Mallorca wünscht sich nachhaltigen Tourismus und kämpft seit Jahren mit verschiedenen Maßnahmen gegen Overtourism, zum Beispiel wird ein Eitnrittsgeld von Kreuzfahrttouristen erhoben, die Ferienhausvermietung wurde eingeschränkt, die Anzahl der Gästebetten stark reduziert.

Besonders groß sind die Probleme im Sommer. Denn von den fast zwölf Millionen Menschen, die pro Jahr nach Mallorca reisen, kommen mehr als die Hälfte im Zeitraum Juni, Juli und August. Diese Überfüllung bringt Probleme – und denen soll mit einem neuen Konzept entgegengewirkt werden.

Cosme Bonet, Wirtschafts- und Finanzminister des Inselrates, stellte die neuen Maßnahmen auf der Reisemesse ITB in Berlin vor. Das Konzept fußt auf den drei Säulen Entsaisonalisierung, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Weiterentwicklung der Insel. Wir stellen dir die Ideen genauer vor:

Projekt 1: Entsaisonalisierung

Mit dem Projekt Ost-Mallorca sollen Angebote außerhalb der Hauptsaison geschaffen werden. Der Inselrat wünscht sich, dass die Gemeinden Manacor, Sant Llorenç des Cardassar, Son Servera, Capdepera und Artà auch beliebte Ziele für den Winterurlaub werden. Gefördert werden sollen vor allem Aktivitäten wie Golf, Radfahren, Wandern, Gastronomie und Segeln.

Projekt 2: Nachhaltigkeit

Auch die Halbinsel Formentor leidet unter den Touristenmassen – konkret, weil es vor allem in der Hauptsaison ein hohes Verkehrsaufkommen gibt. Daher wurde im vergangenen Jahr in einem Pilotprojekt „Cap Formentor“ die Anzahl der Fahrzeuge in der zweimonatigen Projektzeit Juli und August um 90 Prozent reduziert.

Das Projekt wird in diesem Jahr fortgesetzt: Zwischen dem 5. Juni und dem 15. September wird die Zufahrt für den privaten Autoverkehr gesperrt. Besucher dürfen nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.

Projekt 3: Wirtschaftliche Weiterentwicklung

Um Tourismusströme besser erfassen und im Zweifel auch steuern zu können, wird das Projekt „Smart Island Mallorca“ gestartet. So soll das wirtschaftliche und soziale Wachstum gefördert werden.

Die einzelnen Maßnahmen reichen von intelligenten Bushaltestellen, interaktiven Tafeln mit Touristeninformationen und elektronischer Zählung von Besuchen bei Leuchttürmen und historischen Stätten bis hin zur Vernetzung von Institutionen, um öffentliche Dienstleistungen effizienter zu erbringen.

Umgesetzt wird die neue Strategie von der Stiftung Mallorca-Tourismus (Fundació Mallorca Turisme). Die gemeinnützige Organisation ist in die Tourismusabteilung des Inselrates integriert.