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São Paulo: Diese Orte musst du unbedingt sehen

Hochhäuser, so weit das Auge reicht, die größte Stadt und das wichtigste Wirtschaftszentrum Brasiliens: Für reisereporter Felix ist São Paulo ein Top Place 2019 – und nicht nur wegen seiner Tipps die Reise wert.

São Paulo, die größte Stadt Brasiliens, erstreckt sich heute auf einer Fläche von etwa 1523 Quadratkilometern im Südosten des Landes. Sie wurde bereits 1554 von zwei jesuitischen Missionaren gegründet.
São Paulo, die größte Stadt Brasiliens, erstreckt sich heute auf einer Fläche von etwa 1523 Quadratkilometern im Südosten des Landes.

Foto: Felix Horstmann

Brasilien: Eine Stadt der Superlative

„Ordem e Progresso“ steht in der Flagge Brasiliens geschrieben, „Ordnung und Fortschritt“ – und auf keine Stadt im fünftgrößten Staat der Welt trifft das so sehr zu wie auf São Paulo. Zwölf Millionen Menschen leben in der Metropolregion im Südosten Brasiliens, fast ein Drittel der brasilianischen Wirtschaftsleistung wird hier erbracht.

Viele internationale Unternehmen haben sich dort niedergelassen. Kein Wunder also, dass das Stadtbild der größten Stadt Lateinamerikas, die als das Frankfurt Brasiliens bezeichnet wird, von Hochhäusern und Luxusbauten beherrscht wird. Jeder Quadratmeter ist bebaut. Und mittendrin: riesige Parks, historische Stätten, mehr als 90 Museen und fast doppelt so viele Theater. Auf einen Quadratkilometer kommen in São Paulo fast 3.000 Menschen – das sind knapp 2.800 mehr als in Deutschland.

São Paulo ist eine Stadt der Superlative und hat dementsprechend große Probleme: ein tägliches Verkehrschaos, die durch ungeklärtes Abwasser verschmutzten Flüsse Rio Pinheiros und Rio Tietê, eine schlechte Wasserqualität oder auch die Kluft zwischen Arm und Reich. Schätzungen zufolge leben in rund 2.500 Favelas am Stadtrand Menschen unterhalb der Armutsgrenze.

Wolkenkratzer gehören in der Millionenmetropole São Paulo zum Straßenbild.
Wolkenkratzer gehören in der Millionenmetropole São Paulo zum Straßenbild. Foto: Felix Horstmann

Für Naturliebhaber: Ibirapuera-Park

Der Parque do Ibirapuera ist eine Seltenheit in der dicht bebauten Mega-Metropole: Der zweitgrößte Stadtpark erstreckt sich nämlich auf einer Fläche von fast zwei Quadratkilometern. Wo vorher eine Sumpflandschaft zu sehen war, gibt es im Ibirapuera Park seit 65 Jahren Grünflächen, Feigenbäume, Palmen, kleine Flüsse, größere Seen und Tiere, wohin man auch schaut.

Doch der Park hat mehr zu bieten: Das Museu de Arte Moderna de São Paulo, in dem unter anderem Bilder von Pablo Picasso ausgestellt werden, ein Planetarium und Denkmäler wie das Monumento às Bandeiras, das an die Revolution von 1932 erinnert, befinden sich hier.

Viele Veranstaltungen finden auf dem riesigen Areal statt. Der Park gilt deshalb auch als kulturelles Zentrum São Paulos – und ist überaus beliebt. Rund 1,2 Millionen Brasilianer und Touristen besuchen den Park im Monat, knapp die Hälfte davon am Sonntag. Besonders der zentrale Springbrunnen mit seiner Fontäne gilt als Touristenattraktion.

Der Parque do Ibirapuera wurde im Januar 1954 zur 400-Jahr-Feier São Paulos eingeweiht, sieben Monate später für die Bevölkerung geöffnet. Der Eintritt ist frei – wer an einem Tag durch den Park kommen möchte, sollte sich an einem der zehn Eingänge ein Fahrrad mieten.

Der Ibirapuera Park ist die grüne Lunge von São Paulo.
Der Ibirapuera Park ist die grüne Lunge von São Paulo. Foto: Felix Horstmann

Der Prachtboulevard Avenida Paulista

Die berühmteste und wichtigste Straße in São Paulo ist die Avenida Paulista. Die knapp drei Kilometer lange Allee im südwestlichen Zentrum der Stadt existiert bereits seit dem Jahr 1891. Ursprünglich war die Avenida Paulista links und rechts von extravaganten Villen flankiert und 18 Jahre später die erste gepflasterte Straße São Paulos.

Das änderte sich 1939, als das erste Hochhaus gebaut wurde. Keine zehn Jahre später wurde die Avenida Paulista modernisiert: Gebäude wurden abgerissen, die Bäume entfernt. Heute gibt es nur noch einzelne Villen – dafür umso mehr Wolkenkratzer. Wegen der für Brasilien ungewöhnlich hohen Preise für Mieten oder Grundstücke haben hier vor allem Banken und Versicherungen, Konsulate und internationale Firmen ihren Sitz. In vielen Seitenstraße gibt es Einkaufszentren.

Das Museu de Arte de São Paulo fällt besonders ins Auge – es schwebt nämlich, gehalten von roten Stahlträgern. Und das hat einen einfachen Grund: Der Blick auf die Innenstadt sollte frei bleiben. Im wichtigsten Kunstmuseum Brasiliens gibt es eine große Sammlung von Gemälden und Skulpturen von Künstlern wie Vincent van Gogh, Pablo Picasso oder Pierre Bonnard. Der Platz unter dem Kunstmuseum ist übrigens perfekt für ein Panoramafoto der Innenstadt.

Das Museu de Arte de São Paulo ist ein Blickfang an der Avenida Paulista.
Das Museu de Arte de São Paulo ist ein Blickfang an der Avenida Paulista. Foto: Felix Horstmann

Der beste Ausblick und Rückblick

Eines der größten Gebäude in São Paulo liegt im Herzen der Stadt: das Edifício do Banespa. Im Jahr 1947 wurde der vom Empire State Building in Amerika inspirierte Wolkenkratzer fertiggestellt und diente als Sitz der brasilianischen Bank Banespa. Inzwischen ist das 161 Meter hohe Gebäude zum städtischen Kulturerbe erklärt worden und beheimatet ein Bankmuseum.

Das Besondere: die Aussichtsplattform dicht unter der Spitze des Gebäudes. Vom 26. Stock aus bietet sich ein fantastischer Rundumblick über São Paulo. Für 20 Real (etwa 4,50 Euro) können Besucher von hier aus das pulsierende Leben in den Straßen der Innenstadt beobachten. Im selben Stockwerk gibt es auch ein Restaurant.

Ebenso historisch und nur einen kleinen Fußmarsch entfernt ist das Pátio do Colégio. Die historische Jesuitenkirche und -schule in der Innenstadt ist ein besonderer Ort: Der Platz vor dem kleinen weiß-blauen Gebäude ist der Ort, an dem São Paulo im Jahr 1554 gegründet wurde.

In dem historischen Haus befindet sich ein Museum – Besucher können alles über São Paulos Gründung, Entwicklung und Geschichte lernen. Sogar die historische Stadtmauer steht in Teilen noch im Keller.

Vor dem Pátio do Colégio wurde São Paulo einst gegründet.
Vor dem Pátio do Colégio wurde São Paulo einst gegründet. Foto: Felix Horstmann

Ein Rekordhaus in der Rekordstadt

Wer durch die Innenstadt von São Paulo läuft, dem fällt zwangsläufig irgendwann das Edifício Copan ins Auge: ein geschwungener Wohnkomplex im Stadtkern, dessen Bau im Jahr 1957 begann und neun Jahre dauerte. Das Copan gehört mit 140 Metern zu den größten Bauwerken der Stadt und beherbergt noch heute fast 1.200 Wohnungen auf 32 Stockwerken. Viele von ihnen werden inzwischen untervermietet – vornehmlich über Internetplattformen wie Airbnb.

Wenn Reisende das Glück haben, eine der Wohnungen für ihren São-Paulo-Trip mieten zu können, erwartet sie ein besonderes Erlebnis: Die Wohnungen und Studios im Copan besitzen alle eine Fensterfront vom Boden bis zur Decke und vermitteln das Gefühl, über die Hochhausskyline zu fliegen. Im Erdgeschoss des Wohnkomplexes gibt es 72 Geschäfte und Einrichtungen, etwa eine evangelische Kirche, eine Buchhandlung und fünf Restaurants.

In dem Gebäude leben etwa 4.000 Menschen auf mehr als 10. 000 Quadratmetern, allein 100 Männer und Frauen kümmern sich täglich um die Instandhaltung des Hauses. Das Copan ist quasi ein eigener Stadtteil, die brasilianische Post hat dem Gebäude eine eigene Postleitzahl zugewiesen.

Von den Wohnungen im dem Komplex Edifício Copan aus, hast du einen unvergleichlichen Ausblick auf São Paulo.
Von den Wohnungen im dem Komplex Edifício Copan aus, hast du einen unvergleichlichen Ausblick auf São Paulo. Foto: Felix Horstmann

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