Tote bei Easyjet-Flug: Frau (63) stirbt unbemerkt im Flugzeug

Tragödie bei Easyjet: Frau (63) stirbt im Flugzeug

Vor der Landung eines Easyjet-Fliegers in Málaga versuchte ein Pärchen, seine 63-jährige Sitznachbarin zu wecken. Doch die Frau reagierte nicht – sie war tot. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Blick aus einem Easyjet-Flieger.
Die Passagierin überlebte den Easyjet-Flug nach Spanien nicht. (Symbolfoto)

Foto: unsplash.com/Pietro Rampazzo

Was für eine gruselige Vorstellung: Bei ihrem Flug EZY8609 von London nach Málaga war einem britischen Paar aufgefallen, dass ihre Sitznachbarin trotz Sinkflug einfach weiterschlief. Ihr Kopf kippte nach vorn auf den Vordersitz und rutschte irgendwann zwischen Sitz und Fenster.

Weil Jessica und Jacob dachten, es sei besser, wenn die Frau zur Landung wach wäre, schüttelten sie die Frau vorsichtig – doch der Körper der Passagierin blieb regungslos. Sie fühlten ihren Puls – nichts. Der britischen „Daily Mail“ erzählten die beiden, was dann passierte: 

Schock: Frau stirbt in voll besetztem Flugzeug

Zuerst betätigten sie die Knöpfe oberhalb ihrer Sitze, um die Flugbegleiter unauffällig um Hilfe zu rufen. Sie wollten keine Panik erzeugen, immerhin waren auch Kinder im Flieger. Doch niemand kam. Erst als sie lautstark nach der Crew riefen, eilte jemand zu ihren Plätzen. Der Flieger befand sich zu dem Zeitpunkt noch immer in der Luft. Die Crew versuchte, die Frau mit einem Defibrillator wiederzubeleben – ohne Erfolg.

Jacob zufolge habe die Passagierin ihm schon vor dem Flug am Montag erzählt, dass sie eine schwere Brustinfektion habe. Sie war sehr schwach und saß im Rollstuhl. Sie sei erst kürzlich von einer Karibik-Kreuzfahrt zurückgekehrt und am Montagmorgen um 4.30 Uhr in London-Gatwick gelandet. Sie vermutete, dass sie sich auf der Kreuzfahrt die Infektion eingefangen hatte.

Mittlerweile ist bekannt, dass es sich bei der verstorbenen Passagierin um Ann R. handelt. Die Oma von zwei Enkeln hat an der Costa del Sol als Englischlehrerin gearbeitet.

Auch Jessica bemerkte den kritischen Zustand der 63-Jährigen: Sie röchelte extrem beim Atmen, als wäre Flüssigkeit in ihrer Lunge. Jacob dachte sich noch: „Sie sollte in diesem Zustand nicht fliegen. Aber wer bin ich schon.“ Bis zur Landung schien die Frau am Leben zu sein, erinnert sich Jessica. Jetzt machen sich die beiden Vorwürfe: Hätten sie den Tod verhindern können?

Easyjet-Mitarbeiter bemerken kritischen Zustand der Passagierin nicht 

Jessica sucht die Schuld aber auch bei der Airline: Ann hätte mindestens fünf Flughafenmitarbeiter und Crew-Mitglieder über ihre Brustinfektion informiert – niemand hätte sich weiter um ihren Gesundheitszustand gekümmert.

Und auch bei dem Check vor dem Landeanflug hätte die Crew fahrlässig gehandelt: Die Flugbegleiter hätten nicht geprüft, ob Ann wirklich angeschnallt war. Jessica glaubt, dass sonst früher aufgefallen wäre, dass die Frau nicht mehr am Leben war.

Die Fluggesellschaft bestätigte gegenüber dem reisereporter den Tod der Frau. Ärzte und Rettungssanitäter konnten sie auch nach der Landung nicht mit einer Herz-Lungen-Massage wiederbeleben. Außerdem habe die Kabinenbesatzung ihr Wohlergehen überprüft und „keinen Grund zur Annahme“, dass die Passagierin die Reise nicht hätte antreten können. 

Auch die Familie der Verstorbenen verteidigt die Airline. Ann sei an einem Herzinfarkt gestorben, schreiben die Angehörigen in einem Statement an die „Sun“: „Davor hätte Easyjet sie nicht retten können.“

Karibik-Kreuzfahrt Auslöser für Krankheitsfälle in London-Gatwick?

Am Mittwoch mussten Passagiere eines Virgin-Atlantic-Flugs für mehrere Stunden in Quarantäne, nachdem einige von den Reisenden und die Crew über plötzlichen Husten und Halsschmerzen geklagt hatten. Auch diese waren von einer Karibik-Kreuzfahrt nach London zurückgekehrt. Ob Ann dieselbe Kreuzfahrt besucht hat, ist allerdings noch nicht bekannt.

Kommentare
Erhalte täglich Reisegeschichten, folge uns auf Facebook:
Das könnte dich auch interessieren
Zur
Startseite