – ein Muss! Allerdings vergessen Touristen bei der Jagd nach dem nächsten Schnappschuss, dass Hallstatt seit 1997 den Titel Unesco-Weltkulturerbe trägt. Und genau den gelte es zu schützen, sagt die Gemeinde.

Es brauche eine bessere Lenkung der Besucher, damit sowohl die Bürger Hallstatts ihre Lebenqualität behalten, aber auch die Gäste einen qualitativ hochwertigen Aufenthalt genießen können.

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