Kreuzfahrt-Test: So kinderfreundlich ist die „Aida Nova“ wirklich

So kinderfreundlich ist die „Aida Nova“ wirklich

Die „Aida Nova“ ist das neueste, größte und angeblich auch das kinderfreundlichste Schiff der Aida-Flotte. Ob das stimmt, hat eine Expertin für den reisereporter getestet: Kreuzfahrt-Profi Mia (4).

Andreas Meyer
Mia (4) vor der „Aida Nova“.
Junior-reisereporterin Mia nimmt die „Aida Nova“ genau unter die Lupe.

Foto: Andreas Meyer

1. Mias erster Eindruck von der „Aida Nova“

„Wow, ist die groß!“ Die „Aida Nova“ liegt im Sonnenschein im Hafen von Teneriffa – und beeindruckt die kleine Testerin auf den ersten Blick. „Das Schiff ist viel größer als die anderen Aida-Schiffe“, sagt Mia. Auf der „Aida Blu“ war sie schon, auch mit der „Aida Mar“ ist die Fast-Fünfjährige schon in See gestochen. Aber keines dieser Schiffe hatte 20 Stockwerke.

„Da kann man sich ganz leicht verlaufen“, so Testerin Mia. Jedes Deck hat zwar ein anderes Farbschema – aber was fehlt, das seien Orientierungshilfen für kleine Gäste: „Eine Sonne für Deck zwölf, ein Mond für Deck elf. So was können sich Kinder merken, falls sie sich mal verlaufen.“  An vielen Orten an der Ostsee gibt es solche Hilfen für die Kleinen bereits an den Strandaufgängen.

Ein schwimmender Riese: 20 Stockwerke ist die neue „Aida Nova“ – hier im Hafen auf Fuerteventura – hoch. „So groß wie kein anderes Aida-Schiff“, weiß Kinder-Testerin Mia
Ein schwimmender Riese: 20 Stockwerke ist die neue „Aida Nova“ – hier im Hafen auf Fuerteventura – hoch. Foto: Andreas Meyer

Ein Pluspunkt für das Riesen-Schiff: Auch auf der „Aida Nova“ müssen Kinder an der obligatorischen Rettungsübung teilnehmen – nur gibt es jetzt für die kleinen Gäste ein eigenes Training. Und das findet bereits am späten Nachmittag und nicht erst am späten Abend statt.

Passt und muss mindestens ein Mal auch zur Probe getragen werden: Für Kinder findet die Rettungsübung auf der „Aida Nova“  schon nachmittags statt.
Passt und muss mindestens ein Mal auch zur Probe getragen werden: Für Kinder findet die Rettungsübung auf der „Aida Nova“ schon nachmittags statt. Foto: Andreas Meyer

„Ich finde das toll! Dann kann ich abends in Ruhe noch ein Eis essen – und kleine Kinder können schon ins Bett gehen“, sagt Mia. Während die Großen um 21 Uhr alle raus zum Üben müssen, gönnt sich die Testerin noch einen Nachschlag im Restaurant.

2. Erst mal was essen…

In den Wintermonaten ist die „Aida Nova“ zwischen Madeira und den Kanaren unterwegs. Fünf Stunden dauert der Flug dorthin ab Hamburg. Achtung: „Mama und Papa sollen euch vorher ein paar Filme auf ihr Handy laden. In den Flugzeugen gibt es nämlich keine Fernseher. Und ohne Filme wird es echt schnell langweilig“, rät Mia.

Außerdem: Die lange Anreise macht hungrig. Den zu stillen ist dann auf der „Aida Nova“ aber leicht. 17 Restaurants gibt es auf dem Schiff – und selbst die schicken Gourmetrestaurants haben für Kinder was zu bieten. Im Churrascaria Steakhouse gibt es für die Großen brasilianisches Rodizio – Fleisch direkt vom Grillspieß, so viel sie mögen.

Für Mias Papa ein Traum, für die Testerin hingegen nicht das Wahre. Sie bekommt eine Kinderkarte. Und mit der kann sie ihr eigenes Menü zusammenstellen und bestellen – ohne lesen zu können: Auf der Karte sind alle Getränke, alle Haupt- und Nachspeisen mit Bildern dargestellt. Ein „Papp-Anzeiger“ lässt sich auf das Wunschessen schieben. Dann muss der kleine Gast nur noch zeigen, was er gern möchte. Mia entscheidet sich für Chicken Nuggets mit extragroßen Pommes und viel Majo. „Lecker!“ 

Kleiner Snack vorm Zähneputzen: Currywurst gibt es auf der „Aida Nova“ (fast) rund um die Uhr.
Kleiner Snack vorm Zähneputzen: Currywurst gibt es auf der „Aida Nova“ (fast) rund um die Uhr. Foto: Andreas Meyer

Noch leichter ist das Essengehen im Fuego, dem Familienrestaurant an Bord. „Das gibt es auf den anderen Aida-Schiffen nicht“, sagt Mia. Im Fuego können sich die Gäste am Buffet bedienen. Pizza gibt es, Burger und jeden Tag wechselnde Leckereien.

Der Clou: Die Theken sind auf Kinderhöhe. Mama und Papa müssen beim Auffüllen nicht mehr helfen. Das können die kleinen Gäste hier ganz allein. Mia nimmt Reis und Rotkohl, Möhren und Fischstäbchen. „Ich komme an alle Sachen selbst ran. Das ist toll.“

Da müssen Mama und Papa nicht mehr helfen: Im „Fuego“ sind die Theken auf Augenhöhe für die kleinen Gäste. Mia könnt sich trotz des Sommerwetters erstmal Rotkohl.
Da müssen Mama und Papa nicht mehr helfen: Im „Fuego“ sind die Theken auf Augenhöhe für die kleinen Gäste. Mia könnt sich trotz des Sommerwetters erstmal Rotkohl. Foto: Andreas Meyer

Ebenfalls ganz nach dem Geschmack der Kinder-Kreuzfahrt-Expertin: Auf der „Aida Nova“ gibt es eine „Imbiss-Meile“. Auf der gibt es Döner und belegte Brötchen, „Stullen“ und auch Currywurst. „Die Bratwurst ist super – auch mit Tomatenketchup“, urteilt Mia. 

3. Was Kinder auf der „Aida Nova“ erleben können

„Erst mal raus!“, ruft Mia. Das Meer sehen, über das Deck spazieren und gleich mal was erleben. Mia fallen sofort die grünen Felder mit den kleinen Löchern auf Deck acht auf – Minigolf! Opa darf beim Putten helfen, das Einlochen mit dem Kinderschläger klappt dann schon ganz gut. „Das kann man toll auch mit Oma und Opa spielen“, sagt Mia.

Auf Deck 8 des neuen Aida-Flaggschiffs gibt es eine eigene Minigolf-Anlage – und sogar Schläger für kleine Gäste.
Auf Deck 8 des neuen Aida-Flaggschiffs gibt es eine eigene Minigolf-Anlage – und sogar Schläger für kleine Gäste. Foto: Andreas Meyer

Aber im Urlaub will die kleine Weltreisende natürlich auch baden. Das ist auf den anderen, älteren Schiffen der Kussmund-Flotte nicht ganz so leicht: Da gab es zwar auch einen kleinen Pool an Deck, die schönen und warmen Becken befinden sich dort aber im Wellness-Bereich. Und der ist für erholungsuchende Erwachsene reserviert.

Auf der „Aida Nova“ ist das anders: Dort gibt es Wellness für die Großen, aber auch Wasserspaß für die Kleinen. „Four Elements“ nennt sich der Bereich auf Deck 16. Eine ganze tropische Wasserwelt für Familien. Oben, unter dem Glasdach, gibt es einen Klettergarten. Unten Pools und eine Planschwelt für Babys.

„Aber das Allerallertollste am neuen Aida-Schiff sind die Rutschen!“, sagt Mia. Drei große Wasserrutschen gibt es. Sie starten auf Deck 20 und gehen drei Stockwerke nach unten. „Racer“ heißen die beiden längsten und schnellsten. 80 Meter ist jede Rutsche lang. Runter geht es in gut zehn Sekunden. „Die sind total schnell!“, sagt Mia. Mit Mama, Papa, Oma oder Opa als Begleitung darf auch sie in einen der „Racer“ – und Vollgas geben.

Der Knaller für Testerin Mia: Die Wasserrutschen namens „Racer“. Die führen zum Teil durch durchsichtige Röhren über das Wasser.
Der Knaller für Testerin Mia: Die Wasserrutschen namens „Racer“. Die führen zum Teil durch durchsichtige Röhren über das Wasser. Foto: Andreas Meyer

„Am Ende schießt man voll in ein Wasserbecken und wird pitschnass. Das muss ich all meinen Freunden erzählen“, urteilt Testerin Mia. Ach ja: Für Nichtschwimmer gibt es überall Bade-Schwimmwesten und für kleine Geschwister eine Planschrutsche. Die ist nur eineinhalb Meter lang und heißt „Elefant“.

Übrigens: Auf dem Pooldeck und auch im Beachclub gibt es noch mehr Pools, in denen auch kleine Kreuzfahrtgäste baden dürfen. Einziger kleiner Wermutstropfen: Es gibt für kleine Gäste auf den Kabinen keine kleinen Bademäntel. „Und die für Erwachsene sind mir viel zu groß“, klagt Mia. „Ein eigener Bademantel wäre aber total toll.“ Wieso? „Ich würde mich darin einkuscheln, wenn ich beim Rutschen mal eine Pause mache.“

4. Kinderclub der „Aida Nova“: Elternfreie Zone

Die Kinderclubs sind nicht neu bei Aida. „Da war ich schon auf den anderen Schiffen“, erzählt Mia. Mit den anderen Kindern war sie schon auf Foto-Safari an Bord unterwegs, hat gebastelt, gespielt und zusammen gegessen. Auf der neuen Aida ist der Club aber noch größer: „Die haben da das größte Bällebad, das ich je gesehen haben!“, schwärmt die Junior-reisereporterin.

Der Kinderclub auf der „Aida Nova“ – hier können die Mini-Urlauber auch mal ohne Mama und Papa Spaß haben.
Der Kinderclub auf der „Aida Nova“ – hier können die Mini-Urlauber auch mal ohne Mama und Papa Spaß haben. Foto: Andreas Meyer

Auch ein Piratenschiff zum Toben gibt es, Brettspiele zum Ausleihen, Bücher und vieles mehr. Jeden Tag gibt es ein Programm – das wird sogar abends auf die Kabinen geliefert. Damit die Familien wissen, was so los ist. Mia entscheidet sich für einen Bastelvormittag – und bringt nach zweieinhalb Stunden ohne Eltern ein neues Türschild für zu Hause mit: Das sieht aus wie eine Krabbe, ihren Namen hat sie selbst draufgeschrieben. „Das kommt an meine Zimmertür!“ 

5. Stärkung für Naschkatzen

Zu Hause achtet Mama genau darauf, wann es Süßigkeiten gibt. Im Urlaub sind die Regeln da zum Glück nicht ganz streng. „Das wäre nämlich unfair, wenn ich abends ein Wasser trinken muss – aber Mama und Papa kriegen einen Cocktail“, sagt Mia.

In allen Bars an Bord stehen deshalb auch alkoholfreie Kinder-Cocktails auf der Karte. Schiffstesterin Mia empfiehlt den „Erdbeerfroozie“ (4,50 Euro). Der besteht aus ganz viel Erdbeersirup, Milch und Crushed Eis. „Mein Lieblingstrinken auf der ganzen Welt“, schwärmt die Kreuzfahrtexpertin.

Zwölf Sorten Eis gibt es jederzeit in der Eisbar! Mia empfiehlt Schlumpf- mit Erdbeer-Eis!
Zwölf Sorten Eis gibt es jederzeit in der Eisbar! Mia empfiehlt Schlumpf- mit Erdbeer-Eis! Foto: Andreas Meyer

Wer Eis nicht trinken, sondern doch lieber schlecken oder löffeln möchte, der ist in der neuen Eisbar richtig: Zwölf verschiedene Sorten gibt es dort fast rund um die Uhr (1 Euro pro Kugel). Mias Lieblingssorten: „Schlumpfeis mit Erdbeereis! Schlumpfeis ist das hellblaue!“ 

6. Mit Kindern auf Landgang

Den ganzen Tag „nur“ an Bord sein – das muss auch nicht sein. Und die Kanaren sind ideal für Ausflüge mit Kindern. Auf Fuerteventura zum Beispiel macht die „Aida Nova“ in Puerto del Rosario fest. Vom Anleger bis zum weißen Sandstrand sind es nicht mal zehn Minuten zu Fuß.

Beliebtes Kletter- und Fotomotiv: Der Schriftzug im Hafen von Puerto del Rosario auf Fuerteventura.
Beliebtes Kletter- und Fotomotiv: Der Schriftzug im Hafen von Puerto del Rosario auf Fuerteventura. Foto: Andreas Meyer

„Das Meer ist schon im Februar so warm wie die Ostsee im Sommer!“, verrät Mia. „Nur ist das Wasser ganz doll salzig.“ Macht aber nichts. In der kleinen Innenstadt von Puerto del Rosario gibt es ein kleines Einkaufszentrum – „und sogar einen Prinzessinnen-Laden“. Malbücher, Bastelutensilien und sogar Zauberstifte gibt es dort zu kaufen.

Auf Lanzarote empfiehlt Mia einen Busausflug in den Inselsüden: Dort gibt es beeindruckende Küsten zu sehen – Los Hervideros etwa. Noch spannender: der Vulkan-Nationalpark Timanfaya. „Das sieht da aus wie auf dem Mond. Nur Steine und Sand“, berichtet Mia.

Im Timanfaya-Nationalpark gibt es echt Vulkane zu sehen. Unter der Erde ist es dort immer noch total heiß: Wasser spritzt aus Geysiren und Heu brennt sofort, wenn es auf die Steine kommt.
Im Timanfaya-Nationalpark gibt es echt Vulkane zu sehen. Unter der Erde ist es dort immer noch total heiß: Wasser spritzt aus Geysiren. Foto: Andreas Meyer

Am Islote de Hilario können Kinder erleben, wie spannend Vulkanismus ist. „Die Leute da schütten kaltes Wasser in Löcher – und zwei Sekunden später schießt es wieder heraus, in einer riesigen Fontäne“, berichtet Mia. Denn wenige Meter unter der Erde ist der Vulkan noch immer heiß: „Die legen trockenes Gras auf die heißen Stein und das brennt dann sofort. Ich fand das ein bisschen gruselig.“

Abends geht es deshalb zurück auf die Kabine – in die Hängematte auf dem Balkon!

7. „Aida Nova“ mit Kindern – Top oder Flop?

Größer, länger – und auch kinderfreundlicher? „Ja“, sagt Testerin Mia über die „Aida Nova“. „Das neue Schiff ist toll und es gibt dort ganz viel mehr auch für uns Kinder zu erleben.“ Am Allerbesten hat ihr die Wasserrutsche gefallen.  

reisereporterin Mia liebt die Wasserrutsche auf der „Aida Nova“.
Mias Fazit: „Die ,Aida Nova‘ ist ein tolles Schiff für Kinder!“ Foto: Andreas Meyer

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