10 Insidertipps für deine Karibik-Kreuzfahrt | reisereporter.de

10 Insidertipps für deine Karibik-Kreuzfahrt

Kreuzfahrt nach Honduras, Belize, Mexiko: Bucket-List für deinen Traumurlaub. Aber hält die Caribbean Cruise auch, was sie verspricht? reisereporterin Jasmin ist bei der „Norwegian Getaway“ an Bord gegangen.

Die „Norwegian Getaway“ in der Bucht vor Costa Maya.
Die „Norwegian Getaway“ in der Bucht vor Costa Maya in Mexiko.

Foto: Jasmin Kreulitsch

1. Geh allein auf Kreuzfahrt

Als Solo-Traveller auf ein Kreuzfahrtschiff? Was bisher furchtbar teuer war, weil bei der Einzelbelegung einer Doppelkabine immer ein Zuschlag von bis zu 70 Prozent fällig war, ist jetzt bezahlbar!

Norwegian Cruise Line war die erste große Reederei, die extra Kabinen für Alleinreisende angeboten hat, und fährt heute mit sechs Kreuzfahrtschiffen, die die sogenannten Studio-Kabinen für Solo-Traveller an Bord haben. Die sind zwar klein, haben aber ein Doppelbett und ein Baddesign mit separatem WC, Waschbecken und Dusche.

Kabine auf der „Norwegian Getaway“
Auch als Solo-Reisender kannst du es dir hier gemütlich machen. Foto: Jasmin Kreulitsch

Alle Studio-Gäste haben außerdem Zugang zur exklusiven Studio-Lounge. Hier gibt es Drinks, Snacks und die Möglichkeit, einander kennenzulernen.

Solltest du schüchtern sein, gibt es zusätzlich jeden Tag eine Veranstaltung in einem der Lokale an Bord, wo ein Cruise-Mitarbeiter dabei hilft, die Alleinreisenden miteinander in Kontakt zu bringen.

Fakt ist aber auch: Auf einem amerikanischen Kreuzfahrtschiff geht es enorm locker zu, der Small-Talk-Kunst der US-Passagiere sei Dank. Du wirst selten einen Moment an Bord erleben, an dem dich niemand anquatscht – einsam wirst du also garantiert niemals sein.

2. Lass dich auf die amerikanische Feel-good-Stimmung ein

Amerikanische Schiffe unterscheiden sich gewaltig von deutschen Schiffen. Denn der Wunsch der Amerikaner nach Entertainment und Fun ist einfach riesig, deshalb reagieren die Reedereien darauf. Der tägliche Veranstaltungskalender ist prall gefüllt, und du kannst so gut wie rund um die Uhr an Spielen, Shows und Spaß teilnehmen.

Exklusive Studio-Lounge
Ein bisschen Gesellschaft kannst du in der exklusiven Lounge genießen. Foto: Jasmin Kreulitsch

Erlebst du diese Las-Vegas-Laune zum ersten Mal, wird dir alles ein bisschen zu laut und zu schrill vorkommen, das legt sich aber schnell. Lass dich ein auf eine völlig neue Lebensform und mach einfach mit.

Alles ist leicht, alles ist locker, warum also nicht auch du? Und falls es dir doch mal zu voll und zu laut ist, kannst du noch immer auf Abstand gehen – siehe Punkte vier, fünf und elf.

3. Sei nicht überfordert

326 Meter Länge, 18 Decks, 26 Restaurants und Platz für 4.000 Passagiere und 1.600 Crew-Mitglieder: Amerikanische Reedereien leben nach dem Motto „Größer, besser, lauter“, deshalb ist ein Schiff wie die „Norwegian Getaway“ wie ein Party-Stadt, die man in ein gigantisches Schiff gepackt hat – Kletterwand, Wasserrutschen und Casino inklusive.

Dass ins Theater 700 Personen gleichzeitig passen, genauso wie ins größte Restaurant, verwundert da niemanden. Bist du zum ersten Mal an Bord eines solchen Schiffes, kann dich das schon überfordern. Alles wirkt groß, die Kabine scheint jedes Mal an einer anderen Stelle zu sein – und bis du das Lokal findest, das du austesten möchtest, irrst du schon mal eine halbe Stunde herum.

Wichtig ist es, dass du die Sache locker angehst. Es dauert bei jedem ein paar Tage, bis er das Schiff durchschaut hat. Am Anfang hilft es, den Plan des Kreuzfahrtschiffes bei sich zu haben, damit man zwischendurch nachschauen kann, wo man ist. Ansonsten einfach relaxen und nicht überfordern lassen – immerhin bist du im Urlaub!

4. Sei ein Frühaufsteher

So viel Trubel tagsüber auch an Bord des Schiffes herrscht, so ruhig ist es am frühen Morgen. Dann schläft der klassische US-Passagier nämlich tief und fest oder genießt ein ausführliches Frühstück. Bis 10 Uhr bist du am Pooldeck so gut wie allein!

Frühstück auf der „Norwegian Getaway“
Morgenstund hat Gold im Mund – auch auf der „Norwegian Getaway“. Foto: Jasmin Kreulitsch

Dein Vorteil ist gleichzeitig ein Nachteil: Durch den Langstreckenflug nach Miami und die Zeitverschiebung wirst du vermutlich an einem Jetlag leiden. Dank des Ost-West-Fluges wird dieser aber an Bord des Schiffes zu deinem Vorteil, denn du wirst sehr früh wach werden.

Wenn du um sechs Uhr putzmunter bist, lohnt es sich, auf Erkundungstour zu gehen. Am Pooldeck gibt es bereits einen Bereich, wo du dir Kaffee und Frühstück holen kannst, um dann schmausend den Sonnenaufgang anzuschauen.

Noch besser wartest du bis 8 Uhr: Dann machen das Savor und das Taste auf und du kannst in Ruhe ein À-la-carte-Frühstück genießen. 

   

5. Geh antizyklisch essen

Früh zum Frühstück, spät zum Abendessen: Wer den großen Wirbel beim Essen nicht erträgt oder Wartezeiten vermeiden möchte, sollte dann essen gehen, wenn es die anderen nicht tun. Amerikaner essen beispielsweise gern gegen 18 Uhr zu Abend.

Dann geht aber die Sonne unter, deshalb ist es viel cooler, wenn du dich in eine Bar setzt und zusiehst, wie die Sonne im Karibischen Meer versinkt. Bei der Wahl der Restaurants ist es auch hilfreich, wenn du die im Reisepreis enthaltenen auf deine Reisewoche verteilst und nicht bis zum Ende wartest.

Der Sonnenuntergang auf dem Deck der „Norwegian Getaway“.
Wenn die karibische Sonne das Meer küsst: Unbezahlbare Momente auf der Kreuzfahrt. Foto: Jasmin Kreulitsch

Gerade am vorletzten und am letzten Tag kommen alle auf die Idee, dass sie lieber à la carte essen wollen als im Buffet-Restaurant, daher sind die Tische fast immer ausgebucht. Es lohnt sich übrigens auch, wenigstens ein oder zwei der Bezahlrestaurants auszutesten. Die Qualität ist irrsinnig hoch!

Das antizyklische Konzept greift übrigens auch bei Attraktionen wie dem Rope Course und den Wasserrutschen: Die sind am leersten, wenn die Leute essen, Landausflüge machen, und, und, und.

6. Sei draußen, so oft es geht

Amerikaner lieben ihre Klimaanlagen, auch wenn sie manchmal gar nicht nötig wären. Auch auf Kreuzfahrtschiffen scheint das Motto zu gelten: Ohne Air-Condition läuft’s nicht cool. Bist du das nicht gewohnt, ist eine Erkältung schneller da, als du „hatschi“ sagen kannst, deshalb solltest du ein paar Tricks beherzigen.

Zum einen solltest du die Klimaanlage in deiner Kabine ausschalten. Und zum anderen solltest du so häufig wie möglich draußen sein. Haben Restaurants und Bars einen Außenbereich, dann wähle unbedingt einen Platz an der frischen Luft, damit du auch wirklich in den Genuss des karibischen Klimas kommst!

Beim Rückflug solltest du dann auch unbedingt daran denken, warme Klamotten im Handgepäck dabeizuhaben – und diese direkt am Flughafen anziehen. Der ist nämlich auch so stark klimatisiert, dass du frierst, sobald du das Gebäude betrittst.

7. Benutze die NCL-App

Die Zeiten, in denen man Schlange stehen musste, um an einem Bord-Schalter eine Reservierung zu tätigen, sind Gott sei Dank vorbei. Heute passiert alles an Bord elektronisch, wenn man das möchte. Neben öffentlichen Bildschirmen mit Touchscreen, wo man alle Informationen findet, kann man auch über den Fernseher in der Kabine allerlei erfahren.

Am besten ist es aber, wenn du dir die App von NCL herunterlädst. Einmal registriert, ist die App wie dein ganz privates Logbuch. Du kannst nicht nur deinen Bord-Account anschauen und auf Richtigkeit prüfen, am coolsten ist das Reservierungstool für die Restaurants und das Buchungssystem für Ausflüge.

In Ruhe durchlesen, auswählen, bestellen, fertig! Im Prinzip kannst du dir schon am Anfang der Reise über die App alles zusammenstellen; du kannst aber auch spontan einen Tisch reservieren. Meistens klappt das auch kurzfristig!

8. Nimm dir Zeit, die Landausflüge zu planen

Pro Land, in dem das Kreuzfahrtschiff anlegt, gibt es eine Menge Ausflüge, die man buchen kann. Du musst einfach entscheiden, ob du einen von der Reederei angebotenen Tagesausflug buchst oder selbst auf Entdeckungstour gehst. Die Ausflüge von den Reedereien sind meist ziemlich teuer, aber exakt auf Ankunft und Abfahrt des Schiffes abgestimmt – das gibt dir Sicherheit.

Ziehst du individuell los, bist du flexibler, musst aber vorab mehr recherchieren und vor allem dafür sorgen, dass du wieder pünktlich auf dem Schiff bist. Wofür du dich entscheidest, liegt ganz bei dir, ein Tipp hilft aber auf jeden Fall: Schau dir genau an, welche Ausflüge das Schiff anbietet – und such parallel auf Blogs, Instagram oder Pinterest nach Insidertipps für den jeweiligen Hafen.

Vergleichst du dann deine Ergebnisse, ergibt sich automatisch eine Tendenz. Du solltest aber wissen, dass Ausfüge auf amerikanischen Schiffen eher von der leichten Sorte sind: Statt Kultur steht eher Party auf dem Programm. Aber: Du findest immer wenigstens eine Tour, die ein bisschen mehr Substanz hat.

Tipp: Auch wenn das Leben auf einer Kreuzfahrt komplett bargeldlos funktioniert, brauchst du für die Landausflüge immer ein bisschen Bargeld. Du musst nicht jeweils die Währung des Landes besorgen, es reicht vollkommen, wenn du ein paar Dollarnoten parat hast. Einen ATM-Automaten findest du beispielsweise beim Casino auf dem Schiff.

9. Sei bei den Schirmchendrinks vorsichtig

Alkohol ist an Bord eines amerikanischen Kreuzfahrtschiffes ein Grundnahrungsmittel. Schon beim Frühstück sitzen die Leute vor ihren Bloody Marys, danach geht es am Pool rund. Dieser ist auf der „Norwegian Getaway“ nicht groß, bietet aber jede Menge Sitzmöglichkeiten drumherum – und die werden genutzt.

Anstatt zu schwimmen, sitzen die Amerikaner nämlich lieber am Pool und trinken einen Schirmchendrink nach dem anderen. Siehst du das erste Mal dabei zu, wie diese eingeschenkt werden, wirst du sehen: Sparsam sind die Bar-Boys nicht!

Drinks an der Bar.
An der Bar kannst du genüsslich ein paar Drinks schlürfen – aber in aller Ruhe … Foto: Jasmin Kreulitsch

Der Messbecher wird gern überschwemmt und der Drink dadurch ziemlich stark. In Kombination mit der starken karibischen Sonne solltest du also ein bisschen aufpassen und nicht zu viel tanken – sonst kippst du um, ehe die Amerikaner am Pool mit ihrer Pool-Karaoke begonnen haben.

Die ruhigste Bar ist übrigens auf Deck acht an der Waterfront. In der Sunset Bar gibt es im Außenbereich eine kleine Extrabar, wo man immer einen Platz findet. Die Bar ist übrigens die einzige, wo man rauchen kann.

10. Mach die Waterfront zu deinem Geheimplatz

Irgendwann erlebt jeder auf einem Kreuzfahrtschiff den Moment, in dem es einfach zu laut und zu voll ist. Möchtest du dann deine Ruhe haben, brauchst du einen Plan B, denn mit 4.000 Menschen an Bord ist Einsamkeit leider Mangelware.

Sofern du keine Balkonkabine hast, musst du dir auf dem Schiff einen Ort suchen, wo du allein sein kannst. Auf der „Norwegian Getaway“ ist Deck acht mit der Waterfront der beste Ort, um allein zu sein und die Stille zu genießen. Hier befinden sich mehrere Gastrobereiche der Bezahl-Restaurants, wo ohnehin schon weniger Menschen sind.

Dazwischen gibt es aber Sofalandschaften, die du nutzen kannst, ohne etwas zu konsumieren. Hier sind selten Passagiere – eben weil es weder Entertainment noch Musik gibt. Und da die Sunset Bar nicht weit entfernt ist, kannst du dir dort einen Drink holen und ihn dann auf deinem einsamen, kuscheligen Sofa genießen.

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