American Airlines: Familie wegen Hautkrankheit aus Flugzeug geworfen

Wegen Hautkrankheit: Mutter und Sohn aus Flieger geworfen

„Ich wurde noch nie in meinem Leben so gedemütigt!“ Jordan Flake und ihr einjähriger Sohn wurden von der Crew aus einem American-Airlines-Flugzeug geschmissen, weil sie eine seltene Hautkrankheit haben.

Die American-Airlines-Crew störte sich offenbar an der rötlichen und schuppigen Haut von Mutter und Sohn. (Symbolfoto)
Die American-Airlines-Crew störte sich offenbar an der rötlichen und schuppigen Haut von Mutter und Sohn. (Symbolfoto)

Foto: imago/Ralph Peters

Jordan Flake und ihr einjähriger Sohn Jackson hatten eine tolle Zeit hinter sich. Sie hatten Jacksons Papa Chris besucht, der beim Militär arbeitet. Doch die Rückreise zerstörte alle glücklichen Gefühle. Sie wurden von der Fluglinie American Airlines aus dem Flugzeug geschmissen, weil sie eine seltene Hautkrankheit haben.

Jordan teilte ihr Erlebnis auf Facebook. Beim Boarding am Flughafen El Paso im US-Bundesstaat Texas verlief noch alles entspannt. „Wir bestiegen unseren Flug, wo alle lächelten und mit Jackson sprachen“, schreibt sie. Doch die Flugzeug-Crew störte sich offenbar an der schuppigen und rötlichen Haut von Mutter und Sohn.

American Airlines: Crew stört sich an Hautkrankheit Ichthyose

Beide haben Ichthyose, auch Fischschuppenkrankheit genannt. Sie ist gekennzeichnet von trockener und schuppiger Haut, die verdickt oder sehr dünn sein kann. Eine Heilung gibt es aktuell nicht. Die vererbbare Krankheit ist nicht ansteckend.

Kurz vor dem Start sei ein Mitarbeiter des American-Airlines-Bodenpersonals gerufen worden, der in ihre Reihe kam. „Er fragte mich leise nach ‚meinem Ausschlag‘ und ob ich einen Brief von einem Arzt hätte, der mitteilte, dass es ‚okay für mich ist, zu fliegen‘.“

Jordan habe ihm erklärt, dass ihre Krankheit Ichthyosis heißt – „eine genetische Hautkrankheit, die ich mit meinem Sohn teile“. Er sei wieder nach vorne gegangen, um mit der Crew zu sprechen, habe wohl auch nach der Krankheit gegoogelt, mutmaßt Jordan. „Er kam zurück und sagte, er entschuldigte sich, aber wir würden nicht fliegen können und wir mussten aus dem Flugzeug steigen.“ 

American-Airlines-Flugbegleiterin: „Sie hat keinen Brief von einem Arzt.“ 

Er habe beim Ausstieg mit dem Piloten gesprochen. „Der schien damit einverstanden zu sein, aber die Flugbegleiterin sagte unhöflich (ohne mich überhaupt eines Blickes zu würdigen): ‚Nun, sie hat keinen Brief von einem Arzt, also…‘“

Der Mitarbeiter sei sehr nett gewesen und habe ihr ein Hotel besorgt. Doch ihr aufgegebenes Gepäck sei ihnen nicht zurückgegeben worden. Die Folge: „Ich musste unerwartete Kinderbetreuungsmaßnahmen für meine Tochter zu Hause treffen und zur Apotheke fahren, um die Lotionen zur Beruhigung unserer Haut zu kaufen. Ich wurde noch nie in meinem Leben so gedemütigt!“

American Airlines entschuldigte sich über den Fernsehsender „Fox“ bei Jordan. „Unser Team hat eine Untersuchung der Angelegenheit eingeleitet. Unser Customer-Relations-Team hat bereits direkt mit ihr gesprochen.“ 

Jordan ist nicht besänftigt. Sie sagt: „Im Jahr 2019 ist es an der Zeit, mit der Diskriminierung aufzuhören. Stellt Fragen und hört zu.“ 

In Deutschland sind mehrere Hunderttausend Menschen von den verschiedenen Arten der Ichtyose betroffen, weltweit werden nach einem Bericht der „First Skin Foundation“ jedes Jahr etwa 16.000 Babys mit der Hautkrankheit geboren. 

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